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Detmold, 22. Februar 2015 12:02 Alter: 5 Jahr/e

Klangvoll

Ein Projekt der Glocke gewidmet. Auseinandersetzungen mit Geschichte und Gussverfahren. Zusätzlich entstand eine musikalische Neuinterpretation der Glocke.

Annika Pünt hat sich im Rahmen der Baustofftechnologie, angeregt durch Prof. Reinhold Tobey, dem Thema Glocken gewidmet. Ihr Ziel war es, Glocken im baulichen Kontext zu verstehen. Der Glockenguss dauert ca. sechs Wochen, er ist sehr aufwändig. Das Wichtigste dabei ist der Entwurf der Glocken-Rippe. Sie ist verantwortlich für die Tongenauigkeit, die Harmonie der Töne und den Nachhall. Zudem bestimmt sie die Form der Glocke. So hatte sie im 12. Jahrhundert noch eine Bienenkorb-Form, die immer weiter bis zu der modernen Glockenform, die wir heute kennen, angepasst wurde.

Das Material, aus dem Glocken gegossen werden, ist die sogenannte Glockenbronze. Sie besteht aus Kupfer und Zinn. Die Legierung hat sich über die Jahrhunderte durchgesetzt, sie sorgt für einen reinen, lang anhaltenden Klang und hat im Vergleich zu anderen Materialien eine längere Lebensdauer. Aus dem Signalgeber Glocke entstand über die Jahrhunderte ein Musikinstrument, das fast in Vergessenheit geraten ist.

Zusammen mit der Studentin Dagmar Fischer, die an der Folkwang Universität in Essen Komposition studiert, wurde dieses Problem angegangen. Es entstand ein Musikstück, das die Glocke zeigt. In dem Stück werden nicht nur die Bronzeglocken präsentiert, sondern auch alte Eisenglocken, z.B. in Verbindung mit einem Glockenspiel. Die Komposition zeigt, dass das Thema Glocken auch heute noch präsent ist.