Kurzbeschreibung:
MEWS ist ein europäisches Kooperationsprojekt, in dem untersucht wird, wie sich eine durch den Klimawandel zunehmende Häufigkeit von Hochwasser- und Dürreereignissen auf unsere Trinkwasserversorgung auswirkt. Ein großer Teil des Trinkwassers in Europa wird in Oberflächengewässern und Stauseen gesammelt und gespeichert. Hochwasserereignisse führen häufig dazu, dass überschüssige Nährstoffe und andere Schadstoffe in Stauseen eingetragen werden, während Dürreperioden den Wasserstand senken und Nährstoffe aufkonzentrieren. Beide Situationen können die Wasserqualität verschlechtern und den Aufwand für die Trinkwasseraufbereitung erhöhen. Im Rahmen des MEWS-Projekts entwickeln und nutzen wir Computersimulationsmodelle (pyGETM, GOTM, SELMA, DOMCAST), um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Trinkwasserversorgung besser zu verstehen, vorherzusagen und zu bewältigen.
Im Projekt MEWS arbeitet ein internationales Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Modellentwicklerinnen und Modellentwicklern aus Schweden, Israel, Dänemark und Frankreich mit Trinkwasserversorgern und managern zusammen. Das Team entwickelt das Modell auf Grundlage von drei Wasserversorgungssystemen als Fallbeispiele: der Ohratalsperre (Deutschland), dem Mälarsee (Schweden) und dem Kinneretsee (Israel). Das Team der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) untersucht dabei die Ohratalsperre im Thüringer Wald, die rund 700.000 Menschen mit Trinkwasser versorgt. Die Betreiber der Ohratalsperre befürchten, dass häufigere Hochwasser- und Dürreereignisse in Zukunft zu verstärktem Algenwachstum und sinkenden Sauerstoffkonzentrationen im Stausee führen könnten. Dies würde eine aufwändigere Wasseraufbereitung sowie weitere Anpassungsmaßnahmen erforderlich machen, um die heutige hohe Qualität des bereitgestellten Trinkwassers auch künftig sicherzustellen. Das Team der TH OWL führt Modellsimulationen durch, um zukünftige Veränderungen im Algenwachstum unter verschiedenen Klimawandelszenarien abzuschätzen und damit Wasserwirtschaftsakteure bei Infrastrukturentscheidungen zu unterstützen.
Projektwebseite: MEWS
Laufzeit: 2024 – 2027
EU-Programm:
WaterJPI Water4All
Förderung:
Deutscher Teil gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)
Projektpartner (intern):
- Bolding and Bruggemann
- Uppsala Universitet
- Sveriges Lantbruksuniversitet
- Israel Oceanolographic and Limnological Research
- Universite Laval
- French National Centre for Scientific Research
- Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe
Externe Partner:




