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Detmold, 13. Oktober 2013 10:46 Alter: 6 Jahr/e

Strategien und Konzepte menschbezogener Gestaltung

Human Centered Design - diesem Thema widmete sich das Symposium der Detmolder Räume 2013. Es diskutierten die Referenten Prof. Stefan Scheer (Kreativdirektor, Düsseldorf), Prof. Bernd Kniess (Stadtplaner, Hamburg) und Monika Lepel (Innenarchitektin, Köln). Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Martin Ludwig Hofmann.

In seinem Vortrag "Innovation Stuntmen" zeigte Prof. Scheer (Bild 1) erfolgreiche "Architekten sozialer Systeme" auf. Zum Beispiel Arthur Potts Dawson mit seinem Unternehmen "The People´s Supermarket". Dabei gehe es nicht um Gewinnmaximierung, sondern um die Gemeinschaft. Ebenfalls spannend: der schwedische Architekt Anders Wilhelmson, der mit seinem Pee Poo-Tüten den Mangel an sanitären Einrichtungen in der dritten Welt in den Griff bekommen möchte. Als drittes Beispiel nannte er Seth Cooper, der mit Biochemikern der Universität Washington ein Videospiel erfunden hat, bei dem es um seriöse Forschung gehe. Die Spieler von "Fold.it" können dabei helfen, Krankheiten wie Aids oder Alzheimer zu heilen. Scheer: "Die kamen mir alle wie Künstler vor." Nur, dass sie statt mit einer Staffelei mit sozialen Systemen gearbeitet hätten. www.innovationstuntmen.com

Prof. Bernd Kniess (Bild 2) erläuterte sein auf fünf Jahre angelegtes Projekt "Die Universität der Nachbarschaften" in Hamburg. Mit der Universität der Nachbarschaften entstand ein Arbeits- und Veranstaltungsort, der ebenso Raum des Lernens und Forschens sein soll, wie auch ein Ort der Begegnung unterschiedlicher Kulturen und Erfahrungen. Dabei handelt es sich um die Nachnutzung des leerstehenden ehemaligen Gesundheitsamtes im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg. Im Zentrum dieses Projekts stehe dabei der Nachhaltigkeitsbegriff. Nachhaltigkeit entstehe jedoch nicht nur mit und aus Dingen, sondern vor allem aus Beziehungen, aus Nachbarschaft, so die Projektbeschreibung. Die Universität der Nachbarschaften entstand in Kooperation der HafenCity Universität Hamburg (HCU), der Internationalen Bauausstellung Hamburg (IBA) und der Kampnagel Internationale Kulturfabrik. udn.hcu-hamburg.de/de/

"Beziehungen bauen heißt durchdringen", sagt Monika Lepel (Bild 3), durchdringen zum gebauten Raum und durchdringen im Prozess. Die preisgekrönte Innenarchitektin zeigte drei Bespiele aus ihrer Arbeit. Unter dem Titel Body Centered Design stellte sie eine orthopädische Privatklinik in Köln vor. Unter dem Motto Interaction Centered Design zeigte sie eine von ihrem Büro neu gestaltete Düsseldorfer Kirche, und unter dem Leitmotiv Community Centered Design stand der mit dem Red Dot Design Award 2013 gekrönte Entwurf eines Büros für Google. www.lepel-lepel.de

Das interdisziplinäre Symposium war Auftakt für die diesjährigen "Detmolder Räume", die bis zum 11. Oktober stattfanden. Insgesamt nahmen über 220 Studierende an 12 Intensiv-Workshops teil, deren Ergebnisse am Freitagnachmittag im Casino gezeigt wurden. Weitere Highlights der Veranstaltungswoche waren: ein Gestaltungsabend der Studierenden unter dem Titel Campus Re-Animation, ein Karriereabend mit Tipps von Absolventen und Absolventinnen zum Berufseinstieg, ein Vortrag zum Thema "Feng Shui in der Entwurfspraxis" sowie das Filmfest mit Architekturclips von Studierenden. Seit 2009 treffen sich in diesem Rahmen jährlich Architekten, Innenarchitekten, Designer, Wissenschaftler und Künstler an der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur zur Diskussion, zur Inspiration und zum gemeinsamen Arbeiten und Entwerfen.