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Detmold, 29. Januar 2019 09:44 Alter: 83 Tage

Feierliche Eröffnung des "Grünen Salons"

Die gesamte Rauminstallation wurde ohne Leim und ohne Metallverbindung kraftschlüssig erstellt. Foto: Lux

Ökologische Themengebiete stehen beim "Grünen Salon" an erster Stelle. Am Donnerstag, den 7. Februar 2019 um 19 Uhr wird die neue ökologische Materialbibliothek (R. 4.116) der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur feierlich eröffnet.

Am Lehrgebiet "Baustoffe und Baukonstruktion" wurde im April 2018 der so genannte "Grüne Salon" realisiert. Nach einer einjährigen Entwurfs-, Planungs-, und Realisierungsphase ist ein gänzlich neuer Raum entstanden, der mehrere neue Funktionen des Lehr- und Forschungsbetriebes aufnimmt. Als Erstes stellt er eine neue ökologische Materialbibliothek dar. Hier werden die Wege vom Rohstoff über die technologischen Verarbeitungsebenen bis zum Bauprodukt dokumentiert und illustriert.

Zusätzlich sind im "Grünen Salon" fünf neue Arbeitsplätze entstanden. Hier wird zum einen die Lehr- und Forschungsarbeit bewerkstelligt. Es wird hier aber auch sehr praxisnah gearbeitet. So wird beispielsweise die Werkplanung einer Lagunen-Schule in Saint Louis im Senegal an den neuen studentischen Arbeitsplätzen erstellt. Das Team von Professor Manfred Lux und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut die Planung, die von Studierenden erstellt wird und als praxisnahe Lehre zu verstehen ist.

Letztendlich ist der "Grüne Salon" ein eleganter Treffpunkt für alle, die sich für sinnvolle, zukunftsorientierte Architektur interessieren. Er soll ein Ort des Nachdenkens, des Diskutierens und des Austausches sein, so Lux. Durch die Anordnung der Möbel an den Außenwänden sind über 22 laufende Meter raumhohe Ausstellungs- und Arbeitsfläche entstanden. Diese Ausstellungsfläche wurde vertikal und horizontal gekrümmt und gekurvt ausgebildet. Es ist ein räumliches Ausstellungssystem entstanden, welches einem Gewölbe oder einem Schiffskörper ähnelt. Durch die Konzentration der Exponate an den Außenwänden wirkt der Raum groß und erhaben, fast saalartig. Er öffnet sich zum einen über die Exponate und die Literatur in die Weite und wirkt parallel introvertiert und konzentriert, so Lux. Im Inneren ist Platz für Loungemöbel, die zum Verweilen einladen. Auf einem Großbildschirm können Filme und Projektpräsentationen vorgeführt werden.

Der "Grüne Salon" selbst ist eine reale Anschauungs- und Ausstellungsarchitektur im 1:1-Modell zum Thema Digitalisierung und Ökologie. Das Raummöbel wurde aus einfacher unbehandelter Fichte erstellt. Die gefrästen Stäbe wurden zu flächigen Elementen zusammengesetzt. Diese Elemente wurden im Anschluss horizontal und vertikal positioniert und mittels Zapfen und konischen Löchern zusammengeklickt. Die gesamte Rauminstallation wurde ohne Leim und ohne Metallverbindung kraftschlüssig erstellt. Die giftfreie Konstruktion ist behaglich und angenehm. Sie lässt sich jederzeit einfach und schnell demontieren - was jedoch nicht vorgesehen ist. Durch diese Technologie ist es möglich, Tragwerke und Räume vertikal als auch horizontal gerichtet oder gekrümmt herzustellen. Aufgrund der enormen Gewichte von Büchern oder mineralischen Baustoffen ist die Ausstellungsarchitektur rippenartig extrem robust und tragfähig. Obwohl die Installation sehr ausgewogen und leicht wirkt, könnte sie ohne große Probleme eine Geschossdecke tragen.

Dies ist auch das Ziel der nächsten Projekte im "Grünen Salon". Gegenwärtig wird hier ein Forschungsprojekt zu einem bezahlbaren vollökologischen Haus vorbereitet. "Der "Grüne Salon" ist ein Vorläufer einer zeitgemäßen und ökologischen Architekturausbildung in Detmold", sagt Prof. Manfred Lux. Dies habe auch mit den Wurzeln der Detmolder Schule zu tun, die 1893 als Tischler-Fachschule gegründet wurde.