Künstliche Intelligenz im Schwimmtraining

Von der studentischen Projektarbeit zur Gründung

Karolina Kuliczkowska, Alexander Wollbrink und Thomas Brückmann studieren Technische Informatik am Fachbereich Elektrotechnik und Technische Informatik der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Mittlerweile sind die Drei aber nicht mehr nur Studenten, sondern auch Gründer ihres eigenen Start-Ups. Aber beginnen wir doch nochmal ganz am Anfang:

Im vergangenen Semester war für die Studierenden des Studiengangs eine Projektarbeit vorgesehen. Von den verschiedenen zur Auswahl stehenden Themen, entschieden sich die Drei für das Projekt „Künstliche Intelligenz im Schwimmtraining“. „Wir sind zwar alle keine Schwimmer, aber wir fanden diese Themenkombination sehr spannend“, erklärt Kuliczkowska die Entscheidung. Laut Aufgabenstellung sollte eine Software entwickelt werden, welche ein eingefügtes Video vom Schwimmen analysiert und bewertet und so dem Schwimmer direkt Feedback gibt. Während der Projektarbeit haben sich die drei Studenten dann auf die rohen Algorithmen, die zur Analyse dienen, konzentriert. „Wir haben es in der Zeit der Projektarbeit geschafft, dass die Software die Armzüge des Schwimmers automatisch zählt. Hier haben wir einige Lösungsansätze ausprobiert und sind letztendlich auf dem Lösungsansatz mit Bildverarbeitung hängen geblieben. Hiermit haben wir die besten Ergebnisse erzielen können“, berichtet Alexander Wollbrink. Mit diesem Ergebnis konnten die engagierten Studenten zwar die Projektarbeit mit der Bestnote 1,0 abschließen, aber sie hatten noch nicht genug. „Wir wollen, dass daraus etwas entsteht, was wirklich genutzt werden kann. Zum Beispiel als App“, strahlt Brückmann die Motivation aus.

In Zukunft solle also der Schwimmer im Wasser direkt vom Beckenrand aus gefilmt werden und eine Analyse der Arm- und Beinbewegung sowie der Wasserlage durchlaufen. Die Analyse zeigt Fehler an und gibt konkrete Hinweise für Verbesserungen. Die App könnte dann sowohl den Erfolg von Schwimmern im Einsteigerbereich beschleunigen als auch den Schwimmtrainern ihre Arbeit erleichtern.

Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, haben die Drei sich für ein NRW-Gründerstipendium beworben und dieses auch erhalten. „Wir müssen nun innerhalb eines Jahres unser eigenes Gewerbe gründen. Im Anschluss an die Förderung hoffen wir auf ein weiteres Stipendium, um unsere Idee weiter zu verwirklichen. Wir können es selber noch kaum glauben, was aus einer Projektarbeit entstehen kann. Wir haben wirklich Glück gehabt, dass wir an die richtigen Leute gekommen sind“, freut sich Wollbrink.

Im nächsten Schritt möchten die Drei so viel Feedback und Input wie möglich von Schwimmern sammeln, um genau zu wissen, welche Features und Analysen für sie von Bedeutung sind. Darauf folgt die Entwicklung weiterer Algorithmen und die erste Entwicklung der Benutzeroberfläche.

 

Text: Jana Vennegerts