#8 Stadt der Zukunft : digital

REGIONALER SALON

#8 Stadt der Zukunft : digital

Immer mehr Dienstleistungen und Interaktion wandern in die digitale Sphäre ab oder werden durch digitale Tools unterstützt. Bürger und Unternehmen nehmen den Raum zunehmend durch die digitale Brille wahr. Wie können Stadt, Land und Region sich dieser Herausforderung annehmen? Welchen Mehrwert und welches Problemlösungspotential bietet die digitale Stadt?

Dieser Regionaler Salon war Teil eines digitalen Tags in Detmold.

Digitale Unübersichtlichkeit

In den letzten Jahren, spätestens seit Einführung des Smartphones, haben wir uns schon daran gewöhnt, unsere Geräte durch eine geleitete Assistenzführung zu bedienen. Wir nutzen selbstverständlich vorbereitete Kommunikationskanäle, akzeptieren weitestgehend gefilterte Informationsanfragen und wollen die Bequemlichkeitsvorteile einer geleiteten Wegeführung durch Fahrzeugnavigation nicht mehr missen.Da die meisten technischen Entwicklungen eine besonders anwendungsfreundliche Benutzeroberfläche und ein intuitives Produktdesign aufweisen, werden die vorgeschlagenen Informationen, Routen oder Assistenzvorschläge selten in Frage gestellt. Hinzu kommt, dass viele digitale Innovationen auf eine zunehmende Personalisierung der bereitgestellten Dienste abzielen. Es ist allgemein bekannt, dass zwei Personen, die das gleiche Suchwort eingeben, mit hoher Wahrscheinlichkeit unterschiedliche Ergebnisse erhalten. Zum Beispiel ist es nicht unüblich, dass eine kartenbasierte Smartphone-App einem Touristen auf der ersten Ebene bestimmte Restaurants empfiehlt, die einem anderen Touristen dagegen erst nach längerem, mehrmaligem Recherchieren angezeigt werden. Skaliert auf eine städtische Maßstabsebene, bedeutet dies, dass sich urbane Räume nur noch selektiv-individuell erfahren lassen. Insbesondere bei Karten und geografischen Inhalten kommt dies einer Zerbröselung der intuitiv erwarteten Objektivität gleich. Es stellt sich also die Frage, ob durch die Integration digitaler, personalisierter Dienste und die Automatisierung bestehender Alltagsprozesse die Komplexität städtischer Systeme insgesamt reduziert wird. Oder ob eher von einer zunehmenden, "digitalen Unübersichtlichkeit"  und von wachsenden Orientierungsschwierigkeiten auszugehen ist (vgl. Kraft 2016). Auch werden wir uns in der Raumforschung damit beschäftigen müssen, ob sich Städte in ihrer Funktionsweise und Benutzbarkeit zukünftig immer mehr aneinander angleichen oder ob sich der klassische "Genius Loci" in anderen uns noch unbekannten Bereichen bemerkbar macht.

Keynote

Michael Lobeck,Universität Bonn, promediare.de - Big Data, Datenschutz, Datensicherheit - Chancen & Risiken

für SmartCities

 

Regionaler Input

Carolin Lauhoff,Lauhoff Architekten, Melle - Smart Cities - Perspektiven für Mittelstädte

Dr. Klaus Schafmeister,Kreis Lippe - Smart Country Side

 

Statement

Prof. Dr. Thomas Schulte,Institut Future Energy - Quarter Energy

Benjamin Dally, Forschungsschwerpunkt nextPlace

 

Moderation

Prof. Dr. Axel Häusler, urbanLab

Kontakt

Ansprechpartnerin

 

Projektleitung Wissenstransfer

Johanna Julia Dorf, M.A. Innenarchitektur

+49 5231 769 6454

johanna.dorf(at)th-owl.de