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Mein Weg zur Nachhaltigkeit

Als Naturliebhaber treibt es mich schon immer um, wie wir mit unserer natürlichen Umwelt umgehen und sie lediglich als Ressource ansehen. Ich habe mich daher schon als Student mit Alternativen zum motorisierten Individualverkehr auseinandergesetzt und beispielsweise für die Gruppe der Studierenden und Jungingenieure im VDI einen Vortrag zu „Verkehr(te) Zukunft“ auf dem Deutschen Ingenieurtag 1993 gehalten. Mein erstes Auto habe ich dann als Vater von zwei Kindern mit 31 Jahren in Südtirol gekauft. Dort wurden dann die Alternativen schon sehr mühsam, obwohl wir ein MTB-Tandem mit Kinderanhänger für die Familienausflüge einsetzen konnten.

2023 habe ich dann eine Weiterbildung zum Klimaschutzmanager gemacht. Und obwohl ich schon immer darauf erpicht war, meinen CO2-Fußabdruck so gering wie möglich zu halten, habe ich in der Konsequenz auch privat einige Projekte angefangen und umgesetzt, über die ich hier berichten möchte. Der Bezug zu meinen Fächern wird den Eingeweihten sofort auffallen. Die Anregung alles aufzuschreiben ergab sich während meiner nicht ganz freiwilligen Benefiz-Rad-Tour für die Heilsarmee. Einen Dank hierfür, auch an Volker Siebrasse für die IT.

Garten

So soll z.B. der Garten um unser Einfamilienhaus, das nur noch meine Frau und ich mittlerweile bewohnen, ein Refugium für die Artenvielfalt sein. Ein Naturgarten soll es sein! Unser Baumbestand sorgt für Schatten und Kühlung im Sommer und Brennholz für den Winter. Wir heizen abends wegen des Wirkungsgrades mit einem Holzvergaserofen (Xeoos Twinfire X8). Meine Vision ist, dass gerade in der Massivholzindustrie mehr Holzvergaser zur Wärme- und Pflanzenkohlegewinnung zum Einsatz kommen. Die Ackerflächen in Deutschland sind einschlägigen Veröffentlichungen zu folge vielfach sehr weit degeneriert, so dass Terra Preta zur Lösung beitragen könnte. Wir selber verbrennen leider bis zur Asche, die wir aber wieder ausbringen. Der weitere Heizwärmebedarf wird durch Fernwärme gedeckt.

Unsere Kinder sind aus dem Haus und brauchen keine Rasenfläche mehr. So wird unser Rasen selbstverständlich nicht vor und im Mai gemäht und weiter nur noch ein zweites Mal bevor das Laub fällt. Die Feuchtigkeitsspeicherung ist fühlbar höher. Dass wir im Wohngebiet „Faule Wiese“ ein Austrocknungsproblem haben, merken wir ganz deutlich. Unser Haus steht auf blauem und in braunem Lehm und scheint sich über die Jahre immer mehr herauszuheben. Eine ebene Stelle auf der Wiese wird allerdings gemäht. Wir versuchen uns als Trail-Angels für den E1 (1nigttent.com). Meistens kommen Radtouristen zum Zelten.

Und da wir nicht nur die Flora sondern auch die Fauna lieben, haben wir keine Katze und auch keinen Hund (ca. 1 t CO2e/a).

Toilette

Unsere Ausscheidungen enthalten wichtige Nährstoffe für Pflanzen. Schade, dass es bei Mischung von flüssig und fest und durch Oxidationsprozesse zur Bildung von unangenehmen Gerüchen kommt. Unsere „Luxus“-Trenntoilette ist natürlich selbstgebaut und steht im Keller (Pläne zu download hier). Urin ist als Dünger (Stickstoff, Phosphor) so heftig, dass es eigentlich zur Ausbringung 1:10 verdünnt werden sollte.

Herd

Wir kochen mit Flaschengas (ca. 15 kg/a). Die Kosten hierfür sind geringer als die jährlichen Fixkosten für den Anschluss ans Stadtgas. Im Gegensatz zu Konzepten in südlichen Ländern steht aber unsere Gasflasche in einem Verschlag außerhalb des Hauses und ist dann mit einer Kupferleitung fest mit dem Gasherd (Wirkungsgrad 58% statt 30% bei Elektro) verbunden. Da die Küche wie auch das Haus relativ kühl gehalten wird, wird in der kalten Jahreszeit auch die Wärmeenergie (Stoßlüften!) benötigt.

Meine Frau kocht an ihrer Praxis überwiegend mit einem Reiskocher (600W) – nicht nur Reis!

Kühleinrichtungen

Tiefkühltruhe und Kühlschrank haben trotz A++ vergleichsweise hohe Leistungen. Nach dem die Kinder aus dem Haus waren, haben wir das dauerhafte Ausschalten unserer Tiefkühltruhe so gut wie gar nicht bemerkt. Unsere Fahrräder stehen nicht im Keller sondern sind sofort im Fahrradport verfügbar. Wenn Eis oder Tiefkühlkost benötigt wird, muss einer halt schnell fahren. Man bewegt sich ja sowieso zu wenig.

Das Außerbetriebsetzen des Kühlschrankes hat uns mehr Überwindung gekostet. Unser Keller ist aber sehr kühl (Decke natürlich isoliert) und alles hält sich ausreichend lang. Gefühlt haben wir jetzt weniger verschimmelte Nahrungsmittel. Jeder Gang hält schlank. Man muß jetzt öfter in den Keller (sowieso wegen der Toilette) und einkaufen. Wegen des Rowdytums der Helikoptereltern vor den Schulen wurde vor Jahren mein täglicher Arbeitsweg verlegt. Jetzt führt er zusätzlich an Geschäften vorbei. Mein Rucksack ist ein Raumwunder und auch wenn ich jetzt öfter zu Fuß gehen (t.w. mit Barfußschuhen: Rückenschmerzen und Knieprobleme sind erheblich reduziert!), zu schwer ist er nie.

Nahrungsmittel

Wir sind Flexitarier. Kein Fleischkonsum kommt nach einer Studie (Wynes, Nicholas 2017) an vierter Stelle hinsichtlich Klimawirksamkeit (gefolgt vom Fliegen, Autoverkehr und Anzahl der Kinder; letzteres wird sehr kontrovers diskutiert, ist aber angesichts des exponentiellen Bevölkerungswachstums am offensichtlichsten und schon dem Ökonom Maltus Anfang des 19. Jahrhunderts aufgefallen). Wenn Fleisch, dann Hühnchen oder wir können es „retten“. Leider ist Foodsharing oder Lebensmittelretten hier in der Provinz nicht so verbreitet. Unsere Gemüse-Retten-Kiste wurde leider eingestellt.

Wasser

Trinkwasser ist zum Trinken da! Für unser Brauchwasser haben wir eine Zisterne von Hand eingegraben. Der Bagger kam nicht zu der gewünschten Stelle. Da unser Dach wegen der vielen Bäume kein bevorzugter Rastplatz für Vögel ist, wird damit auch z.T. Wäsche gewaschen. Als Waschmittel wird t.w eine Roßkastanienlauge angesetzt (Link), diese ist auch bestimmt DTPMP frei. Weichspüler wird durch einen Waschball eingespart. Die Zisterne ist schon älter. Die Bemessung passt nicht mehr ganz zu den heute trockenen Sommern.

Photovoltaik

Bei uns standen drei Dächer an zwei Standorten für unsere Bürgerpflicht zur Disposition. Die Standorte wurden von mir im Solarkataster Lippe überprüft. Die durchschnittlichen Verbräuche sind an beiden Standorten übersichtlich, zuweilen gibt es höhere Lastspitzen (Sauna, Elektrowerkzeuge usw.). Wir haben uns daher zur Volleinspeisung zzgl. jeweils einer kleineren Anlage für unseren kontinuierlichen Bedarf entschieden. Wir haben keinen großen Speicher. Ich versuche auf dem Laufenden zu bleiben, damit ich den Durchbruch bei z.B. Natrium-Ionen-Akkus nicht verpasse. Stattdessen puffern wir mit einer alten AGM-Batterie (bessere oder überhaupt Recyclingfähigkeit) und einer Zeitschaltuhr händisch ein wenig von unserem Sonnenstrom. Das reicht für die Glotze, Hifi-Anlage und Wohnzimmerlicht.

Steildach 45° mit Beton-Falzziegel

Hierfür wurde ein 16-kWp-Bausatz ausgewählt (Bau.Shop), den ich mechanisch einfach monierten konnte (Q.Mount von Q.Cells) und der über einen Elektriker (Schnitger) angeschlossen wurde. Die Ziegel mussten ausgefräst werden. Dazu wurde nach anfänglichen Freihandtests eine Vorrichtung aus Holz gebaut, auf der handbedient mit einem großen Winkelschleifer mit Diamantscheibe die Nuten reproduzierbar eingefräst werden konnten. D.h. alle betroffenen Ziegel mussten vom Dach, auf die Fräse und wieder zurück, und das in Aktionen nach Feierabend.

Das Dach wurde nicht eingerüstet. Die Fangzäune verhindern nur den vollständigen Absturz aber keine schlimmen Verletzungen. Als ehemaliger Höhen- und Höhlenretter bin ich von Seilsicherungen überzeugt. Ein Statikseil (Speleo-Seil als Dopppelseil) wurde über den First gespannt und an einem 1 m tief versenkten Erdnagel (Brecheisen) befestigt. Am anderen Ende hingen ein wenig über dem Boden 10-kg-Gewichte. In die beiden Seilenden wurden Selbsttätig wirkende Klemmen (Shunt von Petzl) eingehängt und mit Kletter-Beckengurten verbunden. Die BG-Vorschriften setzen auf idiotensichere Schutzgrade. Erstens zähle ich mich nicht dieser Zielgruppe und zweitens habe ich immer noch eine gewisse Routine im Umgang mit den Sicherungsmitteln. Um einen sicheren Stand bei den anfänglichen Arbeiten zu haben wurden Holz-Aufliege-Leitern verbunden und die Alu-Zustiegsleitern mehrfach abgespannt. Später wurde auf das PV-Montagegestell getreten.

Die 40 Paneele wurden von mir alleine mittels einer um ein in den Rahmen der Module einhakendes Holzgestell erweiterten Expeditionskraxe hochgetragen. Für das Absetzen und Ausrichten hatte ich eine mit Gurten am PV-Montagegestell befestigten Plattform aus Holz gebaut. Diese konnte zudem einfach seitlich verschoben werden und verhinderte auch das Abstürzen der Module. An einem Feierabend (2-3 h) konnten 4-5 Module montiert werden. Die letzte Reihe und vor allem das letzte Paneel waren schwieriger. Die Aufliegeleitern wurden als Absturzsicherung für die Paneele in die Regenrinne gestellt, fixiert; und meine Gelenkigkeit wurde beim letzten Paneel auf die Probe gestellt. Zum Ausziehen der Kraxe mussten die Paneele z.T. fast senkrecht stehen.

Satteldach 30° mit Hohlpfanne in Aufschnittdeckung (Indach)

Aus unserer Sicht macht es ökologisch keinen Sinn, das Dach neu eindecken zu lassen, um eine PV-Anlage mit moderneren Ziegel montieren zu können. Die wenigen Lösungen für PV auf Hohlpfanne, die ich recherchieren konnte bzw. mir ansehen konnte, fand ich nicht überzeugend. Alle professionellen Lösungen für Indachsysteme waren mir zu teuer. Auf Basis von Stahl-Trapezblechen wurde daher eine eigene Lösung (Pläne zu download hier) entwickelt und mit einem entsprechenden PV-Bausatz (Q.Cells von Bau.Shop) bestückt. Problematisch waren die Anschlüsse zum Ziegeldach oben und seitlich und die erforderliche Unterspannbahn. Für ersteres wurden Eindeckrahmenprofile entwickelt (Zeichnung hier) und mit Dichtbändern bzw. -schnüren und Kompribändern zusammengebracht.

Die Breite der Unterspannbahn wurde auf etwas über Sparrenabstand durch Durchsägen der Rolle gebracht. Nach dem Abdecken wurde die Unterspannbahn in Sparrenrichtung unter den Dachlatten durchgezogen und seitlich mit 2-cm-Leisten auf Spannung fixiert. Der Überstand wurde geschlitzt und um den Sparren gelegt. Weiter wurden kleine Patschen angeklebt, um Wassernester zu vermeiden. Die Trapezbleche haben zwar einen Fließtropfschutz; Kondensat wird aber trotzdem anfallen. Der Übergang der Unterspannbahn zum Rinneneinhang bzw. Traufbrett war suboptimal, die Bilder zeigen es. Der Aufwand die Regenrinne zu versetzen hätte aber in keinem Verhältnis gestanden und immense Folgenarbeiten nach sich gezogen.

Da ein Verstreichen von innen wegen des vorhandenen Innenausbaus nicht möglich war, wurde mit frostsicherem Dickbett-Klebemörtel (Knauf Flexkleber Großformat) von außen verstrichen Dachdeckermörtel (quick-mix) hatte auf unseren Ziegeln keine schöne Haftung.

Satteldach 30° mit Hohlpfanne in Aufschnittdeckung (Aufdach)

Mittlerweile ist es erlaubt zwei Anlagen auf einem Dach zu installieren. Für unseren Eigenbedarf haben wir eine kleinere Anlage auf einem Teil der Dachfläche montiert, unter der kein Wohnraum liegt. Hier war der Verstrich schon sehr schadhaft. Das Grundstück liegt sehr windgeschützt; daher haben wir die Pfannen losgerüttelt und nach Montage der Dachhaken wieder in Position geschoben. Die darüber liegenden Paneele schützen die Verlegung. Das Verlegebild sollte gut kontrolliert werden, da durch das Begehen bzw. die Montage, die Pfannen gerne verrutschen. Obwohl durch die Aufschnittdeckung ein Spalt zwischen den Ziegeln entsteht, konnten die geforderten Abstände von je 5 mm zum unten bzw. oben liegenden Ziegel trotz flacher Stahlhaken nicht eingehalten werden. Damit keine Last auf den unteren Ziegel kommt und diesen ggf. zerstört (z.B. Schneelast mit Wind oder eine Dachlawine), ist unten der Abstand bevorzugt einzuhalten. Wir sind das Risiko eingegangen, die Situation ist relativ gut zu inspizieren.

Flachdach mit Bitumenbahneindeckung

Das Flachdach einer Doppelgarage war ein Null-Grad-Dach und reparaturbedürftig. Es wurde daher in Eigenleistung auf 2° Gefälle umgebaut. Über Bitumen kann man natürlich streiten. Es wäre super gut zu recyceln, das wird aber in Deutschland nicht gemacht. Nun alle Bereiche aufzuzählen, in denen wir noch nicht in der Kreislaufwirtschaft angekommen sind, würde diesen Blog sprengen.

Um mehr Paneele unterzubringen wurde für die Module eine 10°-Aufständerung der ganzen Fläche vorgesehen (Pläne zu download hier). Die Fläche ist direkt nach Süden ausgerichtet, so dass die Wirkungsgradverluste sich in Grenzen halten und durch die neuere Technologie (440W/Modul) eher ausgeglichen wurde. Eine Reihe Module wurde für die Eigennutzung installiert. Diese hängen über und sind um 30° gekippt. Das Gestell wurde nur auf die Schneelast ausgelegt, die die Module ertragen (zzgl. Sicherheiten). Trotzdem scheinen alle Experten, die derartige Anlage installieren noch nie solche Querschnitte gesehen zu haben. Durch Verblasung könnte unter der Aufständerung sich ja noch zusätzlicher Schnee ansammeln. Schneeschieben wäre eine Lösung. Wir fahren allerdings gerne in Winterurlaub. Also werden jetzt die beiden Garagenhälften durch Schalungsstützen getrennt.

Inhaus-Solardusche

Unseren Warmwasserspeicher über die Fernheizung aufzuheizen kostet ca. 4 kWh. Warmwasser wird also nur erzeugt, wenn es gebraucht wird. Wie ober erläutert sind wir sowieso öfter im Keller, da können wir auch die Heizung umstellen. Wegen Dachflächenfenstern konnte das Dach nicht komplett mit PV-Modulen belegt werden. Solarthermie mit Röhrenkollektoren kam für uns nicht in Frage, da anfällig und mit einem komplizierten Um- bzw. Einbau verbunden. Ein Thermosiphon wäre statisch für den Dachstuhl problematisch geworden. Die Lösung war schlussendlich eine Poolheizung mit Solarabsorber (Roth), die vom Trinkwassernetz entkoppelt Wasser aus einem Tank umpumpt und über Schwerkraft ein Regenduschkopf füllen kann.

Da wir nicht alle Räume heizen und aus praktikablen und optischen Gründen nicht alle Außenflächen des Hauses wärmegedämmt haben, ist das Badezimmer von innen gedämmt. Die Duschkabine ist analog zu einem Dunstabzug für Gefahrstoffe mit gelenkter Zu- und Abluft ausgestattet. Wasserdampfschübe durch Öffnen der Kabinentür o.dgl. werden durch Kalziumsilikatplatten und eine Deckenverkleidung aus Holz erfolgreich abgepuffert. Die wasserführenden Teile der Solardusche sind alle an der Decke der Kabine. Zur Frostsicherung kann die Anlage innerhalb der Kabine entleert werden. Leider konnte die Anlage nur geschätzt ausgelegt werden, da z.B. z-Werte für Duschköpfe u.dgl. nicht zu finden sind. Der 2-Punkt-Regler für Pumpe und einen kleinen Heizstab stammt ebenfalls aus dem Schwimmbadbau.

Fluid-Plan Solardusche

Solarthermie

Die Praxis meiner Frau befindet sich in einen über 100 Jahre alten Bauernhaus. An eine Dämmung der 60 cm dicken Außenwänden ist nicht zu denken. An der Südseite wurden zur Unterstütz der Gas-Zentralheizung (leider kein Windgas mehr von Green Planet Energy, da zu teuer nur Ökostrom) drei Luftkollektoren (SolarVenti) senkrecht an der Hausfassade montiert. Das Set konnte problemlos montiert werden, wurde aber erweitert. Ein nordseitiger Behandlungsraum sollte ebenfalls von der vor allem in der Übergangszeit extrem gut funktionierenden Warmluftzufuhr profitieren. Der südseitige Raum wurde über den Flur hinweg mit dem weiteren Behandlungsraum über ein Rohr mit einem händisch gesteuerten Ventilator verbunden. In das Rohr wurde eine zuschaltbare elektrische Heizpatrone (300W) eingebaut. Die Periode, in der die Zentralheizung laufen muss, konnte erheblich verkürzt werden. Und nur in dieser kälteren Zeit wird dann über Rekuperativ-Lüfter (Tempero) gelüftet.

Zur Verbesserung des Behandlungsambiente wurden an den Rohrmündungen zusätzliche Schallschutzmaßnahmen mit relativ großflächigen Akustikmatten ergriffen.

Obsoleszenz

Fast Fashion würde uns auch nicht hübscher machen! Kleider und andere Dinge versuchen wir lange zu benutzen. Die moderne Konsumsteuerung macht uns dabei leider oft einen Strich durch die Rechnung. Bzgl. des Ausdruckens von Ersatzteilen und Reparaturen haben wir leider noch Nachholbedarf.

Arbeitsweg / Dienstreisen

Wie schon ausgeführt, fahre ich mit dem Fahrrad oder gehe zu Fuß. Manchmal muss es wegen dienstlichen Aufgaben oder Getränken usw. doch das Auto sein. Wir haben nur eins! Dann überlege ich mir, wie sich verschiedene Wege, die sich angesammelt haben, sinnvoll verbinden lassen. Diese Haltung ist für mich kein Selbstläufer, da muss ich mich zu weilen rational hinterfragen bzw. bekomme von meiner Frau einen Rüffel. Sie fährt nur mit dem Bike, geht oder jogged.

Gleiches trifft für Dienstreisen zu. Die Vorbereitung auf den Börsengang der Deutschen Bahn wirkt ja bekannter Weise bis heute; und ich möchte nicht in den Kanon einstimmen, der sich über die DB lustig macht. So ist das in der Demokratie, wenn politische Konzepte von mehrheitlich gewählten Vertretern nicht funktionieren, muss man das aushalten (ausbaden)! Also stehe ich früher auf und plane großzügige Zeitpuffer ein. Außerdem gibt es ja heute ein gutes Angebot an Fernbussen. Nicht dass ich gerne 25 h im Flixbus sitze um z.B. zu einer Konferenz in Florenz zu kommen. Aber es funktioniert und ist kostengünstig. Der CO2-Fussabdruck von Fernbus und Bahn im fernverkehr ist mit 29 g/P km etwa gleich groß. Durch die Entwicklungen im Bikepacking bin ich heute auch besser in der Lage, meinen kleinen Dienstanzug und Laptop auf dem Rennrad mitzunehmen und mache das, wenn es zeitlich passt. Bis z.B. Löhne ist der Zeitvorteil des Autos nicht so groß, dass dieses Argument stechend wäre. Mein Beitrag zur Wissenschaft ist nicht so groß, dass ich auf jeder Konferenz sein müsste. Ich fliege nicht mehr (Link und auch Link) in Bezug auf die Emissionen des Flugverkehrs).

Privat halten wir es genauso. Trotzdem geht der Tachostand unserer alten CO2-Schleuder jedes Jahr hoch (Subaru Impreza: 1,6 t Anhängelast bei 6 l/ 100 km=140 g CO2/km). Ein E-Auto macht eigentlich nur für Pendler oder Geschäftsreisende Sinn. Also warten wir noch ab – vielleicht auf ein vernünftiges Stadtauto-Konzept in Lemgo. Unsere Tochter schwärmt z.B. von den Angeboten in Karlsruhe und macht da auch mit. Umgesetzt haben wir in puncto Nachhaltigkeit und Auto nur runderneuerte Reifen (weniger schmutziger Sekundärbrennstoff für Zementwerke, weniger Kautschukplantagen). Da sich einige Werkstätten weigern, Runderneuerte zu vertreiben, haben wir sie selbst besorgt (King Meiler) und montieren lassen. Unser Wohnwagen fährt schon über 12 Jahre auf denselben runderneuerten Winterreifen. Sie wurden erst 2024 bei der Prüfung angezählt.

Wir haben uns 2026 nach langem Hadern auch für E-Bikes entschieden. Mit 263 kg CO2 bei der Herstellung des Bikes (Akku) schon ein Wort (Für manche nur ein kurzer Urlaubsflug). 3 g/P km im Betrieb ist allerdings günstig. Für uns war immer die Frage, steigt man vom Fahrrad auf das E-Bike um und spart kein bisschen CO2 oder ersetzt man Autofahrten. In unserer Bekanntschaft ist ersteres dominant, in der Verwandtschaft nicht nur. Um fit im Alter zu bleiben sollte der Puls mindestens zweimal in der Woche für 40 min um die 130 liegen. Der Umstieg vom Fahrrad auf das E-Bike ist da kontra produktiv. Auch deshalb haben wir lange gezögert. Entschieden haben wir uns jetzt für E-Gravel-Bikes mit 250 Wh Akku und Hinterrad-Narbenmotor mit 30 Nm. Das E-Bike meiner Frau wiegt 13 kg meins 15 kg, also kein Grund immer mit Unterstützung zu fahren. Müssen wir auch, sonst kommen wir nicht weit. Wir ersetzen jetzt ein paar der übrig gebliebenen Autofahrten. In Bielefeld ins Konzert ist locker machbar, man kommt ja abends leger nach Hause.

Internet, Medien

Als ich 2023 den Klimaschutzmanager gemacht habe, stellte ich bei Übungen zum CCF dem Referenten die Frage, wie wir den Internetgebrauch rechnen könnten. Er entgegnete, dass ihm zum ersten Mal in seiner über 10-jährigen Praxis diese Frage gestellt wurde. Sie ist aber berechtigt. Das Internet in Deutschland hat den gleichen CO2-Fußabdruck wie der Binnenflugverkehr (Ist Streaming so schädlich wie Fluhttps://www.oekocoaching.at/oeko-blog/wie-viel-energie-verbraucht-streaminggverkehr? - ÖKO Blog - Dr. Schmid & Dr. Schmid - ÖKO Coaching). Als Babyboomer ist man mit Fernsehen aufgewachsen. Wir streamen fast nicht sondern sind mit den öffentlich rechtlichen Sendern (insbesondere mit arte und 3sat) über Satellit und unserer mäßig großen Glotze zufrieden. Auch liegt kein Glasfaseranschluss (der allerdings einen niedrigeren Energieverbrauch hätte; Vielen Dank nochmals an Herrn Schwarz-Schilling!!). Wenn sie gute Treffer liefert, nehme ich die Suchmaschine, die Bäume pflanzt (ecosia). Unser Messenger-Dienst (signal) spioniert nicht; FOMO interessiert mich diesbzgl. nicht! Überhaupt versuche ich die Tech-Giganten zu vermeiden. Das hat nichts mit Nachhaltigkeit sondern mit Moral und Steuergerechtigkeit zu tun und gehört eigentlich nicht hierher.

Urlaub

Freiheit! Im Urlaub möchten wir uns von Zwängen befreien und die Natur genießen. Das geht ohnehin nicht konform zu Kreuzfahrten, Pauschal- bzw. Hotelurlaub o.dgl.. Das finden wir vor allem in Ländern, in denen das Jedermannsrecht und weniger das römische Eigentumsrecht hochgehalten wird. Wir zelten, gehen manchmal in einfache Hotels oder Pensionen, haben aber auch einen Wohnwagen (2kg CO2e/Nacht; vgl. Hotel 11kg CO2e/Nacht), der vor allem im Winter genutzt wird und dann natürlich von der CO2-Schleuder (0,2kg CO2/km) gezogen werden muss. Das Bild der nächtlichen Lofoten stammt übrigens vom unserem Sohn. Es drückt das am besten aus, was ich mit Freiheit meine.

Da meine Frau und ich aber vielfältige mit Ausrüstung verbundene Hobbies haben, ist allerdings das Reisen mit geringem CO2-Fußabdruck mühsam. Mit Ski, Pulka und Zeltausrüstung nach Norwegen oder mit dem Hybrid-Faltboot zur Donau ist mit der Bahn fast unmöglich und extrem teuer. Mit Flixbus über Nacht ist es machbar aber sehr beschwerlich. Nun, das Leben unserer Kinder wird in naher Zukunft nicht weniger beschwerlich sein! Also nehmen wir es auf uns.

Unsere Wochenenden sind oft Kurzurlaube. Die Idealvorstellung ist, mit dem Rennrad Freitagsnachmittags los Richtung Steinhuder Meer, auf unserem Holzboot schlafen und segeln, sonntags zurück. Leider können wir den Griff zum Autoschlüssel noch nicht ganz unterdrücken.

Finanzen

Wer jetzt glaubt, ich lege unser Vermögen offen, irrt. Nur so viel: Das Geldanlegen in grünen Fonds oder ETFs ist nicht einfach. Greenwashing ist derzeit Trendsportart. Wenn möglich zeichnen wir bei den Institutionen auch immer Genossenschaftsanteile. Die renditestärkste Anlage habe ich bei BioBoden (Ironie!). Aber was bedeutet schon Geld. Geld macht nur glücklich, wenn man es verschenkt! Die Generation meiner Eltern konnte sich mit Geld noch ihrem Lebensabend im Wohlstand erkaufen. Das wird uns kaum mehr gelingen.

Ich zahle keine Kirchensteuer mehr. Das Geld wird sinnvoller und zukunftsträchtiger gespendet (z.B. Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen, UNHCR).

Be Prepared

Wir sind keine Prepper! Meine Erfahrung im THW haben mich aber gelehrt: im Notfall ist man auf sich gestellt. Mit Zisterne, Gasherd, Stückholzofen und diversen Campingartikeln sind wir schon ganz gut aufgestellt. Unser analoges Haus kann uns auch sonst kaum im Stich lassen. 2002 kurz nach dem Hauskauf sind wir allerdings abgesoffen. Nun unsere Terrassenplatten liegen in Sand, so dass Sandsäcke schnell befüllt waren. Das wollen wir nicht nochmal erleben. Schmutzwasserpumpe, Notstromaggregat und Treibstoffvorrat liegen daher bereit. Mit den Listen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (Link) habe ich mich beschäftigt und ein Regal im Keller t.w. befüllt. Ich frage mich allerdings, wo sollen Mieter diese Sachen alle unterbringen.

Wir sind beide über 50, eine prophylaktische Gabe von Kaliumjodid im Falle eines kerntechnischen Unfalls mit (gemeldeten?) Emissionen wird für uns nicht mehr empfohlen. Als ex-THW’ler bin ich mir aber einigermaßen sicher, dass die Verteilung der Tabletten nicht funktionieren wird. Es gab Zeiten, da hatten wir das (Kaliumiodid 65 AApot) im Haus. In fast allen anderen europäischen Ländern ist das Standard! Grohnde produziert ja nur keinen Strom mehr, existiert aber noch incl. der Brennstäbe!

Gesundheit

Nun man hat so seine Laster. Eine Zuckersteuer wie in anderen europäischen Ländern wäre für mich bestimmt lebensverlängernd (Link). Ich konnte es bei meinen Eltern beobachten, der CO2-Fussabdruck wird zum Lebensende immer größer (und auch die Ignoranz den nachfolgenden Generationen gegenüber). Mein Vorsatz ist, nicht als allophatisch ausgeschlachteter Körper zu enden (be prepared!)! Wir bewegen uns und wollen fit bleiben. Was von einigen Bekannten als Extremsport benannt wird, ist kaum mehr als das empfohlene Normmalmaß (10.000 Schritte/Tag war ein japanischer Werbeslogan!), leider oft weniger. Das was in Deutschland als Normalmaß angesehen wird, führt mit Mitte 50 zu einem Umsatz für die Praxis meiner Frau. Auch da lohnt ein Blick in andere europäische Länder oder weiter (nicht Nordamerika!).

CO2-Fußabdruck

Eigentlich bin ich geschult bzw. weitergebildet und in der Lage unseren häuslichen CCF zu berechnen. Ich bin aber faul. Alle CO2-Rechner, die ich im Netz gefunden habe, arbeiten verständlicher Weise mit Pauschalen. Diese greifen aber für unseren Lebensstil zu kurz (Link). Demnach wären wir bei 7t CO2e/a. Durchschnitt ist in Deutschland ist nach UBA 10,3t CO2e/a. Angestrebt werden sollte von allen < 1t CO2e/a! Nach den Verträgen für die ganze EU bis 2050 !!!! (Das wir derzeit bzgl. der Ziele für 2030 auf Kurs sind, ist Trickserei. Kaufen wir doch den Strom aus Wasserkraft aus Norwegen und verkaufen denen unseren Strom aus fossilen Energiequellen.)

Packen wir es an und gehen nicht den Bauernfängern auf dem Leim, die das Zeitalter der Gegenaufklärung einläuten und trotzdem mit Zahlenmaterial hantieren. „Alerta“ und „habe den Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen“!

Eins sollte aber allem Beteiligten klar sein: So hedonistisch und mit dem Wohlstand und Wirtschaftswachstum wie bisher wird es nicht klappen. Da Wohlstand aber individuell und relativ wahrgenommen wird, haben wir ja noch eine Chance! Wir jedenfalls fühlen uns wohl, haben aber noch Ziele!