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Detmold, 01. Dezember 2015 09:29 Alter: 4 Jahr/e

facade2015 diskutiert Bedeutung digitaler Werkzeuge

Welche Bedeutung und welchen Einfluss haben digitale Werkzeuge auf die Gestaltung, die Fabrikation und die spätere Nutzung der Fassade? Diesen Fragen widmete sich jetzt die Fachkonferenz "facade2015" an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Sie stand in diesem Jahr unter dem Thema "Computational Optimisation" und fand am 27.11.2015 in Detmold statt.

Die Informationstechnologie hat Entwurfs- und Fertigungsprozesse in den vergangenen Jahrzehnten nachhaltig verändert. Unsere Anforderungen an die Planungs- und Bauprozesse sind seither ebenso so stark gestiegen wie die technischen Möglichkeiten. Neben einer nie dagewesenen geometrischen Freiheit liegt ein großes Potential in der funktionalen, energetischen und performativen Optimierung von Konstruktionen, Gebäuden und Dienstleistungen. Leitbegriffe wie Big Data, Industrie 4.0 und Internet der Dinge beschreiben heute schon die nächste Digitale Revolution. Wie wird sich vor diesem Hintergrund die Gebäudehülle, aber auch ihre Planung und Fertigung verändern? Wie kann die fortschreitende Vernetzung von Informationen zu einer Optimierung heutiger Konstruktionen beitragen? Diesen Fragestellungen gingen die Experten beim diesjährigen Fassadensymposium in Detmold nach.

Die Vorträge waren strukturiert nach den Hauptphasen der Gebäudeentwicklung: der Planung, der Herstellung und dem Betrieb. Für die gastgebende Hochschule führten Prof. Dr. Uta Pottgiesser, Prof. Marco Hemmerling und Projektleiter Jens Böke durch die Veranstaltung. Dementsprechend wurden für alle drei Bereiche Potenziale, Chancen, aber auch Risiken der fortschreitenden Digitalisierung in Hinblick auf die Gebäudehülle diskutiert. Das Problem: An wirklich komplexe Entwürfe trauten sich noch wenige Architekten heran, meint Dominik Zausinger (imagine computation, Frankfurt). Dabei gebe es digitale Lösungen für komplexe Designs. CAD werde häufig noch als bloßes Zeichenwerkzeug missverstanden, kritisierte Hans Sachs (Hochschule OWL) in seinem Vortrag "It's all prototypes". Die Bedeutung von individuellem Design und adaptiven Fabrikationsprozessen werde jedoch noch weiter zunehmen. Gleichzeitig sei eine engere Zusammenarbeit von allen Projektbeteiligten sowie eine bessere Kommunikation nötig, sagte Paul Rouwen Denz (Priedemann Fassadenberatung GmbH, Berlin). Er sprach zum Thema "Parametric design and engineering". Weitere Referenten waren Uli Horner und Jeroen Janssen (AKT II Envelopes, London), Anthony Chen (Gehry Technologies, Hongkong), Manuel Sotomayor (Schüco International KG, Bielefeld) für den erkrankten Patric Günther (ebenfalls Schüco), Susanne Gosztonyi (Universität Lund) und Christian Moellering (RWTH Aachen).

Seit 2005 findet die Konferenz zu aktuellen Themen der Fassadengestaltung, -planung und -konstruktion regelmäßig und im Kontext des internationalen Masterstudiengangs IFDC (http://i-fdc.de/) der Hochschule Ostwestfalen-Lippe statt. Seit 2009 wird die Konferenz im Rahmen des European Facade Network (http://facades.ning.com/) in englischer Sprache und im Wechsel mit der Hochschule Luzern ausgerichtet.

Den aktuellen Tagungsband können Sie hier beziehen: Jens Böke M.A., Projektleiter Forschung und Entwicklung, Forschungsschwerpunkt ConstructionLab, Hochschule OWL, jens.boeke(at)hs-owl.de