Wohnmedizinisches Symposium

Räume zum Atmen
Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen Raumluft, physischer Gesundheit und mentalem Erleben? Neben der Frage nach einer gesunden, schadstoffarmen Innenraumluft richtet sich der Blick auf die umfassende Qualität von Räumen als gesundheitswirksame Umwelten. Gute Räume belasten nicht, sondern ermöglichen Orientierung, Regeneration und Wohlbefinden. Sie schaffen im physischen wie im psychischen Sinne Atemräume und tragen dazu bei, dass Menschen sich entfalten und gesund leben können.
Im Mittelpunkt des Symposiums stehen aktuelle baubiologische Erkenntnisse zu Gerüchen und dem olfaktorisch-limbischen System, zu Emissionen aus Baustoffen, Partikeln und Sporen sowie zu Fragen der Raumanthropodysmorphie und deren Auswirkungen auf die mentale Gesundheit. Darüber hinaus werden eine verantwortungsvolle Materialwahl und die Frage, welche Ausbaustrategien gesunde Räume ermöglichen, verhandelt. Gesundheit, gebauter Raum und Gestaltung werden damit nicht getrennt voneinander, sondern als untrennbare Einheit betrachtet.
Das Symposium richtet sich an Akteurinnen und Akteure aus Planung, Architektur und Innenarchitektur, Bauingenieurwesen, Baubiologie, Industrie und dem Betrieb öffentlicher Gebäude sowie an Studierende einschlägiger Fachrichtungen und alle, die sich mit gesundheitsfördernden Lebensräumen der gebauten Umwelt beschäftigen.
Veranstaltungsort
TH OWL, Detmolder Schule für Gestaltung
Emilienstraße 45, 32756 Detmold
Anmeldung
- Ab Ende September können sich externe Teilnehmende per E-Mail an florian.zander@th-owl.de für den Symposiumstag am 12.11.26 anmelden. Die Teilnahmegebühr beträgt 75 Euro. Die Anerkennung der Architektenkammern als Fortbildung ist beantragt. Der Vortrag am 10. November ist öffentlich zugänglich und kostenfrei.
- Für Studierende der TH OWL ist die Teilnahme an allen Veranstaltungen kostenfrei und wird als Kumulatives Modul angerechnet. Sie können sich ab Ende September über das Kurswahlverfahren der Hochschule anmelden (siehe Semesterbroschüre).
Speaker
- Katharina Kassner Dipl.-Ing. Architektin, IWAP-Expertin für Architekturpsychologie, Studio Katharina Kassner
Vortrag: Einfluss von Architektur und Innenarchitektur auf Raumwahrnehmung und Stresserleben, psychosoziale Gesundheit und Genesung
- Charleen Grigo Innenarchitektin, Office for Healing Architecture
Vortrag: Mentale Aspekte bei der Klinikgestaltung
- NN
Vortrag: Atmen wir uns krank? Zusammenhänge zwischen Gebäudeumwelt und Gesundheit
- Prof. Mario Blei Dipl.-Ing. Biologe, Dipl.-Biologe, Privatistitut Dr. Blei GmbH, TH OWL
Vortrag: Biogene Schadstoffe in der Innenraumluft
Workshops: Baubiologie I und II
- Prof. Sandra Bruns, Dipl.-Ing. Innenarchitektin, TH OWL
Vortrag: Geruch als Faktor mentaler Gesundheit – zwischen Neurowissenschaft und Umweltgestaltung
Workshops: Raumpsychologie I und II
- Prof. Anna Tscherch, Dipl.-Ing. Architektin, TH OWL
Vortrag: Zirkularität und Gesundheit im Innenausbau – Synergien und Zielkonflikte zwischen Materialkreisläufen und Raumluftqualität
Workshops: Gesunder Ausbau I und II
- Sascha Walter, Dipl.-Ing., LbA, TH OWL
Workshop: Lehmbau - Qualitäten, Wirkweisen und Konstruktionen für eine bessere Raumluft


Programm
10. November 2026, 19:00–20:00 Uhr
Dienstagsvortrag (öffentlich)
12. November 2026, 9:00–18:00 Uhr
Fachvorträge und Workshops (nur nach Anmeldung)
Download vorläufiges Programm
Speaker
- Katharina Kassner
- Charleene Grigo
- Prof. Dr. Mario Blei
- Prof. Sandra Bruns
- Prof. Anna Tscherch
- Sascha Walter
Katharina Kassner

Dipl.-Ing. Architektur Architekturpsychologie (IWAP)
(Studio Katharina Kassner)
Katharina Kassner ist Architektin, Architekturpsychologin und Referentin mit Fokus auf sinnliche Raumwahrnehmung und die psychologische Wirkung von Architektur. Sie forscht, lehrt und gibt Workshops zu den Auswirkungen von Architektur auf das Wohlbefinden. Ihr Ziel ist es, die Verbindung zwischen Mensch und Raum zu stärken und die transformative Kraft der Architektur hervorzuheben – getreu dem Motto »form follows feelings«. Nach ihrem Architekturstudium an der TUM München und der ETH Zürich sowie der Weiterbildung in Architekturpsychologie am IWAP Graz ist Katharina seit 2019 selbständige Innenarchitektin. Ihre Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet und in renommierten Publikationen präsentiert.
Seit 2011 im Dialog über gesundes Wohnen

Seit 2011 widmet sich das Wohnmedizinische Symposium aktuellen Fragestellungen aus den Bereichen Wohnmedizin, Wohngesundheit und Gesunder Architektur. Gegründet und bis 2023 geprägt wurde die Veranstaltung von Honorarprofessor Dr. med. Manfred Pilgramm, ab 2018 gemeinsam geleitet mit Honorarprofessor Dr. Mario Blei, der die Veranstaltung seit 2026 zudem mit Prof. Sandra Bruns und Prof. Anna Tscherch verantwortet.
Am Standort Detmold wurden seither vielfältige Themenkomplexe behandelt, darunter „Wohnmedizin und ihre Grenzen?“, „Fortschritte in der Wohnmedizin“, „Holz als Baustoff in der Wohnmedizin“, „Lärm“, „Asbest“ sowie „Gesundes Bauen und Wohnen in der Zukunft – 2040“.
Wohnmedizinische Symposien im Rückblick
Zeit \ 11.11.2025, 19.00 Uhr und 13.11.2015, 09.30-12.30 Uhr
Ort \ DT-3.103 \ Großer Hörsaal Casino
Prof. \ Dr. Ing. Dipl. Biol. Mario Blei
Inhalt \ Das 14. Symposium, in Kombination mit dem Dienstagsvortrag, beschäftigt sich mit den folgenden Vortragsthemen:
- „Design für das Alter: Unterstützung von Unabhängigkeit und Mobilität im späteren Leben“, Frau Prof.in Shabboo Valipoor, Gastprofessorin der Univ. of Florida im Rahmen der Dienstagsvorträge
- „Hunde und Katzen - der Zusammenhang zwischen Heimtieren und menschlicher Gesundheit bei älteren Personen in Deutschland“
- „Die Bedeutung der Haustierhaltung für die Verbreitung von Hygieneschädlingen in Innenräumen unter modernen Wohnbedingungen“
- „Planerische Schutzmaßnahmen vor Schädlingsbefall in Innenräumen“
- „Der neue AGÖF-Geruchsleitfadens von 2025 als Grundlage für die Bewertung und Handhabung von Gerüchen in Innenräumen“
Das 13. Symposium, in Kombination mit einem Dienstagsvortrag, beschäftigt sich mit dem aktuellen Stand und den Entwicklungen der nächsten Jahre und Jahrzehnte, sowohl in den medizinischen als auch in den technischen Bereichen unter den Einflüssen, wie der zu erwartenden Klimaveränderung, den gesetzlichen und politischen Anpassungen an die Energieeffizienz und Nachhaltigkeit, auf das Planen neuer Gebäude und die Sanierung von Bestandsbauten.
Ort: Emilienstraße 45, 32756 Detmold - Raum 3.103 ("Casino")
Eröffnung: 15.30 Uhr Grußwort von Herrn Prof. Krahl
Einleitung zum Thema und Eröffnung der Veranstaltung durch Herrn Dr. Mario Blei
Vortragsthemen
15.45-16.15 Uhr „Von 1800-2040 – Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Wohnmedizin" Herr Prof. em. Dr. med. Klaus Fiedler (Berlin)
16.15-16.45 Uhr „Auswirkungen an Gebäuden durch Extremwetterereignisse, wie Hochwasser-, Sturm- und Hagelschäden“ Herr Michael Urban (R+V, Wiesbaden)
16.45-17.00 Uhr Diskussion
17.00-17.30 Uhr „Veränderungen im konstruktiven Bereich nach Schäden in schwer sanierbaren Gebäudehüllen“ Frau Wibke Schaeffer (Studio W GmbH, Köln)
17.30-18.00 Uhr „Einfluss der Baubiologie auf die Architektur in den nächsten 15 Jahren“ Herr Dr. Mario Blei (Privatinstitut für Innenraumtoxikologie - Dr. Blei GmbH, Jena)
18.00-18.30 Uhr „Relevanz von Atmosphäre - unterstützende Raumgestaltung für Gesundheit und Wohlbefinden“ Frau Prof. Sandra Bruns (Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Detmold)
18.30-18.45 Uhr Diskussion
19.00-20.00 Uhr„Gesunde Gestaltung von Räumen“ (Dienstagsvortrag) Frau Dr. Helena Müller, Herr Dr. Jonas Rehn-Groenendijk (Designinstitut für Gesunde Gestaltung, Gründau)
20.00 Uhr Diskussion
Dokumente und Vorträge:
„Auswirkungen an Gebäuden durch Extremwetterereignisse, wie Hochwasser-, Sturm- und Hagelschäden“ Herr Michael Urban (R+V, Wiesbaden)
2024_symposium_thowl_detmold_rv_hochwasser-__sturm-_und_hagelschaeden.pdf - 2 MB
„Veränderungen im konstruktiven Bereich nach Schäden in schwer sanierbaren Gebäudehüllen“ Frau Wibke Schaeffer (Studio W GmbH, Köln)
„Relevanz von Atmosphäre - unterstützende Raumgestaltung für Gesundheit und Wohlbefinden“ Frau Prof. Sandra Bruns (Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Detmold)
2024_symposium_thowl_detmold_relevanz_von_atmosphaere-_bruns.pdf - 10 MB
„Einfluss der Baubiologie auf die Architektur in den nächsten 15 Jahren“ Herr Dr. Mario Blei (Privatinstitut für Innenraumtoxikologie - Dr. Blei GmbH, Jena)
„Gesunde Gestaltung von Räumen“ (Dienstagsvortrag) Frau Dr. Helena Müller, Herr Dr. Jonas Rehn-Groenendijk (Designinstitut für Gesunde Gestaltung, Gründau)
2024_symposium_thowl_detmold_beitraege_eines_evidenzbasierten_gestaltens_zum_wohnen_der_zukunft.pdf - 7 MB
Im Rahmen der Detmold Conference Week fand am 15. November von 08.00 Uhr bis 12.30 Uhr das 12. wohnmedizinische Symposium statt. Es stand unter dem Thema: "Lärm". Am Dienstag, dem 14. November um 19 Uhr eröffnete Professor Dr. med. Manfred Pilgram das Symposium mit einer Auftaktvorlesung.
Neben dem Tabakrauchen, den Schimmelpilzen, der Tierhaltung sowie gestörter zwischenmenschlicher Beziehungen ist heutzutage der Lärm in der Wohnung und von außerhalb eines der größten wohnmedizinischen Probleme. Renommierte Wissenschaftler beleuchteten dieses Thema unter verschiedenen Aspekten.
Datum: 15. November 2023
Ort: Detmold, Casino, Gebäude 3
Raum: 3.103
Programm:
08:00 Begrüßung
08:15 - 09:00 Auswirkungen und Minderung des Umgebungslärms
09:00 - 09:45 Nachbarschaftslärm im Innenraum - Ursachen, gesundheitliche Folgen, Vermeidung und Sanktionen
09:45 Pause
10:00 - 10:45 Lärmschutz von Außenwandkonstruktionen
10:45 - 11:30 Wirkung raumakustischer Gestaltung auf die Hörwahrnehmung und Stimmbildung
11:30 Abschlussdebatte
Das Wohnmedizinische Symposium der TH OWL findet bereits zum 12. Mal statt. Bisher konnten über 50 national und international bekannte Referentinnen und Referenten gewonnen werden. Nach Themen wie gesunde Architektur, Holz als Baustoff in der Wohnmedizin, Tierhaltung und Lebensmittellagerung Zuhause oder Asbest widmet sich das diesjährige Symposium dem Thema “Lärm”.
Seit dem 31.10.1993 ist Asbest in Deutschland verboten. Vor diesem Stichtag müssen alle Gebäude als potenziell asbestbelastet gelten, so sieht es eine geplante Novellierung der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV – 2) vor. Das 11. Wohnmedizinische Symposium machte an der Detmolder Schule auf das Thema aufmerksam, da es für Architektinnen und Innenarchitekten von besonderer Bedeutung ist. Die Veranstaltung fand am 16. November unter Leitung von Dr. Mario Blei (TH OWL) statt.
Über 100 Jahre hat es vom ersten Bericht über Gesundheitsfahren bis zum Verbot von Asbest in Deutschland gedauert. Zu gut klangen die Produkteigenschaften (hitzebeständig, unbrennbar), so Prof. Dr. med. Klaus Fiedler. Viele Berufserkrankungen seien inzwischen anerkannt.
Zwischen Asbestexposition und Erkrankung könnten aber über 30 Jahre vergehen, sagt Dr. med. Maik Brandes.
Problematisch bei der GefStoffV – 2 sei, dass künftig der Bauherr ermitteln müsse, ob im Gebäude asbesthaltige Baustoffe vorhanden sind, führte Dr. Jacob Duvigneau aus.
Die geplante Verordnung stelle das Handwerk vor große Probleme in der Handhabung, kritisierte auch Dr. Ernst Baumann. Schätzungen zufolge sei 81 % des gesamten Wohnungsbestandes in Deutschland betroffen.
Die Windkraft ist eine der tragenden Säulen der Energiewende. Während die gesamtgesellschaftliche Zustimmung zur Windenergie groß ist, wehren sich im Lokalen viele Bürgerinnen und Bürger gegen geplante Windräder vor ihrer Haustür. Am 14. Mai ist diese Art der Energiegewinnung deshalb Thema des 10. Wohnmedizinischen Symposiums der Technischen Hochschule OWL (TH OWL). Es findet von 9-16 Uhr digital statt. Interessierte sind herzlich willkommen.
„Der Mediziner mag denken, dass sich der (Innen-) Architekt nur um die optisch ansprechende Auswahl von Materialien und Farben kümmert und der (Innen-) Architekt meint vielleicht, dass Mediziner nur die sind, die den ganzen Tag in Kitteln herumlaufen.“ Mit diesen, auf die Interdisziplinarität der Veranstaltung anspielenden Worten, eröffnet der Hochschulpräsident Prof. Dr. Jürgen Krahl das 9. Wohnmedizinische Symposium an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) in Detmold am Freitag, dem 08.11.2019.
Das Symposium, welches seit 2011 von Prof. Dr. Pilgramm in Verbindung mit der Gesellschaft für Wohnmedizin, Bauhygiene und Innenraumtoxikologie e.V. organisiert und moderiert wird, stand dieses Jahr unter dem von den Studierenden ausgewählten Thema „Haustierproblematik“ sowie „Speisevorratslagerung im Haus“.
Der Frage, ob ein Haustier in der Wohnung krank macht oder es einen Hund doch besser auf Kassenrezept gegen Bewegungs- und Frischluftmangel geben sollte, beantwortete Prof. Dr. Fiedler von der Universität Jena in seinem Vortrag mit dem Fazit, dass die positiven sozialen und psychologischen Funktionen eines Hundes als Haustier überwiegen, dennoch die Gefahr, sich durch den Kontakt zu Tieren mit Krankheiten wie Zooanthroponosen anzustecken oder Allergien zu entwickeln, nicht zu unterschätzen sei. „Das Leben ohne Hund ist ein Irrtum“, zitierte er Carl Zuckermayer und ergänzte, dass Hände waschen nach jedem Tierkontakt und regelmäßiges Lüften dazugehören müssen.
Den direkten Bezug zwischen Haustierhaltung und Hygiene- und Materialschädlingen in Innenräumen stellte Mitorganisator- und Moderator der Veranstaltung Dr. Mario Blei anhand von Beispielen für von Tieren auf den Menschen übertragbare Infektionen, Allergien und Vergiftungen dar. Milben, Flöhe und weitere Insekten können direkte Schädlinge für Mensch, Tier und Raum oder indirekter Hygieneschädling als Träger einer Krankheit sein. Er plädiert dafür, eine Infektion durch Haustiere gegenüber z.B. Schimmelpilzbefall bei der Ursachenforschung von Krankheitssymptomen stärker in Betracht zu ziehen. Auch Blei, welcher im Sommersemester 2019 das Kumulative Modul „Einführung in die Innenraumtoxikologie“ an der TH OWL angeboten hat, weist mehrmals darauf hin, dass (Haus-) Tierkontakt und Händewaschen ohne Ausnahme zusammengehören müssen.
Darüber, wie ein staatlich geprüfter Schädlingsbekämpfer arbeitet, was er bekämpft und wie Planer vorbeugende Maßnahmen treffen können, referierte Thomas Loose. Ob Mäuse, Ratten, Schaben, oder Wespen – sobald diese Tiere in unsere gebaute Umwelt eindringen und diese zerstören oder zu einer gesundheitlichen Gefahr für uns werden, sind sie als Schädlinge anzusehen und ordnungsgemäß zu kontaminieren. Auf die Zuschauerfrage, ob „Nutella“ ein geeignetes Mittel gegen Ratten sei, musste er lachen, gab aber zu, dass die Schokocreme nicht selten als Anlockstoff für Köder verwendet werde.
Er habe sich zunächst über die Einladung zu einem wohnmedizinischen Symposium gewundert, leitete Dr. Hermann Kruse vom Institut für Toxikologie und Pharmakologie in Kiel seinen Vortrag ein. Nachdem Prof. Pilgramm seinem Vortragstitel „Toxikologisch bedenkliche Stoffe in unserer Nahrung“ die zwei Worte „zu Hause“ anhing, war die thematische Relevanz klar. Mit der Nahrung, sei es direkt wie z.B. durch Quecksilber in Fisch oder Nitrat in unserem Trinkwasser oder indirekt durch Verpackungen wie Polystyrol in Coffee-to-go-Bechern, nehmen wir täglich giftige Stoffe zu uns. In Maßen sei dies zunächst unbedenklich, jedoch sei aus seiner Sicht alarmierend, dass 40 - 50 % der Krankenhauseinlieferungen in Deutschland durch „ungesunde Ernährung“ zustande kämen. Er möchte für umweltbewussten Einkauf und Umgang mit unseren Lebensmitteln sensibilisieren und gibt den Studierenden den Tipp, dass jeder die Trinkwasserqualität bei sich zu Hause im Internet auf den Seiten der Stadtwerke kontrollieren könne: > 80 mg/l Calcium und < 25 mg/l Nitrat seien erste wichtige Richtwerte.
Baubiologe Thomas Jockel und Prof. Dr. Wolfgang Plehn vom Umweltbundesamt legten den Fokus auf die wohnmedizinische Bedenklichkeit von Baumaterialien und Innenausstattung. Asbest sei insbesondere bei Sanierungsarbeiten in Häusern, welche vor 1950 gebaut wurden, immer noch ein gesundheitsgefährdendes Thema, da die Asbestfasern, welche z.B. beim Bohren freigesetzt werden, krebserregend seien. Jockel weist dabei ausdrücklich auf die Haftungspflicht von Architekten hin sowie darauf, dass sich bei Unsicherheit immer an einen Fachmann gewendet werden sollte. Und wer in neu ausgestatteten Räumen immer noch denkt „Das ist neu, das muss riechen, das ist normal“, wurde von Dr. Plehn, welcher sich für emissionsarmes Bauen einsetzt, eines Besseren belehrt. Geruch heiße nicht gleich schädlich, man denke an Linoleum, aber sobald Reizungen von Nase, Rachen und Hals mit Beschwerden über Geruch zusammenkommen, sollte eine Messung der Innenraumschadstoffe durchgeführt werden.
In der anschließenden Diskussion forderte Prof. Dr. Fiedler von der Industrie die Einführung einer verbrauchergerechten Deklaration von Baumaterialien.
Nach dem bald schon traditionellen Abschlussquiz, wobei von Prof. Pilgramm Fragen zu den sechs Themen der Veranstaltungen an die Studierenden gestellt werden, schloss die Veranstaltung mit den Worten, dass sich jetzt niemand verrückt machen sollte, weil er gerne Thunfisch esse, den Geruch von renovierten Räumen mag oder einen Hund habe. Jedoch sei hoffentlich eine Sensibilisierung für den Umgang mit Materialien, Tier, Mensch und Gesundheit angestoßen worden.
Seit 2011 werden einmal jährlich die wichtigsten Themen aus dem Bereichen Wohnmedizin, Wohngesundheit und Gesunde Architektur im Rahmen des Wohnmedizinischen Symposiums vorgestellt. Veranstaltet von der Hochschule Ostwestfalen-Lippe unter der Verantwortung von Prof. Dr. med. Manfred Pilgramm wurden in den letzten 7 Jahren an dem Standort Detmold Themenkomplexe wie "Wohnmedizin und ihre Grenzen?", „Fortschritte in der Wohnmedizin" und "Holz als Baustoff in der Wohnmedizin" diskutiert.
2018 wurde das 8. Wohnmedizinische Symposium erstmalig durch die Gesellschaft für Wohnmedizin, Bauhygiene und Innenraumtoxikologie e.V. in Zusammenarbeit mit der Hochschule Ostwestfalen-Lippe und dem Privatinstitut für Innenraumtoxikologie – Dr. Blei GmbH veranstaltet. Als Gastgeber konnte die WeberHaus GmbH & Co. KG gewonnen werden.
Auf dem Firmengelände in Rheinau stand neben dem Ausstellungsgelände, der World of Living auch der Hörsaal für die Veranstaltung zur Verfügung. Schwerpunkte der diesjährigen Veranstaltung waren „Radon, Asbest sowie Emissionen aus Baustoffen: Messmethoden – Möglichkeiten der Risikobewertung – Sanierungsverfahren“.
Dabei sollen die Themen Bewertung von Radon in der Innenraumluft sowie Entwicklung des baulichen Radonschutzes in Deutschland, Emissionen aus Baustoffen, Folgen der „Energetische Modernisierung“ und die damit verbundenen notwendigen Planung für eine mögliche Schadstoff- oder Asbestsanierung beleuchtet werden. Deshalb wurde aus medizinischer, bauphysikalischer und sanierungstechnischer Sicht ein Blick auf das wohnmedizinisch wichtige Thema der Schadstoffemissionen aber auch die mit verminderten Luftwechselraten einhergehenden Geruchsbelastungen geworfen.
Es konnten auch dieses Jahr international renommierte Referenten gewonnen werden, die hier ihre Spezialthemen spannend und sachkundig präsentierten.
Den kompletten Artikel sowie die Vorträge finden sie in den darunter liegenden Downloads.
Artikel aus der WM3/2018 Rückblick aus dem Symposium 2018
rueckblick_aus_dem_symposium_2018_wm3-2018.pdf - 2 MB
Asbesthaltige Wand- und Deckenbekleidungen
asbesthaltige_wand-_und_deckenbekleidungen.pdf - 1 MB
Medizinische Bedeutung der Radonproblematik in Innenräumen
medizinische_bedeutung_der_radonproblematik_in_innenraeumen.pdf - 2 MB
Holzwerkstoffplatten – Trends und Entwicklungen – Schwerpunkt: Innenraumlufthygiene
9. Wohnmedizin Symposium
8. Symposium 2018
7. Symposium 2017
Holz als Baustoff
6. Symposium 2016
Forschung in der Wohnmedizin
5. Symposium 2015
Wohnmedizin im Innenraum
4. Symposium 2014
Fortschritte in der Wohnmedizin
3. Symposium 2013
Wohnmedizin und ihre Grenzen?
2. Symposium 2012
interdisziplinäre Wohnmedizin in der Praxis
1. Symposium 2011
Gesunde Architektur






