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Detmold, 18. Mai 2015 11:16 Alter: 5 Jahr/e

Erasmus-Austausch und kooperative Promotion mit Antwerpen geplant

Der Fachbereich Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur an der Hochschule OWL bietet künftig ein Erasmus-Austausch-Programm mit der Universität Antwerpen in Belgien an. Dies soll noch 2015 in Kraft treten und Studierenden wie auch Lehrenden offen stehen. Die Universität Antwerpen ist mit circa 15.000 Studierenden die drittgrößte Universität in Flandern. An der dortigen Faculty of Design Sciences, zu der auch Architektur und Innenarchitektur gehören, sind derzeit etwa 1600 Studierende eingeschrieben.

Außerdem ist eine kooperative Promotion mit der Faculty of Design Sciences angedacht. Ein Vertrag dazu sei bereits in Arbeit, sagte Fachbereichsdekanin Prof. Dr. Uta Pottgiesser anlässlich eines Besuchs der beiden Antwerpener Forscherinnen Inge Somers und Marjan Michels zum Tag der offenen Tür in Detmold. Eingebunden werden sollen dabei von Detmolder Seite die drei Forschungsschwerpunkte UrbanLab, PerceptionLab und ConstructionLab und von Antwerpener Seite die Henry van de Velde-Forschungsgruppe. Die Belgier decken wie die Detmolder Schule alle Gestaltungsdisziplinen ab. Die wissenschaftliche Herangehensweise sei ähnlich, so Inge Somers. Und auch Prof. Pottgiesser ist sich sicher: "Die beiden Hochschulen passen sehr gut zusammen."

Hintergrund: Forschung und Lehre an der Universität Antwerpen

An der Faculty of Design Sciences (Universität Antwerpen) studieren derzeit rund 1600 Studierende in den vier Bachelor- und Masterstudiengänge Produktdesign, Innenarchitektur, Architektur, Konservierung und Restaurierung. Daneben gibt es die beiden Masterstudiengänge "Monuments and Landscape" und Stadtplanung. In der Studienrichtung Innenarchitektur sind momentan 270 Bachelor- und 70 Masterstudierende eingeschrieben. In so genannten "Design Studios" sind theoretische Grundlagenfächer in die Entwurfsprojekte integriert. Während am Fachbereich Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur die Lehre in viele Einzelmodule zerlegt ist, überwiegt in Belgien eine große Interaktion zwischen den Fachgebieten.

Während der Projektwoche Detmolder Räume (7. Mai) referierten Inge Somers und Marjan Michels von der Faculty of Design Sciences der Universität Antwerpen (Belgien) zum Thema "The Interior Discipline in Evolution: Research and Education" an der Hochschule OWL. Inge Somers gehört seit 2006 zum Team der Universität Antwerpen, wo sie Bachelor- und Masterstudierende unterrichtet. In ihrer Forschung beschäftigt sich die Innenarchitektin überwiegend mit der Identität der Disziplin, ihren Aufgabenfeldern und der zugrunde liegenden Philosophie.

Grundlegend im Antwerpener Studiensystem sei die Verknüpfung mit Forschungsansätzen: Am Anfang des Bachelors stehe das Motto "Research about design", in den höheren Semestern werde die Lehre von "Research for design" geleitet und im Master sei "Research through or by desgin" das Ziel. In der anschließenden Diskussion, geleitet von Prof. Dr. Uta Pottgiesser (Hochschule OWL), wurde vor allem die Entwicklung der beiden Disziplinen Architektur und Innenarchitektur beleuchtet. "Ich bin überzeugt, dass durch die Forschung über die Identität der Innenarchitektur, beide Disziplinen - die Innenarchitektur und die Architektur - eine komplementäre und wertvolle Koexistenz für die Gesellschaft als Ganzes entwickeln können", meint Inge Somers.