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Detmold, 18. Juli 2019 13:52 Alter: 34 Tage

Entwürfe für einen zeitgemäßen Ort der Erinnerung

Die Arbeit von Eva Düll (2. v. re.) wird von Prof. Wagner (re.) Landtagspräsident André Kuper (4.v.re.) vorgestellt.
Der Architektur-Student Seraj Badrah (2. v. re.) erläutert Landtagspräsident André Kuper (3. v. re.) seinen Entwurf. Fotos (2): Hall
Der Studierende Mario Bergen (re.) erläutert Landtagspräsident André Kuper (6.v.re.) sein Projekt. Foto: Wagner

Insgesamt 25 studentische Entwürfe zur Neugestaltung von Gedenkstätte und Besucherzentrum des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers STALAG 326 (VI K) Senne bei Stutenbrock und seiner Nachfolgeinstitutionen sind jetzt in einer Ausstellung zu sehen. Diese findet noch bis zum 15. September 2019 im Entlausungsgebäude des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers statt. Zum Besuch der Ausstellung ist eine Anmeldung erforderlich. Landtagspräsident André Kuper lobte gestern (17.7.2019) zur Eröffnung die Entwürfe der Studierenden, von denen sicher einige weiterverfolgt würden. Zudem verdeutliche die Ausstellungsinstallation das Potential des Entlausungsgebäudes als Teil der Gedenkstätte. Kuper sitzt dem Lenkungskreis vor, der den Ausbau zur Gedenkstätte vorantreibt.

Das Stammlager VI K (326) (kurz: Stalag 326 VI K) war von 1941 bis 1945 ein deutsches Kriegsgefangenenlager in der Senne bei Stukenbrock. Ein zeitgemäßer Ort der Erinnerung soll die Geschichte des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers und seiner Nachfolgeinstitutionen (Internierungslager, Sozialwerk) für künftige Generationen erfahrbar machen. Mit dieser Aufgabe hatten sich bereits im Wintersemester 2018/19 Architektur-Studierende im Studiengang Master of Integrated Architectural Design an der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur (Technische Hochschule OWL) im Rahmen einer städtebaulich-landschaftsplanerischen Untersuchung auseinandergesetzt. Das UrbanLab, der städtebauliche Forschungsschwerpunkt der TH OWL, hatte auf die hierbei gewonnenen Erkenntnisse aufbauend eine Studie erarbeitet, die dem Lenkungskreis Empfehlungen hinsichtlich einer möglichen Realisierung gibt.

An diesen Empfehlungen wiederum orientiert sich jetzt ein weiteres Entwurfsprojekt der Hochschule, das im Sommersemester 2019 stattgefunden hat. 22 Master-Studierende entwickelten unter der Leitung von Prof. Jasper Jochimsen und Prof. Tillmann Wagner konkrete architektonische und landschaftsarchitektonische Lösungsvorschläge. Hinzu kamen drei Bachelor-Abschlussarbeiten. Vor dem eigentlichen architektonischen Entwurf stand eine Recherche- und Programmentwicklungsphase, die durch eine Vorlesungsreihe zur Architektur von Gedenk- und Erinnerungsorten und eine Exkursion zum KZ Sachsenhausen und zu Gedenkstätten in Berlin komplementiert wurde.

"Zudem haben wir einen außerordentlich hilfreichen und produktiven Dialog mit Oliver Nickel (Historiker und Geschäftsführer) und Jens Hecker (Wissenschaftlicher Mitarbeiter) von der Gedenkstätte geführt, der seinen Niederschlag in den Arbeiten der Studierenden gefunden hat", so Prof. Jasper Jochimsen (TH OWL). Die 22 Entwürfe liefern ein weites Spektrum an Anregungen, so Jochimsen. Ziel sei es, die Diskussion voranzutreiben, die irgendwann in einen Wettbewerb für Architekten und Landschaftsarchitekten münden könnte.

Anmeldung: Zum Besuch der Ausstellung ist eine Anmeldung per E-Mail erforderlich unter m.wibe(at)stalag326.de

Adresse: Gedenkstätte Stalag 326 (VI K), Lippstädter Weg 26, 33758 Schloss Holte-Stukenbrock