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Detmold, 16. September 2019 09:28 Alter: 89 Tage

Sandra Bruns berufen: "Den Raum mit allen Sinnen erleben"

Prof. Sandra Bruns übernimmt das Lehrgebiet "Wohnen" von Eva Filter. Foto: Th OWL

Zum Wintersemester 2019/20 ist die Innenarchitektin Dipl.-Ing. (FH) Sandra Bruns auf das Lehrgebiet "Entwerfen von Räumen und Einrichtungen mit dem Schwerpunkt Wohnen" berufen worden. Die Berlinerin tritt damit an der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur (Technische Hochschule OWL) die Nachfolge von Prof. Eva Filter an.

Die gebürtige Westfälin schloss 2001 in Detmold ihr Studium der Innenarchitektur ab. Bereits zwei Jahre später gründete die Diplom-Ingenieurin mit drei Studienkollegen und -kolleginnen in Berlin ihr eigenes Büro, welches 2010 in "Atelier Raumfragen" umbenannt wurde. Der Schwerpunkt ihrer Projekte liegt in den Bereichen Wohnen für private Bauherren, Hotels und in der Gestaltung von modernen Bürowelten.

Auch als Lehrende hat die 45-Jährige Erfahrung. Von 2002 bis 2003 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Industrial Design der Universität Hannover tätig. In dieser Funktion erstellte sie u.a. ein Raumkonzept für die Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover und betreute Studierende bei ihren Semesterarbeiten. An der Detmolder Schule hatte sie von 2007 bis 2009 einen Lehrauftrag im Fach "Grundlagen des Entwerfens" inne.

"Für mich ist Wohnen eine Szenographie der alltäglichen Abläufe. Mit allen Sinnen erleben wir einen Raum. Atmosphärisch aufgeladene Räume zu entwickeln, die den Menschen empfangen und ihn zu sich selbst finden lassen, ist ein verantwortungsvolles Ziel der Innenarchitektur." Ihr sei es wichtig, den Studierenden die Kompetenzen zu vermitteln, um ganz bewusst Raum-, Lebens- und Arbeitsatmosphären zu entwickeln, die den Bedürfnissen und Wünschen der Nutzer und Nutzerinnen entsprechen. Auch erachte sie es als wichtig, gesellschaftliche Entwicklungen kritisch zu hinterfragen und im Laufe des Studiums eine eigene Haltung dazu zu entwickeln. Besonders spannend für sie: Forschung über die Zusammenhänge von Innenarchitektur und Gesundheit. Ein weiterer relevanter Aspekt sei die Digitalisierung. Wo kann man diese sinnvoll für den Menschen im Bereich Wohnen einsetzen und wo sollten wir auch aufpassen, damit wir uns nicht zu sehr von den Dingen und Abläufen vereinnahmen lassen, fragt sie.

"Gesellschaftliche Themen in Bezug auf Wohnen sind mir ein großes Anliegen", so Bruns. Folgende Themen möchte sie dabei miteinbeziehen:

  • Entwicklung von Räumen und Raumbeziehungen im Kontext von Umweltschutz und Nachhaltigkeit 
  • Wohnraumknappheit in Ballungsräumen
  • Lebensräume mit hoher Qualität für verschiedene Bereiche, wie Altenwohnen, privates Wohnen, Integratives Wohnen, Unterkünfte für Geflüchtete u. ä. zu entwickeln.
  • Einrichtungen, die sich flexibel an verändernde Lebenssituationen anpassen können
  • Raumatmosphären mit spannungsvollen Zwischenbeziehungen, um auf heterogene Wünsche und Wirkungsweisen einzugehen
  • Erlernen eines sicheren, bewussten Einsatzes der inszenatorischen Komponenten zur Raumbildung, von Farben, Licht, Material und Form bis hin zu Klang, Geruch und Zeit.

"Ich habe meine Studienzeit in Detmold als eine intensive, persönlichkeitsbildende Zeit empfunden, da es nicht so viel Ablenkung wie in größeren Städten gab", so Bruns. "Mit ihren zukunftsrelevanten Themen hat sich die Detmolder Schule toll entwickelt. Forschung und internationaler Austausch sind im Studium als erweitertes Angebot fest platziert. Für Innenarchitektur ist die Detmolder Schule eine der größten Ausbildungsstätten in Europa und wieder ein aktiver Part an dieser Schule zu sein, freut mich sehr."