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Zukunftsgerechtes Wohnen

Fokusprofessorin Dr. Susanne Kost

Interdisziplinäre Wege zum Wohnen der Zukunft

Seit 2022 ist Dr. Susanne Kost Professorin für Planungstheorie und Planungsmethodik an der Detmolder Schule für Gestaltung. Sie arbeitet somit an der Schnittstelle zwischen Stadtplanung, Architektur und räumlicher Entwicklung. Die Themen, mit denen sie sich in Lehre und Forschung schwerpunktmäßig beschäftigt, sind u. a. Partizipationsprozesse in der Planung, integrative Stadtentwicklung und Planungskultur. In ihrem Fokusprojekt „Zukunftsgerechtes Wohnen“ forscht sie seit 2024 interdisziplinär und praxisorientiert zu diesem zentralen Thema, das uns alle betrifft. Dieses Fokusprojekt wird unterstützt von Professorin Dr. Uta Pottgiesser, der Vizepräsidentin für Kultur, Kommunikation und Internationales.

Vier Fragen an die Fokusprofessorin

Prof.in Dr. Susanne Kost erläutert das zentrale Thema und die Perspektiven ihres Fokusprojekts „Zukunftsgerechtes Wohnen“.

Was ist das zentrale Thema Ihres Fokusprojekts?

Wohnen ist eines der drängendsten Themen unserer Zeit – mit zahlreichen Herausforderungen:

In den Städten steigen die Mieten. Die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum wächst – nicht nur in den Metropolen und Ballungszentren, sondern ebenso in Klein- und Mittelstädten. Im Gegensatz dazu stehen in den ländlichen Regionen Häuser oftmals leer oder ältere Menschen leben oft auf viel zu viel Fläche, die sie im Alter nicht mehr bewältigen können oder die ihnen aufgrund fehlender Barrierefreiheit das Leben erschwert. Solche großen Wohnungen oder Einfamilienhäuser wären eher für Familien geeignet. Gerade in ländlichen Räumen fehlt es aber an geeigneten Wohnraumangeboten, um diesen Generationenwechsel vollziehen zu können. Auch Begegnungs- und auch Interaktionsorte im öffentlichen Raum fehlen, was auch zu einer zunehmenden Isolation führt.

Der Klimawandel zwingt uns zudem, nachhaltiger zu bauen, denn der Gebäudesektor ist für einen erheblichen Teil der CO₂-Emissionen verantwortlich. Und auch technologische Innovationen – Digitalisierung, Smart Homes und neue Materialien – verändern die Art und Weise, wie Wohnräume und Gebäude konzipiert, gebaut und genutzt werden.

Unsere Städte und Gemeinden stehen dahingehend vor einem großen Wandel.

Wie wollen Sie diesen Wandel aus Ihrem Fokusprojekt heraus gestalten?

All diese Themen greifen ineinander und können nicht isoliert für sich betrachtet werden. Deswegen bedarf es einer interdisziplinären Herangehensweise und einer Bündelung unserer Stärken aus verschiedenen fachlichen Sichtweisen: Architektur, Stadt- und Freiraumplanung, Sozialwissenschaften, Bautechnik und auch Bauwirtschaft. Wohnen, Wohnraum, Bauen und auch Finanzierung müssen neu gedacht werden. Gemeinsam – und vor allen Dingen mutig. 

Hier setzt meine Fokusprofessur für „Zukunftsgerechtes Wohnen“ an, indem sie sich als zusammenführende und interagierende Schnittstelle zwischen Disziplinen, Fragestellungen, Maßstabsebenen sowie zwischen Wissenschaft, Praxis und Gesellschaft versteht. Gemeinsam müssen wir neue Wege finden, diese komplexen Herausforderungen rund um das Thema Wohnen anzugehen.

Welche Maßnahmen sehen Sie zur Realisierung dieser Schnittstelle innerhalb des Projekts vor?

Mein Ziel ist es, Konzepte zu entwickeln, die sozial gerecht, nachhaltig und wirtschaftlich tragfähig sind. Und dafür braucht es unser gebündeltes Engagement: Lehrende und Forschende unterschiedlicher Disziplinen, die stärker zusammenarbeiten, Studierende, die mit uns gemeinsam innovative Konzepte für das Wohnen, Bauen und Finanzieren erarbeiten, was nur im Schulterschluss mit Kommunen, sozialen Akteur:innen und Wirtschaft gelingen kann.

Während der Fokusprojektlaufzeit möchte ich ein interdisziplinäres Fundament legen, das Stadtplanung, Architektur und Innenarchitektur mit anderen Disziplinen an der TH OWL synergetisch verknüpft und forschungsseitig weiterentwickelt. Dabei lege ich auch einen Fokus auf Experimentierräume und Pilotprojekte zur direkten Erprobung neuer Ansätze sowie deren Erfahrbarkeit. Ich plane die Initiierung partizipativer Formate, die es Bürger:innen ebenso wie Studierenden ermöglichen, aktiv an der Gestaltung von Wohnprojekten mitzuwirken. Dabei strebe ich auch eine institutionelle Verankerung dieses gesellschaftlich wichtigen Themas an unserer Hochschule an, um Praxis und Forschung auf verschiedenen Ebenen zu verknüpfen.

Zusammengefasst: Mit dem Fokusprojekt „Zukunftsgerechtes Wohnen“ möchte ich die disziplinären Potenziale an unserer Hochschule zusammenführen, neue Lösungen erforschen – aber auch Experimentierräume schaffen und dort diese Konzepte erproben.

Und über das Projekt hinaus?

Die Fokusprofessur soll auch über den Aufbauzeitraum hinaus als zentraler Impulsgeber für die Erforschung, Entwicklung und Umsetzung innovativer Wohnkonzepte auf verschiedenen Maßstabsebenen wirken. Durch das Einwerben von Drittmitteln und die Nachwuchsförderung möchte ich dieses Themenfeld mittelfristig in der Hochschule verankern. Langfristig soll sich das Thema als Think Tank und erfahrbares Praxislabor zugleich etablieren.

Meine Rolle sehe ich darin, als Brückenbauerin zwischen Disziplinen und Akteur:innen zu fungieren, um nachhaltige und soziale Lösungen für das Wohnen zu initiieren, gemeinsam zu entwickeln und zukunftssicher zu machen. Wir alle tragen deshalb eine Verantwortung im Bauen, Wohnen und in der Entwicklung unserer Städte und Gemeinden, um sie attraktiv, lebenswert und zukunftsgerecht zu gestalten.

Fokusthemen für die Zukunft

Leuchtturmprojekte der TH OWL

Die Hochschule setzt mit den laufenden Fokusprofessuren auf Innovation und Zukunftsgestaltung. Die interdisziplinär angelegten Leuchtturmprojekte in Forschung, Lehre, Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft sowie Diversität entwickeln Zukunftsthemen weiter und stärken die TH OWL in ihren strategischen Entwicklungsfeldern.

Ermöglicht werden sie durch das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz geförderte Projekt PROFuture@TH-OWL.

Kontakt

Sie haben Fragen?

Sie möchten mehr über das Fokusprojekt „Zukunftsgerechtes Wohnen" erfahren? Informieren Sie sich auf auf der Webseite von Professorin Dr. Susanne Kost. Oder wenden Sie sich gern direkt an die Fokusprofessorin:
Prof.in Dr. Susanne Kost
+49 5231 769 6485
susanne.kost(at)th-owl.de

Sie interessieren sich für unsere Fokusprojekte im Allgemeinen? Melden Sie sich gern bei:
Miriam Magadi
PROFuture@TH-OWL | Graduiertenprogramme mit der Wirtschaft, Transfer- und Fokusprofessuren
+49 5261 702 5120
miriam.magadi(at)th-owl.de | profuture(at)th-owl.de

Das Projekt PROFuture@TH-OWL ist Teil der BMFTR-Förderline „FH Personal“ und wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) unterstützt.

Gefördert durch: