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QualifyING – Absolventinnen und Absolventen des Projekts feiern erfolgreichen Abschluss

Die Teilnehmenden des Projekts QualifyING haben am Samstag, 7. Mai 2022, den erfolgreichen Abschluss des Programms gefeiert. Das Projekt ermöglicht Ingenieurinnen und Ingenieuren mit Fluchthintergrund eine Karriere in Deutschland.

Eman Alhusari ist 2015 aus Syrien nach Deutschland gekommen und hatte das Ziel, hier mit ihrem Abschluss als Bauingenieurin Fuß zu fassen. „Das war sehr schwierig mit meinen Kindern allein in einem fremden Land“, erzählt die Bauingenieurin. Dabei blickte Eman Alhusari bereits auf viele Jahre Berufserfahrung zurück. „Ich habe 25 Jahre in meiner Heimatstadt in der Gemeinde Salamiyah gearbeitet. Dort war ich in verschiedenen Abteilungen für Aufsicht, Genehmigungen, Angebotserstellung und Vermessung zuständig.“ Nun hat Eman Alhusari als eine von zehn Teilnehmenden das Programm QualifyING mit all seinen Bestandteilen erfolgreich abgeschlossen und freut sich auf das Berufsleben in Deutschland.

„Ich freue mich, dass die Teilnehmenden das Programm so gut bewältigt haben und wünsche ihnen alles Gute“, betont Professor Dr. Carsten Schlötzer. Als Prüfungsausschussvorsitzender im Fachbereich Bauingenieurwesen hat er den Absolventinnen und Absolventen die Zertifikate ausgehändigt.

Akademikerinnen und Akademiker haben nach der Flucht trotz Fachkräftemangels Schwierigkeiten, in Deutschland einen Job zu finden, weil mögliche Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber die Studienabschlüsse aus dem Ausland nicht bewerten können. Mit dem Projekt QualifyING verbessern die TH OWL und die FH Bielefeld die Berufschancen für Ingenieurinnen und Ingenieure mit Fluchthintergrund.

QualifyING ist im International Office der TH OWL angesiedelt. Projektkoordinatorin Ananya Nagendran ist sich sicher, dass auch die Unternehmen davon profitieren. „Ein besonderer Vorteil des Projektes ist, dass in einem relativ kurzen Zeitraum Teilnehmende theoretisch wie praktisch für den deutschen Arbeitsmarkt vorbereitet werden. Ich freue mich sehr, dass QualifyING dazu beigetragen hat, dass diese hochqualifizierten Menschen ihren Karriereweg in Deutschland einschlagen können und möchte mich nochmal ausdrücklich bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern des Projektes bedanken“, betont sie.

Neben der Vermittlung fachsprachlicher Kenntnisse war der Praxisbezug ein wichtiges Augenmerk des Projektes. Professor Schlötzer: „Im Rahmen des Programms haben die Teilnehmenden für insgesamt zwölf Wochen in einem Kooperationsunternehmen gearbeitet. Davon profitieren sowohl die Teilnehmenden wie auch die Unternehmen.“ Die Teilnehmenden besuchten in der ersten Phase Workshops zur Fachsprache und Berufsvorbereitung und belegten in der Vorlesungszeit Kurse ihres Studienfachs. „Das war sehr hilfreich, denn beispielsweise das Baurecht und die Bauregeln unterscheiden sich in Syrien und Deutschland zum Teil stark“, erklärt Eman Alhusari. In einer anschließenden Praxisphase konnten die Teilnehmenden die kooperierenden Unternehmen kennenlernen und in den letzten Monaten des Programms vertieften sie ihr fachliches Wissen in Seminaren. Zum erfolgreichen Abschluss des Programms mussten sie eine Abschlussarbeit vorlegen.

Das Projekt QualifyING ist im März 2021 mit insgesamt 23 Teilnehmenden gestartet. 13 Personen, die an dem Programm teilgenommen haben, fanden mittlerweile eine feste Arbeitsstelle in ihrem Bereich, einige von ihnen schon vor Abschluss des Programms. Alle Teilnehmenden, die das Programm nicht vollständig abschlossen, haben eine Leistungsübersicht als Teilnahmebescheinigung erhalten.

Auch Eman Alhusari freut sich, dass sie nach Abschluss des Projektes einen Job gefunden hat und jetzt bestens vorbereitet ihre Erfahrung und ihr Wissen einbringen kann: „Endlich habe ich eine Zusage für eine Stelle erhalten und werde bald mit der Arbeit beginnen, was mich sehr freut. Ich danke dem gesamten Team!“

Das Projekt läuft noch bis zum Ende des Jahres. Eine Finanzierung darüber hinaus ist noch nicht gesichert, wird aber von den Projektpartnern angestrebt. Gefördert wurde das Projekt vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und vom Deutschen Akademischen Austauschdienst.