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Detmold, 10. September 2019 10:47 Alter: 71 Tage

Rundgänge zu Erinnerungsorten

Die Möglichkeit, Erlebtes und Geschehnisse in deren Umgebung zu erkennen, ist ein Phänomen, das uns täglich begleitet, sofern wir es verstehen, Spuren der Zeit, die Patina eines Gebäudes oder Rückstände im Stadtraum lesen zu können. Die Installationen des Lehrgebietes "Kontextuelles Entwerfen" im Stadtraum Detmold  zeigen Geschichten, Erzählungen und Eindrücke, die versteckte Spuren und unentdeckte Fragmente der Vergangenheit ans Licht holen und sie zur Diskussion stellen. Anlässlich des Tags des offenen Denkmals fanden vom 6.-8. September Führungen zu den einzelnen Installationen statt.

Zu sehen waren folgende Projekte:
Gesichter der Neustadt | Manuel Klei und Julian Niehans: Durch diese Installation wird eine Gallerie aus Bildern von Menschen entlang der Allee entstehen, die die alten Bewohner der Gebäude der Neustadt mit der heutigen Zeit in Verbindung setzt. Ihre Geschichten werden z.T. erzählt, ihre Gesichter zeigen weitere Erinnerungen - und der Betrachter kann mit seinem eigenen Bild die lebendige Ausstellung ergänzen.
Detmolder Stadtmauer | Nele Rodenberg, Ecem Bezdür und Laura Kreische: In Detmold besteht noch ein großer Teil der ursprünglichen Stadtmauer. Doch die Pracht dieser versteckt sich in Gassen oder ist Bestandteil von Häusern und nicht sofort zu erkennen. In der Adolfstraße z.B. gibt es noch einige Kleinbürgerhäuser, die unter Denkmalschutz stehen. Sie wurden aus Mangel an Baugrund im 17. Jahrhundert auf der Stadtmauer errichtet und integrieren diese als Erdgeschosswand. Ziel der Installation ist es, die Stadtmauer Detmolds am Tag des offenen Denkmals in Szene zu setzen.
Denk mal, Baum! | Niklas Discher, Benedikt Dülme und Marco Machon: Bäume erinnern, wie sie sich selbst entwickelten und auch ihre Umgebung in den letzten Jahrzehnten gewachsen ist. Auch wenn diese alten Bäume nicht immer direkt im alltäglichen Leben auffallen, tragen sie doch ein Stück Stadtgeschichte in sich. Oftmals laufen wir an ihnen vorbei, ohne uns bewusst zu machen, was sich vor Jahren an diesen Orten abspielte. War es ein Ort des Handels, der Zusammenkunft oder der Kunst? Aus diesem Grunde wird die Geschichte der Bäume am Tag des offenen Denkmals so vielen Menschen wie möglich nähergebracht.
Marktgeflüster | Paulina Richter, Rebekka Popp und Sophia Schäfers: Ein Ort definiert sich nicht nur über die Gebäude und die Historie, sondern auch über die Menschen, die ihn beleben. So wurde bei dieser Arbeit der Fokus auf genau diese Menschen gesetzt und deren persönliche Geschichten und Erlebnisse eingefangen. Gelauscht wird über Kopfhörer. Die Aufnahmen sind hinter einem QR-Code versteckt, der auf dem Marktplatz in Detmold zu finden ist (auch für Nicht-Smartphone-Nutzer geeignet).
Persönliche Geschichte, persönliche Erinnerungen | Franka Werdin und Sophia Klaus: Der Palaisgarten ist ein englischer, ehemals barocker Park nahe des Detmolder Zentrums. Diese schon seit mehreren Jahrhunderten etablierte Parkanlage umfasst 7,5 Hektar und wird durch verschiedenste Pflanzenarten sowie Brunnenanlagen und Wasserfällen ausgeschmückt. Bis heute ist der Park zugleich generationsübergreifender Treffpunkt als auch Ort der Ruhe für Anwohner und Besucher Detmolds. Die dort erlebten Geschichten werden zum Anlass des Tages des offenen Denkmals gesammelt und konserviert. Die Parkanlage wird so zu einem kollektiven Ort der Erinnerung - zu einem Erinnerungsort.
Neustadt Detmold | Fabian Lau und Lucas Gausemeier: Die Neustadt in Detmold war die erste baulich Maßnahme der Stadt, die außerhalb der Stadtmauer angegangen wurde. Daher wird durch die Ausstellung ein kleiner Blick auf die Vergangenheit dieser Gebäudereihe und darauf, was dort entstanden ist und wie sich die Gebäude entwickelt haben, geworfen.