Die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe startet eine Initiative zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Mit drei offenen Formaten erhalten Lehrende Impulse, Werkzeuge und Austauschmöglichkeiten, um Nachhaltigkeit systematisch in Lehrveranstaltungen und Studiengänge einzubinden.
Die Workshops werden vom Team Lehre und Lernen (TeLL) und dem Nachhaltigkeitsmanagement der TH OWL gemeinsam koordiniert. Sie reichen von hochschuldidaktischer Qualifizierung über studentische Veränderungsprojekte bis zur ko-kreativen Entwicklung eines BNE-Leitfadens.
Die Plätze sind begrenzt – interessierte Lehrende und Didaktiker:innen können über die untenstehenden Buttons ab sofort anmelden.
BNE-Format 1: Modellzentrum werden
Den Auftakt bildet am 21. August von 12 bis 16 Uhr ein interaktiver Workshop auf dem Innovation Campus Lemgo: Referentin Silke Bell (PH Heidelberg) vermittelt BNE-Grundlagen, zeigt deren Relevanz für Hochschullehre und Arbeitswelt auf und entwickelt gemeinsam mit den Teilnehmenden Ansätze, BNE nachhaltig in Studium und Lehre zu verankern.
Der Workshop ist Teil des Projekts NaLeLe:LevelUP der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, an dem sich die TH OWL als eines von acht bundesweiten BNE-Modellzentren beteilitgt. Ziel des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Projekts ist es, Hochschuldidaktiker:innen und Lehrende als Multiplikator:innen für Bildung für nachhaltige Entwicklung auszubilden.
Im Mittelpunkt steht dabei ein Train-the-Trainer-Ansatz, weiterhin Coaching, Vernetzung sowie digitale Lehr-Lern-Materialien, damit BNE dauerhaft in der Hochschuldidaktik und den Studiengängen verankert wird.
Format 2: Studentische Veränderungsprojekte ermöglichen
Am 1. Oktober von 9 bis 12 Uhr folgt ein Online-Workshop zum Projekt ATTUNE: Das im Erasmus+-Programm entwickelte Konzept setzt auf sogenannte “Change Modules”. Das sind Lehrveranstaltungen, in denen Studierende nicht nur Wissen über Nachhaltigkeit erwerben, sondern gemeinsam mit Lehrenden konkrete Veränderungen auf dem Campus entwickeln und umsetzen – beispielsweise zu Mobilität, Ressourcenverbrauch oder Hochschulkultur.
Die TH OWL führt diesen Ansatz nach Abschluss der EU-Förderung fort. Mit Unterstützung der Beratungsagentur AGADO begleitet, die bereits die Einführung des Konzepts an der Universität Hildesheim unterstützt hat, und dem Lemgoer Innovationspsychologen Prof. Dr. Michael Minge geht es im Workshop darum, wie Lehrende ihre Module zu “Change Modules” weiterentwickeln können.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage, wie der bisherige Klimaschutz-Fokus des ATTUNE-Projekts sich ausweiten lässt – z.B. auf andere ökologische, aber auch auf soziale, wirtschaftliche oder kulturelle Aspekte der Nachhaltigen Entwicklung.
Format 3: BNE-Leitfaden ko-kreativ entwickeln.
Als drittes Format veranstaltet die TH OWL am 10. September 2026 von 12 bis 13:30 Uhr gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltigkeit an Hochschulen (DG HochN) einen Online-Hub zur BNE-Projektwerkstatt. Das Format wurde 2025 gemeinsam mit Partnerhochschulen aus fünf Bundesländern konzipiert und erstmals an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) durchgeführt.
Anders als klassische Fachtagungen setzte die Projektwerkstatt auf konsequente Ko-kreation: Lehrende arbeiteten in einem Design Thinking-Format in interdisziplinären Teams an Lösungen für BNE in der Hochschullehre. Die dort entstandenen Prototypen werden nun in Online-Hubs weiterentwickelt.
Beim ersten Hub im September geht es dabei mit dem Detmolder Hochschuldidaktiker Prof. Dr. Tobias Schmohl um einen BNE-Leitfaden für Lehrende: Wie kann eine einfache Handreichung aussehen, die Professor:innen und Lehrbeauftragte motiviert, sich mit BNE-Inhalten und Didaktik zu beschäftigen und beides in ihre eigene Lehre einzubinden?
Beiträge zur strategischen Hochschulentwicklung
Alle drei Formate der BNE-Initiative zahlen unmittelbar auf die strategische Weiterentwicklung der TH OWL im Wirkungsfeld Lehre ein:
- Sie entsprechen dem Auftrag des Leitbilds Lehre und Lernen:
"Wir verwirklichen gute Lehre auf der Basis von Kreativität, Innovation, Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung – qualitätsgesichert und praxisorientiert.” Hierzu gehört u.a. die Qualifizierung der Lehrenden sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit.
- Weiterhin konkretisieren Sie die Zielsetzungen des Nachhaltigkeits-Leitbilds:
”Studierende, Lehrende und Mitarbeitende sind Akteur:innen des Wandels. Sie gestalten nachhaltige Entwicklung mit und erweitern ihre Wirksamkeit persönlich und im Austausch untereinander. Hierfür schaffen wir motivierende Rahmenbedingungen, damit Nachhaltigkeitswissen sowie entsprechende Reflexions- und Handlungskompetenzen erworben werden.“
Weitere Informationen:
- Projekt NaLeLe:LevelUP der PH Heidelberg (externer Link):
https://www.ph-heidelberg.de/hochschule/organisation/wissenschaftliche-einrichtungen/heidelberger-zentrum-bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung/projekte/projektseite/nalelelevelup.html
- Einordnung von NaLeLe:LevelUP im BNE-Portaldes Bundes (externer Link):
https://www.bne-portal.de/bne/de/news/nalele-levelup.html
- Erasmus+-Projekt ATTUNE(externer Link):
https://www.attuneproject.eu/
- ATTUNE-Praxisbeispiele der Universität Hildesheim(externer Link):
https://www.uni-hildesheim.de/greenoffice/attune/
- Begleitagentur AGADO (externer Link):
https://agado.org/
- BNE-Projektwerkstatt der DG HochN (externer Link):
https://wiki.dg-hochn.de/wiki/BNE-Projektwerkstatt
- Rückblick auf den Präsenzhub der BNE-Projektwerkstatt 2025 in Würzburg (externer Link):
https://wiki.dg-hochn.de/wiki/BNE-Projektwerkstatt,_Pr%C3%A4senzhub_in_W%C3%BCrzburg,_10.10.2025
