Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe

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15. Oktober 2019 09:57

Outdoor Training bei Exkursion der Masterstudiengänge Holztechnologie und Production Engineering and Management

Gemeinsam mit der Universität Trieste veranstaltete der Fachbereich Produktions- und Holztechnik am 3. Und 4. Oktober 2019 die 9. Internationale Konferenz Production Engineering  and Management. Zur diesjährigen Konferenz in Trieste wurde der Tradition entsprechend wieder eine einwöchige Exkursion angeboten. Neben der Besichtigung von auf dem Weg liegenden Firmen (heuer: ZF, Schweinfurt; Fresenius Medical Care, Schweinfurt; Continental, Regensburg; EWD, Altötting) und Sight Seeing (Bamberg, Regensburg, Altötting, Salzburg) standen auch Wandertouren auf dem Programm. Stehen hierbei neben dem sportlichen Aspekt auch didaktische oder sonstige Ziele im Focus so werden die Aktivitäten oft unter dem Namen „Outdoor Training“, „Erlebnispädagogik“ oder „Friluftsliv“ angesprochen. Outdoor Training wird z.B. bei der Führungskräfteentwicklung eingesetzt. Friluftsliv ist fester Bestandteil des Studium Generale an skandinavischen Hochschulen, während Erlebnispädagogik oft in Schulen und Jugendcamps eingesetzt wird.

Die Masterstudiengänge Holztechnologie und Production Engineering and Management bilden Führungskräfte für die Holz- und Möbelindustrie bzw. allgemein produzierende Unternehmen aus. Zielsetzungen der Wandertouren waren daher u.a. eine verbesserte Teamfähigkeit, ein besseres Riskiomanagement und Stressresilienz. Dazu muß die Komfortzone verlassen und auch Selbstdisziplin, Selbsteinschätzung und Durchhaltevermögen trainiert werden.

Am ersten Wochenende der Exkursion wurde ausgetestet, was können sich die Teilnehmer selbst zumuten. Einige Teilnehmer hatten noch nie eine Wandertour unternommen. In der fränkischen Schweiz nahe Bamberg ging es an der Wisent entlang mehrfach die Hänge hoch und runter. Am Ende lockte das Kürbis-/ Oktoberfest in Muggendorf und der Exkursionsleiter Prof. Riegel hatte einen Überblick über die verschiedenen Fähigkeiten der 16 Teilnehmer.

 

Am zweiten Wochenende stand auf dem Rückweg von Trieste nach Lemgo als eigentliche Aufgabe der 1000 m steile Auf- bzw. Abstieg zur „Werfener Hütte“ im Tennengebirge an. Das Wetter passte hervorragend zum Kontext: Regen, später Schneefall, Hagel und Wind. „Team 0“ entschloss sich daher nach vordergründigen Diskussionen über Sicherheitsaspekte zur direkten Weiterfahrt nach Lemgo. Das somit nur 10-köpfige „Team 1“ rüstete sich für das später „Mülltütenexpedition“ genannte Unterfangen. Ersatzkleider wurden in mittelgroße Tüten gepackt, Füße in kleine Mülltüten und dann in die Schuhe gesteckt, Rucksäcke und Schlafsäcke mit großen Mülltüten gegen der Regen geschützt. Als ältester Teilnehmer hatte Prof. Riegel den größten Rucksack, für den Notfall waren noch ein umfangreiches Erste-Hilfe-Set, diverse Walkingstöcke und ein Seil verpackt. Alles nicht umsonst, wie sich später herausstellte. Er machte so zwangsläufig den „Lumpensammler“ bei Aufstieg. Es haben alle den Aufstieg mehr oder weniger gut geschafft. Einige Gepäckstücke wechselten allerdings den Transporteur, auch ungefragt, da alle gut aufeinander aufpassten. Auf der Hütte dann die Bilanz: nasse Kleidung, Erschöpfungszustände und das gute Gefühl es geschafft zu haben, trotz aller Widrigkeiten. Nach der Übernachtung im Lager (einer schnarcht immer!) dann die grandiose Belohnung für die Schinderei: Kaiserwetter über den Wolken und Schnee auf den Bergen, Leider auch bis 200 m unterhalb der Hütte. Nach dem Wecken wurde ausgiebig fotografiert und herumgetollt. Für einige war es die erste Schneeballschlacht. Waschen entfiel sowieso, die Hütte hat keine Quelle in der Nähe und daher ein Wasserproblem. Den Abstieg meisterte das nun eingespielte Team bravourös trotz Schnee, gefrorenem Boden und rutschigen steilen Felsabschnitten. Das Grinsen war auf der Heimfahrt noch lange in den Gesichtern zu sehen.