Skip to Content
Machen Sie mit!

Lastenrad

Das Projekt

Die vorliegenden Projektergebnisse sollen im wissenschaftlichen Sinne einen Beitrag zur These liefern:

Lastenräder im Low-Cost-Sektor sind auf Basis von Sperrholz für ambitionierte Hobbybastler realisierbar! Der Umstieg von fossilen Verkehrskonzepten auf umweltfreundliche Alternativen z.B. Lastenräder ist somit nicht eine Frage eines höheren Investments.

Im Sinne eines wissenschaftlichen Diskurses legen wir hiermit alle unsere Unterlagen offen, und erlauben den Nachbau zur Erhärtung oder Widerlegung unserer These.

Es handelt sich beim individuellen Nachbau nicht um einen Lizenzbau. Die TH OWL und die im Projekt handelnden Personen übernehmen keinerlei Haftung und Gewährleistung. Aus unseren Plänen entsteht lediglich eine Sperrholzkiste, kein Fahrzeug. Im Sinne des angesprochenen Diskurses sind wir an den gemachten Erfahrungen und Ideen zur Verbesserungen sehr interessiert. Bitte teilt uns mit, wenn Ihr einen Bau in Angriff nehmt bzw. wenn Ihr fertig werdet. Je nachdem wie nahe Ihr an unseren Vorschlägen bleibt, fänden wir es fair, wenn Ihr am ggf. von Euch realisiertem Fahrzeug ein Hinweis auf die TH OWL anbringt. Wir unterstützen Euch dabei gerne z.B. zu Zusendung von Logos usw..

Pressebericht ADFC

Longjohn 20“ (Typ „Owl“)

Longjohns mit dem Transportbehältnis vorne haben sich als universelle Lastenräder durchgesetzt. 

Werden Kinder transportiert, sind sie in der Kiste vorne gut zu beobachten. Lasten sind genauso transportierbar, wenn auch der Platz und die Zuladung begrenzt sind. 

Ein kleines, hydraulisch gebremstes Vorderrad ist fahrdynamisch sinnvoll. Seilzuglenkungen oder Achsschenkellenkungen sind möglich. Unser Typ „Owl“ ist für den ambitionierten Selbstbau gedacht, bei dem viel Wert auf Anspruch und Anmutung gelegt wird. Es wird nicht nur geklebt sondern auch komplizierte Gehrungen gesägt, gedämpft gebogen, Formlagenholz verbaut und einiges geschweißt. 

Deine Bekannten werden beeindruckt sein. Der Rahmen ist durch Verrippung verdrehsteif, gleichzeitig in der Vertikalen gut gefedert. Schon als Bio-Cargobike können nicht nur Bedürfnisse der Nahmobilität befriedigt werden, weitere Touren sind problemlos möglich.

Daten: 
Gewicht: 32 kg
LxBxH: 2604 x 645 x 1000 mm
Fahrer: 110 kg, Ladung: 70 kg
Rahmenhöhe: S
Bauzeit Sperrholzrahmen:  >20 h
2 Platten 125 x 250 cm Birkensperrholz 6 mm

Downloads Longjohn 20":
Lastenrad TH-OWL-Longjohn VR20 Präsentationsmodell.step
Lastenrad TH-OWL-Longjohn VR20.step
Lastenrad-TH-OWL_Longjohn_20VR.dwg
Lastenrad TH OWL Longjohn_20VR-nesting.dxf

Longjohn 26“ (Typ „Heron“)

Unser Longjohn mit einem 26“ Vorderrad ist der Ausgangspunkt unserer Projekte. 

Um die Kosten so weit wie möglich zu drücken, wurde das upgecycelte Mountainbike hier komplett verwendet und eine kostengünstige Seilzuglenkung eingesetzt. Mit 500 € zusätzlicher Materialkosten braucht sich die auf den Namen „Heron“ hörende Type in dieser Hinsicht nicht zu verstecken. 

Auch fahrdynamisch braucht sie den Vergleich - auch im Alltagstest - nicht zu scheuen, aber es gibt besseres. Der Selbstbau ist mit dem der „Owl“ absolut vergleichbar. Die Rahmenprüfungen nach DIN EN 79010 wurden mit dieser Type ohne Schaden erfolgreich absolviert. 

Manchen gefällt der lange „Hals“ des „Heron“ vielleicht nicht, aber es funktioniert und ist kostengünstig. Bislang sind genauso viele „Heron’s“ wie „Owl’s“ gebaut worden …

Downloads: Longjohn 26“
Lastenrad TH-OWL-Longjohn VR26.step
Lastenrad-TH-OWL_Longjohn_26VR.dwg
Ansichten_Longjohn_Vogt_22.pdf
Lastenrad TH OWL Longjohn_26VR-nesting.dxf

Longjohn 20“ easy (Typ „Swallow“)

Obwohl das Holzgestell unser Typs “Owl” in 20 Stunden gebaut werden kann, ist die „Owl“ schon aufwändig. Vermehrte Anfragen nach Schülerprojekten oder Lastenräder, die durch Werkstätten für Personen mit Einschränkungen gebaut werden könnten, haben uns veranlasst, die deutlich einfachere Type „Swallow“ aufzulegen. 

Das Lastenrad in der Mitte teilbar und kann so besser mitgenommen werden. Auch sind so die Sperrholzzuschnitte kleiner und dürften auf die meisten CNC-Fräsen oder Laser in MakerSpaces oder FabLabs passen. Speziell profilierte Leisten entfallen genauso wie die meisten Schweißteile. Fast alles ist rechtwinklig ausgeführt und somit einfacher anzupassen. Wir haben uns entschieden, die „Swallow“ von der „Owl“ abzuleiten. 

Zwar sind die Kosten höher als beim „Heron“, die Fahrdynamik ist aber die bessere. Optisch ist die „Swallow“ immer noch ansprechend, vor allem wenn der komplett vom upgecycelten Mountainbike übernommene Hinterbau farblich passend lackiert wird. Leider ist es uns nicht ganz gelungen, dem Thema Epoxid auszuweichen. Klebenähte werden so ausgeführt und an einer Stelle Flachsfasern laminiert.

[Bilder des CAD-Modells folgen in Kürze]

E-Trike (Typ „Swan“)

Durch einen unserer Förderer, die Hochschulgesellschaft OWL, wurde der Wunsch geäußert, auch die Inklusion stärker zu berücksichtigen. Weiter wurde in der Hochschule bald der Ruf nach einem fahrbaren Marktstand laut. 

Beidem sind wir gerne nachgekommen und haben den „Swan“ aufgelegt. Er ist immer noch zum Nachbau geeignet. Man sollte allerdings einige Erfahrung besitzen. Nicht nur die Fahrradtechnik ist komplizierter (z.B. 2 Hydraulikbremsen mit einem Geber) auch der Zusammenbau der Kiste mit Lenkschemellenkung ist komplexer. Es muss mit Carbongeflecht-Schlauch laminiert werden. 

Der E-Bike-Nachrüstsatz von Windmeile funktioniert gut und gestattet mühelos, die 100 kg Zuladung in der Kiste und den Fahrer mit einem Gewicht bis zu 100 kg auch Steigungen hinauf zu bewegen. Man muss nur etwas knobeln, bis alles klappt. Wegen der engen Durchfahrten und Fahrradwege haben wir einen vergleichsweisen schmalen Radstand gewählt. In den Kurven sollte daher die Geschwindigkeit deutlich reduziert werden. Wie bei allen starren Trikes muss allerdings beim Lenken „geackert“ werden. Nose Wheeles hatten wir befürchtet. Der „Swan“ zeigt aber keine Neigung dazu. Selbst der Zustieg vorne ist ohne das Herablassen der dazu vorgesehen Stützen und ohne zu Kippen, wenn der Fahrer noch nicht sitzt, möglich. 


Daten:
Gewicht: 50 kg
LxBxH: 2200 x 815 x 1100 mm
Fahrer: 110 kg, Ladung: 110 kg
Rahmenhöhe: S
P; W: 250 W; 624 Wh
Bauzeit Sperrholzrahmen:  >50 h
3 Platten 125 x 250 cm Birkensperrholz 6 mm

Downloads E-Trike:
Lastenrad TH-OWL-Trike.step
Lastenrad TH-OWL-Trike.dwg
Lastenrad TH OWL Trike-nesting.dxf
LastenTrike TH OWL.step
LastenTrike TH OWL.f3z

E-Trailer (Typ „Nandu“)

Um eine kostengünstige nachhaltige Feinmobilität wird noch gerungen. 

Unser Beitrag dazu ist „Nandu“, ein Lastenanhänger zum Nachbauen nach den Prinzipien unserer anderen Lastenräder. Zielgruppe sind dabei eher Auszubildene in Handwerksbetrieben, die Spaß an einem sinnvollen interdisziplinären Projekt haben und den „Nandu“ beispielsweise für die standesgemäße Auslieferung feiner Möbel im Innenstadtbereich brauchen. 

Die Deichsel des „Nandu“ greift im Zentrum des Hinterrades des ziehenden Fahrrades an. Daher konnte ein einseitiger Nachrüst-Reibradantrieb gesetzt werden. Wir haben zunächst auf Rubbee X gesetzt; die Funkdistanz zwischen dem steuernden Pedalsensor am Zugfahrzeug und dem Antrieb war allerdings knapp zu groß. Derzeit experimentieren wir mit im Antrieb selbst verbauten Hall-Sensoren, die feststellen, ob verzögert wird oder nicht. „Nandu“ kann das Zugfahrzeug schieben, wird jedoch durch Bremsen die Deichsel über einen Widerstand in den Anhänger eingeschoben, fallen zwei Scheibenbremsen ein. 

Mit 300 kg Zuladung und eine Ladefläche von 0,85 x 1,9 m ist der Anhänger sehr groß und passt nicht mehr auf die meisten Fahrradwege. Interessenten der Zielgruppe dürfte es allerdings ein leichtes sein, die Konstruktion auf individuelle Größen abzuwandeln. Wir haben zwar Radkästen gesetzt, um „normale“ Vorderräder einsetzen zu können. Auf jeden Fall sollten diese aber auf das gewünschte Systemgewicht ausgelegt sein, sonst dürfte der Spaß nur von kurzer Dauer sein.

Daten:
Gewicht: 53 kg
LxBxH: 2700 x 1107 x 715 mm
Ladung: 300 kg
P; W: 250 W; 280 Wh
Bauzeit Sperrholzrahmen:  >40 h
2 Platten 125 x 250 cm Birkensperrholz 6 mm
1 Platte 125 x 250 cm Siebdruckplatte Birke 9 mm

Lasten-LEV (Typ „Goose“)

Holz kann mehr! Light Electric Vehicles werden heute überwiegend aus Stahl hergestellt. 

Das ist sicherlich sinnvoll. Sobald aber eine Transportbox dazu kommt, kann diese aus Holz und Holzwerkstoffen sein und auch mit- oder selbsttragend sein. 

Die Hughes H-4 Herkules („Spruce Goose“) mit 97 m Flügelspannweite und 181 t Startgewicht aus dem Jahre 1947 wurde erst im Jahre 2019 als größtes Flugzeug der Welt abgelöst. Sie war aus „Duramold“ hergestellt, einem Birkensperrholz. 

Das sollte doch auch für LEVs reichen. Für Lastenräder haben wir es schon bewiesen und dabei auch die Nachhaltigkeit in den Focus gerückt. Das Projekt startet im Wintersemester 25/26. Der Bau eines Prototypen ist aus Kostengründen zur Zeit nicht geplant.

Bau

Unser Vorschlag zum Bau von Lastenrädern aus Sperrholz richtet sich an schon etwas erfahrenere Hobbybastler. Durch entsprechende Werkzeuge aber auch die vorgeschlagenen Klebstoffe und Hitzeeinwirkungen beim Dämpfen kommt es zwangsläufig zu Gefährdungen, denen durch ein Arbeitsschutzkonzept individuell begegnet werden muss. Passt auf und haltet Euch an die Gefahrstoffanweisungen der Hersteller und die UVV!

Veröffentlichungen