Datenbasierte Wertschöpfungsmodelle
Clever mit Daten arbeiten: Wege zu Effizienz und Innovation in Unternehmen
Seit 2023 ist Dr. Benedikt Latos Professor für Produktionswirtschaft im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften. Er arbeitet schwerpunktmäßig an der Optimierung von produktivitäts- und humanorientierten Kriterien bei der Gestaltung der Produktion von morgen. Die Fokusprofessur „Datenbasierte Wertschöpfungssysteme“ übernahm er im April 2024 von Dr. Korbinian von Blanckenburg, der diese interimsweise innehatte. In diesem Projekt entwickelt Benedikt Latos in Kooperation mit dem Fraunhofer IOSB-INA End-to-End-Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in OWL, die auf modularen technischen und betriebswirtschaftlichen Mustern basieren und die Nutzung datenbasierter Wertschöpfungsmodelle erleichtern. Diese Fokusprofessur wird unterstützt durch Professor Dr. Stefan Witte, Vizepräsident für Forschung und Transfer.

Wie aus Daten strategischer Mehrwert wird
Warum sind Daten so wichtig?
In einer zunehmend digitalisierten Welt sind Daten ein zentraler Rohstoff für Innovation und wirtschaftlichen Erfolg. Unternehmen, die es schaffen, Daten gezielt zu nutzen, können Prozesse optimieren, neue Geschäftsmodelle entwickeln und sich Wettbewerbsvorteile sichern. Ob in der Industrie, im Handel oder im Dienstleistungssektor – datengetriebene Entscheidungen steigern Effizienz und Kundenorientierung, sie senken Kosten und maximieren Gewinne.
Wofür können Daten sinnvoll genutzt werden?
Bewährte Anwendungsbereiche sind etwa das Process Mining: Hier werden die eigenen Geschäftsprozesse optimiert, indem die Verarbeitungsdaten der verwendeten IT-Systeme betrachtet und auf Effizienzsteigerungspotenziale hin analysiert werden. Auch bei der Predictive Maintenance, also der vorausschauenden Wartung, können Daten aus der Sensorik Kosten reduzieren, da etwa Maschinen in der Produktion bedarfsgerecht in Stand gehalten werden können. Somit kommt es seltener zu Ausfällen oder kostenintensiven Reparaturen. Neben der Senkung von Betriebsausgaben können Daten aber auch innovative Geschäftsmodelle hervorbringen: Wenn sie selbst zum Produkt werden, wie etwa bei datenbasierten Services. Wetterdaten haben beispielsweise für die Landwirtschaft eine große Bedeutung. Eine entsprechende App bietet hier hohen Nutzwert, indem sie Daten von Satelliten, Sensoren und Wetterstationen gezielt zusammengeführt, analysiert und für den individuellen Bedarf aufbereitet – als kaufbare Leistung.
Wie können Unternehmen ihre Daten effektiv verwerten?
Professor Dr. Benedikt Latos weiß: „Die Potenziale der datenbasierten Wertschöpfung sind für Unternehmen also enorm, die Frage ist nur: Wie werden aus der Vielzahl an verfügbaren Daten, genau die richtigen Informationsträger identifiziert und zusammengebracht?“ Dieser Fragestellung schließen sich weitere nahtlos an: Wie können Unternehmen dazu befähigt werden, Daten maximal effektiv zu nutzen: Sie automatisiert so zu strukturieren, analysieren und auszuwerten, dass sie bestmöglich auf die verschiedenen Geschäftsziele einzahlen?
„Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen vor der Herausforderung, mit begrenzten Ressourcen datenbasierte Wertschöpfung erfolgreich zu gestalten. Genau hier setzen wir mit diesem spannenden Fokusprojekt an“, so Latos, der das seit 2023 laufende Projekt in enger Kooperation mit dem Fraunhofer IOSB-INA leitet.
Was sind die Ziele des Fokusprojekts „Datenbasierte Wertschöpfung“?
Die TH OWL legt mit diesem Projekt den Schwerpunkt auf die Nutzung von Daten zur Verbesserung von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen. Ziel ist es, insbesondere regionale KMU dabei zu unterstützen, aus ihren Daten wirtschaftlichen Mehrwert zu generieren und innovative Lösungen zu entwickeln.
Konkrete Ziele des Projekts:
- Identifikation von Potenzialen: Ermittlung, wie Unternehmen durch Datenanalyse ihre Abläufe optimieren und neue Geschäftsmodelle entwickeln können
- Entwicklung von Lösungen: Schaffung skalierbarer datenbasierter Wertschöpfungsmodelle, die auf die spezifischen Bedürfnisse von KMU zugeschnitten sind
- Monetarisierung von Daten: Untersuchung von Möglichkeiten, wie Unternehmen ihre Daten direkt oder indirekt in Umsätze umwandeln können
In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IOSB-INA wird eine Forschungsgruppe aufgebaut, die als kompetenter Partner für Industrie und Forschung im Bereich der datenbasierten Wertschöpfung agiert. Das Fraunhofer IOSB-INA bringt dabei umfangreiche Erfahrung in technischen Anwendungsmöglichkeiten wie intelligenter Vernetzung und KI-basierter Datenauswertung ein.
Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der TH OWL ergänzt durch Expertise in der Analyse von Geschäftsprozessen, strategischer Planung und der Gestaltung hybrider Leistungsbündel.
Praxisblick ins Fokusprojekt: Datenbasierte Serviceleistungen im Maschinenbau und Digital Twin Day
Und es gibt auch schon konkrete Praxisbezüge und Veranstaltungen, in denen das Fokusprojekt Anwendung findet: Die Fachgruppe Service im Maschinenbau ist im Rahmen der Fokusprofessur für das Netzwerk owl maschinenbau gemeinsam mit dem Faunhofer IOSB-INA sowie der Smartsquare GmbH entstanden. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie Maschinenbauunternehmen Serviceleistungen optimal in ihr Portfolio integrieren und zur Kundenbindung nutzen können. Daten, die aus Predictive Maintenance gewonnen werden, fließen hierbei ein und sorgen etwa für kostenoptimierte Wartungsmodelle, die Teil eines passgenauen Serviceangebots sein können. Die Fachgruppe verbindet technisches Wissen über Maschinen und Systeme mit betriebswirtschaftlicher Expertise in Service-Design, Geschäftsmodellentwicklung und Kundenorientierung – auch auf Basis datengetriebener Erkenntnisse.
Im Oktober 2025 hat erstmalig der Digital Twin Day stattgefunden. Er ist stark datengetrieben und in Partnerschaft mit dem Fraunhofer IOSB-INA entstanden: Digitale Zwillinge spielen bei der datenbasierten Wertschöpfung eine zentrale Rolle, weil sie reale Produkte, Prozesse oder ganze Systeme virtuell abbilden und somit neue Möglichkeiten für Effizienz, Innovation und Geschäftsmodelle eröffnen. Die Veranstaltung richtete sich an ein Fachpublikum aus der Wirtschaft und bot neben Keynotes von Expert:innen auch praxisnahe Workshops und interaktive Austauschformate rund um das Zukunftsthema Digitale Zwillinge.



Leuchtturmprojekte der TH OWL
Die Hochschule setzt mit den laufenden Fokusprofessuren auf Innovation und Zukunftsgestaltung. Die interdisziplinär angelegten Leuchtturmprojekte in Forschung, Lehre, Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft sowie Diversität entwickeln Zukunftsthemen weiter und stärken die TH OWL in ihren strategischen Entwicklungsfeldern.
Ermöglicht werden sie durch das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz geförderte Projekt PROFuture@TH-OWL.
Sie haben Fragen?
Sie möchten mehr über das Fokusprojekt „Datenbasierte Wertschöpfungsmodelle" erfahren? Wenden Sie sich gern direkt an den Fokusprofessor:
Prof. Dr. Benedikt Latos
+49 5261 702 5824
benedikt.latos(at)th-owl.de
Sie interessieren sich für unsere Fokusprojekte im Allgemeinen? Melden Sie sich gern bei:
Miriam Magadi
PROFuture@TH-OWL | Graduiertenprogramme mit der Wirtschaft, Transfer- und Fokusprofessuren
+49 5261 702 5120
miriam.magadi(at)th-owl.de | profuture(at)th-owl.de
Das Projekt PROFuture@TH-OWL ist Teil der BMFTR-Förderline „FH Personal“ und wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) unterstützt.
Gefördert durch:
