Holztechnik
Martin Tremmel ist seit Oktober 2024 Praxis-Doktorand. Er lehrt und forscht an der TH OWL zu Innovationen in Fertigungsverfahren für Technikbauteile aus Faserverbunden, insbesondere im Hinblick auf die notwendigen Prozessparameter und den Prozessrahmen. Gleichzeitig ist er bei Hettich als Systementwickler angestellt. Dort beschäftigt er sich schwerpunktmäßig mit Bewertung, Weiterentwicklung und Praxistests von Beschlagsystemen. Schon während seines Masterstudiums an der TH arbeitete er dort als Werkstudent. „Der Wunsch zu promovieren, festigte sich während meines Masterstudiums. Es ist mein persönliches Interesse. Ich wollte weiterlernen. Solange ich die Möglichkeit dazu habe, möchte ich mich weiterbilden“, erklärt Tremmel.

Gegenseitiges Vertrauen und fachliche Begeisterung
Hier profitiert er zum einen vom PROFuture-Tandemmodell – und zum anderen von dem vertrauensvollen Kontakt, den TH-Professor Martin Stosch und Steffen Feld, Entwicklungsleiter bei Hettich, schon seit Jahren pflegen: Man kennt und schätzt sich; man arbeitet und netzwerkt gemeinsam. Feld bestätigt: „Wir ticken auf einer Wellenlänge, der ‚Professor Martin‘ und ich.“ Und dass es in diesem Praxis-Tandem mit dem ‚Promotionsstudenten Martin‘ passt, bejaht Professor Stosch: „Alle Teilnehmenden brauchen Begeisterung für das, was sie tun. Das vereint uns drei. Meine Professur an der TH OWL ist für mich wie ein lebenslanges Stipendium: Ich darf mich beruflich mit Themen beschäftigen, für die ich brenne. In diesem Tandem liegt meine Aufgabe insbesondere in der Weitergabe der Glut. Es geht um das Leuchten in den Augen.“
Theorie und Praxis funktionieren nur miteinander
Der Arbeitsalltag von Martin Tremmel ist in zwei grundverschiedenen Umgebungen verortet: Er nutzt das freiere Arbeiten an der Hochschule in Lehre und Forschung, um kreative Ansätze zu entwickeln. Gleichzeitig kennt er aber auch die festen Abläufe und Anforderungen der Arbeit in einem Wirtschaftsbetrieb. Stosch meint: „Die Forschung ist der Praxis inhaltlich ein paar Jahre voraus. Man kann die Hochschule als Labor für Methoden nutzen, die später in der Praxis zum Einsatz kommen können. Der wahre Erkenntnisgewinn für die Zukunft liegt hier im gemeinsamen Austausch beider Seiten.“
Wie wertvoll dieser Hintergrund für Hettich ist, bewertet Steffen Feld so: „Wir als Unternehmen sind auf der Suche nach Spezialist:innen. Und wir investieren da auch eine Menge. Mitarbeitende mit der Fähigkeit, outside the box zu denken: Diese Leute brauchen wir.“ Auch wenn Hettich schon lange mit Werkstudierenden arbeitet und praxisbezogene Abschlussarbeiten ermöglicht: „Allein damit kriegt man keine Talente mehr. Die Zeiten sind vorbei. Wir haben ehrgeizige Unternehmensziele. Deswegen brauchen wir die besten – insbesondere in der Entwicklung.“
Zukunftsfähigkeit durch Zusammenarbeit in Netzwerken
Die Tandemstellen zur Qualifizierung sind zeitlich auf drei Jahre befristet. Und dann? Tremmel sagt: „Wenn dieses Modell auf die Entscheidung entweder Hochschule oder Praxis hinauslaufen soll, kann ich mich zum jetzigen Zeitpunkt nicht festlegen. Beides hat sein Für und Wider. Ich werde mir zu gegebener Zeit die Frage stellen: Wo werde ich denn mehr gebraucht?“ Sollte er sich im Anschluss für den Karriereweg HAW-Professur entscheiden, attestiert Professor Stosch ihm die Fähigkeiten dazu: „Er wird dann beide Welten gut genug kennen. Er wird die Erfahrung aus der Wirtschaft haben, aber auch die Festigkeit in der Theorie, um das Chaos aus der Praxis sortieren und klären zu können.“
Und wie ist die Sicht des Praxispartners? Felds Antwort klingt zunächst überraschend: „Aus Unternehmenssicht ist es egal, wie Martin Tremmel sich entscheidet.“ Doch die Erläuterung leuchtet ein: „Zunächst einmal nutzen wir die Zeit, die er da ist, um am gemeinsamen Netzwerk mit der TH OWL zu partizipieren. Entscheidet er sich nach seiner Promotion für eine Karriere bei Hettich, dann haben wir die passende Position für ihn. Entscheidet er sich aber für eine HAW-Professur, fänden wir das auch gut, weil er uns immer als Netzwerkpartner mitnehmen würde. Aus diesem Tandemprogramm können wir nur als Gewinner rausgehen.“
Und wenn man dieses duale Modell zeitlich unbefristet verstetigt, auch auf anderen Qualifikationsstufen, z. B. im Rahmen einer von Wissenschaft und Praxis geteilten Professur? Felds eindeutige Haltung dazu findet Zustimmung von Prof. Stosch und Martin Tremmel: „Davon träume ich schon lange.“
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Miriam Magadi
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