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Detmold, 05. September 2019 13:24 Alter: 68 Tage

Berufen: Vera Lossau tritt Nachfolge von Karl Manfred Rennertz an

Kanzlerin Nicole Soltwedel (l.) und Prof. Iris Baum (r.) begrüßten Prof. Vera Lossau. Foto: th owl

Die international tätige bildende Künstlerin Vera Lossau tritt zum Wintersemester 2019/20 die Nachfolge von Prof. Karl Manfred Rennertz an der Technischen Hochschule OWL an. Die 43-jährige Düsseldorferin wurde zum 1. September auf das Lehrgebiet "Grundlagen der Gestaltung, Schwerpunkt plastisches und räumliches Gestalten" am Fachbereich Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur berufen. "Ich freue mich, mein Wissen an junge Kreative weitergeben zu können und erhoffe mir auch fächerübergreifend vielfältige Möglichkeiten des Austauschs im Hochschulleben", sagt Lossau.

Vera Lossau stammt gebürtig aus Haan, hat ihren Lebensmittelpunkt jedoch schon seit Längerem in Düsseldorf. Nach der Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf mit abschließendem Meisterschülerbrief (Prof. Magdalena Jetelová und Prof. Rita McBride) absolvierte sie ein Masterstudium am Chelsea College of Art & Design in London. Eine Reihe von Auszeichnungen und Stipendien sollten folgen, darunter der Frauenkulturpreis 2014 des Landschaftsverbands Rheinland, der erste Preis des Kunst-am-Bau-Wettbewerbs für den Neubau der Hochschule Hamm-Lippstadt, der Künstlerinnenförderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen, Stipendien des DAAD, des Künstlerdorfs Schöppingen oder von Schloss Ringenberg, um nur einige zu nennen. Mit Reisestipendien arbeitete sie zeitweise in Tel Aviv/Israel, Johannisburg/Südafrika und Phnom Penh/Kambodscha.

Vera Lossaus Werke sind in verschiedenen privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten. Ihre künstlerische Arbeit wurde in verschiedenen Kunstinstitutionen und Museen gezeigt, darunter das Haus der Kunst/München, Museum Schloss Moyland, Museum Morsbroich, die Stiftung Museum Kunstpalast/Düsseldorf, das Ludwig Forum für Internationale Kunst/Aachen, das Alfred Institute Tel Aviv (Israel), IMMA Irish Museum of Modern Art Dublin (Irland), das Total Museum Seoul (Südkorea), das MAKK Museum für Angewandte Kunst Köln u.v.m.

Doch auch in der Lehre hat die 43-Jährige Erfahrung. So war sie mit Lehraufträgen und Wissenschaftlicher Assistenz im Bereich Gestaltungslehre bzw. der Lehre der freien Kunst an der Peter Behrens School of Arts, Hochschule Düsseldorf und an der Hochschule der Bildenden Künste Essen tätig.

"Die Detmolder Schule hat nicht nur einen ausgezeichneten Ruf, sondern gerade auch der Raum, der den künstlerischen Gesichtspunkten insbesondere in der Grundlehre gegeben wird, überzeugte mich", sagt Lossau. In Zeiten rasanter neuer technischer Entwicklungen z.B. im Bereich CAD/3D-Druck verbinde die Detmolder Schule beides: sowohl die Vermittlung von praxisorientiertem gestalterischen Grundlagenwissen, auf dem aufgebaut werden kann, als auch scheine sie im Hinblick auf die neuen technikbasierten Möglichkeiten ein idealer Ort für Lehre und Forschung zu sein, so die Düsseldorferin. "Überzeugt hat mich aber auch die offene Architektur der Hochschule mit ihrem gemeinschaftsstiftenden Ateliercharakter."

Besonders wichtig sei ihr in der Lehre die Sensibilisierung für materialspezifische Ausdrucksqualitäten und die Befähigung zum bewussten Einsetzen und Reflektieren von formalästhetischen Aspekten in der Gestaltung, insbesondere mit Raumbezug. "Mir liegt es am Herzen, durch das prozessorientierte studentische Arbeiten im Atelier und die gemeinsame begleitende Reflektion die vielen Feinheiten der Wahrnehmung von gestaltetem Lebensraum zu schärfen", so die 43-Jährige. Indem künstlerisch-gestalterische Prozesse praktisch durchlaufen werden, könnten sich die Studierenden ein reflexiv verfügbares Wissen aneignen, das anschließend in vielfältigen Bereichen relevant werde. Lossaus Wunsch: "Insofern ist es Ziel meiner Lehre, zur Entwicklung einer eigenen künstlerisch-gestalterischen Haltung im Studium und darüber hinaus beizutragen."