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_id: '878'
abstract:
- lang: ger
  text: 'In dieser Arbeit wird die Frage behandelt, ob eine digitale Kopie eines Filmstreifen
    in der Lage wäre, diesen langfristig zu ersetzen. Filmstreifen unterliegen chemischen
    Prozessen, welche diesen nach und nach zersetzen. Selbst die Lagerung unterhalb
    des Gefrierpunktes kann dies nicht verhindern. Als Mittel diese Kopien zu retten
    wird neben dem Umkopieren auch zur Digitalisierung des Films gegriffen. Im ersten
    Abschnitt dieser Arbeit wird auf diese Zersetzung, die Möglichkeiten die Schäden
    durch analoge und digitale Restauration zu korrigieren und den Digitalisierungsvorgang
    eingegangen. Zum Ende dieses Abschnitts wird aufgezeigt, dass die Digitalisierung
    bislang sehr strukturlos erfolgt. Es fehlt an Mitteln für eine ausreichende flächendeckende
    Umsetzung mit einhergehender Restauration. Der zweite Abschnitt widmet sich den
    Ursachen und Gründen. So ist der zuvor erwähnte chemische Zersetzungsprozess ein
    wesentlicher Grund für die Digitalisierung. Chemische Restauration gelangt bei
    stärker beschädigten Filmen zudem schnell an ihre Grenzen, sodass die Anwendung
    digitaler Werkzeuge oftmals die einzige Rettung für beschädigte Kopien ist. Ferner
    wird darauf eingegangen, dass das wiederholte analoge Umkopieren auf Filmstreifen
    zu einem qualitativen Verlust in den Kopiengenerationen führt. Politische Veränderungen,
    wie die Digitalisierung der Kinobranche führen zudem zu einer reihenweisen Schließung
    von analogen Kopierwerken. Mittelfristig wird sowohl das Material zum Kopieren,
    als auch das Know-How dazu verloren gehen. Dies zeigt auch das inzwischen ausgeprägte
    Verlangen von digitalen Fassungen bei Anfragen an die Archive. Der digitale Wandel
    erfordert digitale Inhalte. Nur durch Digitalisierung können langfristig die Filme
    noch zugänglich gemacht werden. Die Notwendigkeit sich als Archiv mit der Haltung
    digitaler Filme auseinanderzusetzen, wird auch durch die Einlagerungspflicht geförderter
    Filme in anerkannten Archiven unterstrichen. Diese werden dank digitalem Workflow
    inzwischen fast ausschließlich nur noch digital eingereicht. Im letzten Abschnitt
    werden die Folgen aus der Digitalisierung und die Anforderungen an sogenannte
    digitale Master behandelt. Mit dem Fokus auf digitale Inhalte verliert sich zunehmend
    die Unterstützung von Filmstreifen, was zu einem Verlust eines künstlerischen
    Mediums führt. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch auch der Gewinn neuer Möglichkeiten
    wie grundsätzlich der Schaffung von Zugang zu Inhalten durch digitale Systeme
    sowie der vereinfachten Nutzung und Distribution. Darüber hinaus kann die hohe
    Bildqualität, welche aus digitalisierten Filmstreifen gewonnen werden kann, einen
    Mangel an hochauflösenden Inhalten in 4K und höher ausgleichen. Zudem unterliegen
    immaterielle Inhalte keiner Abnutzung. Ethisch betrachtet birgt die Digitalisierung
    viel Raum für Verfälschung. Mit dem Ziel Filme authentisch bewahren zu wollen,
    können während der Verarbeitung unbewusst wie auch bewusst Veränderungen vorgenommen
    werden, welche die Authentizität des Inhalts verletzt. Dies kann durch zu gut
    gemeinte digitale Restauration geschehen, als auch durch bewusste Veränderung
    von Inhalten um zum Beispiel einer damaligen Intention des Filmemachers mit modernen
    Mitteln unterstützend nachzukommen. Zudem stellt sich die Frage, ob eine Kopie
    nach ihrer Digitalisierung aufbewahrt werden soll oder nicht. Das Vernichten von
    Originalen würde die Chance rauben diese gegebenenfalls durch spätere, bessere
    technische Möglichkeiten erneut digitalisieren zu können. Letztlich wird in diesem
    Abschnitt noch auf die Anforderungen, welche denn eine digitale Kopie erfüllen
    müsste, eingegangen. So werden Auflösung, Farbtiefe, Tonqualität und ähnliches
    anhand bestehender Filmformate, der technischen Entwicklung der letzten Jahre
    und der menschlichen Wahrnehmung untersucht. Um eine langfristig sichere Speicherung
    zu gewährleisten ist die Sicherung in offenen Format ein nächster Punkt unter
    den Anforderungen. Hier wird jedoch deutlich, dass es unter den Archiven selbst
    bisher keinen Konsens über einheitliche Formate gibt. Noch schwieriger ist die
    Frage nach der richtigen Speicherstrategie. Ein Digitalisat erreicht schnell Speichermengen
    von mehreren Terabyte. Festplatten und Datenbänder sind dabei ein guter Ansatz,
    bieten jedoch keine vergleichsweise so langlebige Haltbarkeit wie Filmstreifen.
    Zudem wird Migration ein ständiger Begleiter digitaler Archive bleiben. Im Ergebnis
    muss festgehalten werden, dass Digitalisierung qualitativ durchaus ein Ersatz
    darstellt. Im Sinne einer langfristigen Archivierung ist diese jedoch fragwürdig.
    Die Digitalisierung sollte daher mehr als die Schaffung eines Zugangs zu Archivhinhalten
    gesehen werden. '
author:
- first_name: Jürgen
  full_name: Backhaus, Jürgen
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  last_name: Backhaus
citation:
  ama: 'Backhaus J. <i>Kann Die Digitalisierung “alter Filme” Ein Ersatz Für Das Analoge
    Original Sein?</i> Lemgo: Hochschule Ostwestfalen-Lippe; 2016.'
  apa: 'Backhaus, J. (2016). <i>Kann die Digitalisierung “alter Filme” ein Ersatz
    für das analoge Original sein?</i> Lemgo: Hochschule Ostwestfalen-Lippe.'
  bjps: '<b>Backhaus J</b> (2016) <i>Kann Die Digitalisierung ‘alter Filme’ Ein Ersatz
    Für Das Analoge Original Sein?</i> Lemgo: Hochschule Ostwestfalen-Lippe.'
  chicago: 'Backhaus, Jürgen. <i>Kann Die Digitalisierung “alter Filme” Ein Ersatz
    Für Das Analoge Original Sein?</i> Lemgo: Hochschule Ostwestfalen-Lippe, 2016.'
  chicago-de: 'Backhaus, Jürgen. 2016. <i>Kann die Digitalisierung „alter Filme“ ein
    Ersatz für das analoge Original sein?</i> Lemgo: Hochschule Ostwestfalen-Lippe.'
  din1505-2-1: '<span style="font-variant:small-caps;">Backhaus, Jürgen</span>: <i>Kann
    die Digitalisierung „alter Filme“ ein Ersatz für das analoge Original sein?</i>
    Lemgo : Hochschule Ostwestfalen-Lippe, 2016'
  havard: J. Backhaus, Kann die Digitalisierung “alter Filme” ein Ersatz für das analoge
    Original sein?, Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Lemgo, 2016.
  ieee: 'J. Backhaus, <i>Kann die Digitalisierung “alter Filme” ein Ersatz für das
    analoge Original sein?</i> Lemgo: Hochschule Ostwestfalen-Lippe, 2016.'
  mla: Backhaus, Jürgen. <i>Kann Die Digitalisierung “alter Filme” Ein Ersatz Für
    Das Analoge Original Sein?</i> Hochschule Ostwestfalen-Lippe, 2016.
  short: J. Backhaus, Kann Die Digitalisierung “alter Filme” Ein Ersatz Für Das Analoge
    Original Sein?, Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Lemgo, 2016.
  ufg: '<b>Backhaus, Jürgen (2016)</b>: Kann die Digitalisierung „alter Filme“ ein
    Ersatz für das analoge Original sein?, Lemgo.'
  van: 'Backhaus J. Kann die Digitalisierung “alter Filme” ein Ersatz für das analoge
    Original sein? Lemgo: Hochschule Ostwestfalen-Lippe; 2016. 236 p.'
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date_updated: 2023-03-15T13:50:15Z
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  description: SPERRVERMERK Diese Arbeit darf lediglich archiviert, nicht aber öffentlich
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keyword:
- Acetatfilm
- Digitalisierung
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- Film
- Langzeitarchivierung
language:
- iso: eng
page: '236'
place: Lemgo
publisher: Hochschule Ostwestfalen-Lippe
status: public
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- first_name: Frank
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  last_name: Lechtenberg
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  last_name: Schulze
title: Kann die Digitalisierung 'alter Filme' ein Ersatz für das analoge Original
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type: master_thesis
user_id: '15514'
year: 2016
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