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Detmold, 11. Februar 2014 09:51 Alter: 6 Jahr/e

Neues WPF zum Sommersemester: Zertifizierter Energieberater nach BAFA

Energieeffizienz wird in unserer Gesellschaft zu einem immer wichtigeren Thema. Aus diesem Grund besteht jetzt auch an der Detmolder Schule für Studierende die Möglichkeit, die Zusatzqualifikation eines "Vor-Ort-Energieberater nach BAFA" zu erwerben. Das Wahlpflichtfach "Grundlagen der Gebäude-Energieberatung" wird zum Sommersemester 2014 angeboten, die Fortsetzung "Gebäude-Energieberatung - Vertiefung" jeweils im Wintersemester. Den Abschluss bildet im Frühjahr ein 20-stündiges Blockseminar mit Abschlussprüfung.

Der Aufbau dieses Weiterbildungsangebots im Lehrgebiet "Bauphysik und technischer Ausbau" resultiert aus dem Umstand, dass die größten Energieeinsparpotenziale in Deutschland im Gebäudebestand liegen. Durch die Zusatzqualifikation können die Studierenden bereits während ihres Studiums fachspezifische Kenntnisse für Tätigkeiten im Arbeitsfeld des Energieberaters, wie z.B. die energetische Bewertung von Gebäuden und die Erstellung von Energiegutachten, erwerben.

"Dadurch verbessern sich die Chancen der Absolventen auf dem Arbeitsmarkt", sagt Prof. Dr.-Ing. Susanne Schwickert. Ein weiterer Vorteil: "Eingebunden in den Regelstundenplan erspart es später den Besuch teurer berufsbegleitender Programme."

Ein abschließendes Zertifikat berechtigt zum Eintrag in die Energieberater-Liste des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Da der Begriff des Energieberaters nicht gesetzlich geschützt sei, biete der Eintrag in die Energieberaterlisten von BAFA und dena (Deutsche Energie-Agentur) künftigen Kunden ein Qualitätssiegel für die Art und Weise der energetischen Beratung, so Schwickert. Ebenso bestehe die Möglichkeit, staatliche Förderungen für die Erstellung von Energiegutachten zu beantragen.

Viele der vorgegebenen Schulungsinhalte werden bereits im Rahmen der Module "Bauphysik und Technischer Ausbau 1 und 2" behandelt. Die Zusatzqualifikation kann durch zwei anrechenbare Wahlpflichtfächer im Bereich Bauphysik und technischer Ausbau erlangt werden. Den inhaltlichen Themenkreis bilden rechtliche Grundlagen, EnEV, DIN 18599, Bauaufnahme, energetische Bewertung von Gebäuden, Erstellung von Energieausweisen für Wohngebäude und Nichtwohngebäude, fachgerechte Sanierungs- und Modernisierungsmöglichkeiten, Wirtschaftlichkeit und Fördermöglichkeiten, fachspezifische Software, energieeffiziente Gebäudetechnologien und erneuerbare Energien.

Speziell werden anhand von Bestandsgebäuden energetische Zusammenhänge zwischen Bausubstanz und technischem Ausbau detailliert nachvollzogen. Diese werden nach den gesetzlichen Regelungen im Rahmen einer Energieberatung dokumentiert und im Hinblick auf die Potenziale von energetischen Verbesserungen bewertet. Hierbei soll für ein Bestandsgebäude eine eingehende Vor-Ort-Beratung, inklusive des Umgangs mit entsprechenden Messtechnologien, als auch ein detailliertes Energiegutachten und Energieausweis erstellt werden. Der Nachweis des Kenntnisstands ist im Rahmen einer abschließenden Prüfung zu erbringen und wird durch das Zertifikat "Gebäudeenergieberater nach BAFA" bestätigt. Erst gemeinsam mit dem Studienabschluss als "Bachelor of Arts" berechtigt das Zertifikat zur Beantragung eines persönlichen Eintrages in die Energieberater-Listen.

Das Angebot richtet sich an Architektur- und Innenarchitekturstudierende im Master- und Bachelorstudium, die Bauphysik und Technischer Ausbau 1 bereits bestanden haben. Interessierte Studenten können sich bei Fragen an Prof. Dr-Ing. Susanne Schwickert oder Dipl.-Ing. Katharina Fink wenden. Info: katharina.fink(at)hs-owl.de