Weißer Pavillon - Mobilitätshafen

Der Weiße Pavillon am Detmolder Bahnhof wurde seit Mitte 2014 als Galerieraum und Studienort der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur genutzt. In den Räumlichkeiten werden Vorträge gehalten, Ausstellungen gezeigt und weitere Veranstaltungen durchgeführt.

Doch wie kann ein langfristiges Nutzungskonzept für den weißen Pavillon am Detmolder Bahnhof aussehen?

Konzept

Bereits 2009 wurden studentische Entwürfe zu einem Mobilitätshafen am Detmolder Bahnhof angefertigt. Dabei war die Einbindung der Räumlichkeiten des weißen Pavillons elementarer Bestandteil. Das Konzept des Mobilitätshafens sah die Ausstellung und den Verleih von E-Mobilen vor. Dieses Angebot sollte durch Beratung und technische Einweisung ergänzt werden. Zudem war ein Mini-Übungsplatz vorgesehen, damit das Fahrverhalten der verschiedenen E-Mobile vor dem Gebrauch im Straßenverkehr getestet werden konnte. An diesem Punkt setzte auch die angedachte „Fahrschule für Pedelecs“ an. Um die technische Abwicklung des Konzeptes zu unterstützen, waren beim Mobilitätshafen E-Ladesäulen und Möglichkeiten zum Akkutausch vorgesehen. Darüber hinaus sollten abschließbare Boxen mit integrierten Ladesäulen ein sicheres Abstellen der in der Anschaffung oftmals kostenintensiven E-Mobile ermöglichen. Um das Konzept des Mobilitätshafens mit einem Dienstleistungsangebot abzurunden, war die Etablierung einer auf E-Fahrzeuge spezialisierten Reparaturwerkstatt angedacht. Diese sollte zudem auch ein Ersatzteilelager für E-Mobile unterhalten.

Darüber hinaus sollten am Mobilitätshafen Spezial-Stadtführungen mit E-Mobilen angeboten werden. Beispielsweise könnten dies Tandem- Touren für Blinde oder Menschen mit Behinderung sein. Ferner war eine Servicetheke angedacht, bei der GPS Geräte, Kartenmaterial, Reparatursets, Packtaschen oder Fahrradanhänger ausgeliehen werden können. Zudem sollten eine Toilette für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Behinderungen angelegt und eine ausreichende Anzahl an Fahrradständer aufgestellt werden.

Insgesamt sollte der Mobilitätshafen eine touristische Adresse und ein Anlaufpunkt werden! Dennoch soll die Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur auch weiterhin die Möglichkeit haben die Räume und deren Schaufenster als Ausstellungs- und Veranstaltungsort zu nutzen.

 

Bisherige Schritt

Im „Varusjahr“ 2009 konnten bereits erste Testpiloten mit E-Tandems, den Hermannbikes, auf Erkundungstour gehen. Möglich waren diese Fahrradtouren durch die Kooperation der HS OWL mit dem Hermannbike e.V. . Studenten entwickelten 2008 zusammen mit dem Verein die E-Tandems, damit Touristen und Einheimische im Varusjahr 2009 das Land des Hermanns und alle seine Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen ohne große körperliche Anstrengungen besuchen konnten. Die E-Tandems konnten am Detmolder Bahnhof ausgeliehen werden.  Auf der 2008 von Studenten entwickelten Fahrradoute „Weg zum Hermann“ gelangten die Tandemfahrer zunächst zum Landesmuseum, über den Marktplatz und vorbei am Sommertheater zum Hermannsdenkmal, welches sich 386 Meter über den Dächern Detmolds befindet. An ausgewählten „Pit-Stops“ entlang der Route konnten die Fahrradfahrer sich wissenswerte Informationen zu den Themen Gesundheit, Natur und Kultur einholen. Für Erfrischung sorgten Wasserspender. Ein weiteres mögliches Ziel einer Fahrradtour mit den Hermannbikes war die „Europakreuzung“ an der oberen Mühle. Dort kreuzen sich die Europa-Radroute R1 und der Europa-Wanderroute R1. In 2008 wurde der Kreuzungsbereich neu gestaltet. Mit den E-Tandems konnte Mobilität und Entertainment verbunden werden „Mobilitainment“.

 

Kooperationspartner: Lebenshilfe Detmold e.V., die Stadt Detmold und die DB Station und deren Service

Projektlaufzeit: Start Konzeptionsphase 2009, Umsetzung 2011- 14 (u.a. Mobilitätshäfen in Lippe)

Am 23.09.2015 wurde die neue abschließbare Fahrradabstellanlage am Detmolder Bahnhof offiziell eingeweiht. Der erste Baustein des Mobilitätshafens konnte durch die TH OWL, dem Forschungsschwerpunkt urbanLab der HS OWL und Dank der Kooperationspartner Stadt Detmold, Stadtverkehr Detmold GmbH, Deutsche Bahn AG, Werkstatt Emilie und Stellwerkstatt erfolgreich realisiert werden. Bei der Eröffnungsfeier am 23.09.15 haben die Stadt Detmold und der Forschungsschwerpunkt urbanLab der HS OWL gemeinsam im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung die Themen e-Mobilität, Nahmobilität und den Bahnhof als „Mobilitätshafen“ vorgestellt.

Stand 2015

Ausblick

Als nächstes war ein Türdurchbruch zur Fahrradabstellanlage geplant, der den weißen Pavillon mit der Abstellanlage auf direktem Weg verbinden sollte.

WS 15-16 Modul Architekturkommunikation:  „Alle zwei Wochen findet eine neue Ausstellung dort statt und wir zeigen die frisch entstandenen Arbeiten unseres Fachbereiches. Architektur, Innenarchitektur und Stadtplanung. Die Absicht ist es  viele Ausstellungen zu lancieren um den Pavillon zu beleben. (…alternativ auch als Master WPF möglich…) Der Pavillon ist eine Detmolder Galerie und ich animiere die Studies  aus einer anfänglich schlichten Werbetrommel ein publizierbares  Sprachrohr zu erschaffen.“  Prof. Frank Nickerl

Kontakt

Ansprechpartner

 

Projektleitung Forschung

Marcel Cardinali, Doktorand

+49 5231 769 6329

marcel.cardinali(at)th-owl.de