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Detmold, 24. Mai 2016 09:30 Alter: 4 Jahr/e

Integrationsprojekt "Die Heimatwerker": Wer baut, der bleibt

Im Landkreis Höxter gibt es immer mehr leerstehende Häuser. Gleichzeitig suchen die Kommunen händeringend Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge. Warum nicht beides zusammenbringen? Mitten im historischen Altstadtkern von Nieheim planen ab Herbst 2016 Flüchtlinge, Nieheimer und Studierende der Hochschule Ostwestfalen-Lippe gemeinsam die Sanierung eines leerstehenden Ackerbürgerhauses.

Beteiligt sind Studierende der Architektur, Innenarchitektur und Stadtplanung. Bereits 2017 wollen die Beteiligten ihre Planungen umsetzen, um das Gebäude ab 2018 für gemeinschaftliche Zwecke zu nutzen. Das könnten beispielsweise eine Fahrradwerkstatt, ein Schulungsraum oder eine Kochgelegenheit sein. Das Pilotprojekt hat eine Gesamtlaufzeit von zehn Jahren und könnte bei Erfolg als Pilotprojekt für ganz NRW dienen. Dies wurde möglich durch eine Erbengemeinschaft, die ihr Elternhaus für die Dauer des Projekts kostenlos zur Verfügung stellt. Dabei handelt es sich um ein für die Region typisches Ackerbürgerhaus, das zentral liegt und von dessen 700 Quadratmetern zunächst das Erdgeschoss mit 230 Quadratmetern saniert und genutzt wird.

Das Projekt verfolgt gleich mehrere Ziele auf einmal: die soziale Integration von Flüchtlingen durch die gemeinsame Arbeit mit den Einheimischen und den Studierenden, den Erwerb beruflicher Qualifikationen, den Erhalt eines historischen und stadtbildprägenden Gebäudes, das Erschaffen einer Begegnungsstätte für die Alteingesessenen und die neu Zugezogenen sowie in einer zweiten Phase den Ausbau von Wohnungen. Projektpartner sind dabei die Stadt Nieheim, die Hochschule OWL sowie die Landesinitiative StadtBauKultur NRW 2020. Die Stadt Nieheim wurde vom Landesbauministerium NRW für eine finanzielle Förderung im Rahmen des Sonderförderprogramms "Hilfen im Städtebau zur Integration von Flüchtlingen" ausgewählt.

Die Hochschule OWL mit ihrem Fachbereich Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur nimmt mit insgesamt neun Lehrgebieten an den Planungs- und Sanierungsarbeiten teil. Die Leitung hat Professor Oliver Hall inne. Die Kosten für die Sanierung des Erdgeschosses sowie für das erforderliche Personal (Bauleitung und Projektkoordination) betragen 426.000 Euro. Diese Kosten werden zu 70 % vom Landesbauministerium NRW getragen und zu 30 % von der Stadt Nieheim. Weitere Leistungen werden von der Landesinitiative StadtBauKultur NRW übernommen. Für die langfristige Nutzung des Gebäudes sollen weitere Fördergeber und Sponsoren gewonnen werden.

Das Interesse bei den Studierenden ist groß: An einer ersten Infoveranstaltung im April nahmen ca. 70 Studierende teil.

Termine:

  • Sa, 4. Juni 2016, 10 Uhr: Info-Treff, Realschule Nieheim
  • Mi. 06. Juli 2016: "Mehr [als] Wohnraum. Bauen als Beitrag zur Integration sozial Benachteiligter", Konferenz der Landesinitiative StadtBauKultur NRW in Oberhausen
  • 19.09. bis 23.09.2016, Finke Haus Detmold, Ausstellung der studentischen Arbeiten aus dem SoSe 2016
  • voraussichtlich Herbst 2016: Projektwoche mit Besuch des Landesbauministers Michael Groschek (angefragt)

Kontakt: Prof. Oliver Hall, Tel. 05231 - 769 6401, oliver.hall@hs-owl.de

Weitere Info: heimatwerker.nrw sowie in der Juni-Ausgabe des Hochschulmagazins "hochdruck"