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Laufendes Projekt

KuLaRuhr: Nachhaltige urbane Kulturlandschaft in der Metropole Ruhr

Projektleitung

Das Verbundvorhaben KuLaRuhr wird unter der Verbundleitung und Koordination von Professor Dr. Bernd Sures (Fakultät für Biologie, Aquatische Ökologie) und dem Zentrum für Wasser- und Umweltforschung (ZWU) an der Universität Duisburg Essen durchgeführt.

Förderung:

Bundesministerium für Bildung und Forschung

im Dörderschwerpunkt "Nachhaltiges Landmanagement"

Kooperation:

Insgesamt arbeiten folgende Partner am Verbundvorhaben mit: 

  • Universität Duisburg-Essen
  • Technische Universität Darmstadt
  • Ruhr-Universität Bochum
  • Universität Kassel
  • Technische Universität Braunschweig
  • Hochschule Ostwestfalen-Lippe
  • Regionalverband Ruhr (RVR)
  • Landwirtschaftskammer NRW
  • Stadt Bottrop
  • Ruhr-Institut e.V
  • Rechtsanwaltskanzlei Heinemann & Partner

 

Laufzeit:2011- 2014
Frei zugängliche Projekt- und Abschlussarbeiten:folgen

Hintergrund:


Die Metropole Ruhr: eine Region, deren Gesicht geprägt ist von der Umnutzung ehemaliger Bergbau-, Industrie- und auch Gewerbeflächen. Eine Region auf dem Weg zur Kulturlandschaft, im schnellen Umbruch. Dieser Umbruch birgt viele Herausforderungen in der Infrastruktur: in der Wasser- und Energiewirtschaft, bei Logistik und Verkehr. Und natürlich ist das Stichwort Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema für die Region.

Das Ruhrgebiet ist ein lange gewachsener Flickenteppich, und: es steckt mitten im Wandel. Noch dominieren ehemalige Bergbau-, Industrie- und Gewerbeflächen. Stillgelegte und wenige aktive Zechen liegen in Wohngebieten, die sich inmitten von Industriegebieten und Gewerbe nicht an planerische Grenzen halten. Flächen werden beständig umgenutzt und umgewandelt in Orte für Arbeit, Leben und Kultur. Dazwischen liegen Forste, Wiesen und Äcker. Die seit Jahrzehnten entwickelten großen, „regionalen“ Grünzüge sorgen für den Erholungsfaktor. Eine manchmal wilde Mischung im Wachstum: das Ruhrgebiet geht deutlich Richtung Zukunft, und es gewinnt dabei an Attraktivität und Lebensqualität.

Ziele:

Fläche, Wasser und Energie – das sind, verbunden mit der Nachhaltigkeit, die drei großen Themen für die Entwicklung der Region. Nur wenn diese Ressourcen nachhaltig genutzt werden, kann das Ruhrgebiet einen attraktiven Raum zum Leben bieten. Genau auf diese Punkte zielt das Verbundvorhaben KuLaRuhr. Flächen in der Metropole Ruhr und ihrer Umgebung werden hier umfassend geplant, entwickelt und verknüpft. Und dann: beispielhaft umgesetzt. Drei inhaltliche Bereiche (so genannte Cluster) sollen dieses Vorhaben bewerkstelligen.

Der erste Bereich, Cluster I („Großflächige Projekte“), umfasst die Ebene von Städtebau und Landschaftsplanung bei Umnutzungen. Cluster II („Fallbeispiele“) kümmert sich dabei um den nachhaltigen Umgang mit Wasser und Energie aus technischer, planerischer, ökologischer und rechtlicher Sicht. Und Cluster III ("Bewertung") bewertet die so umgenutzten Flächen. So stehen alle drei Cluster in enger Verbindung. Der vierte Bereich (Cluster IV) schließlich ist für die Verbundkoordination, die Datenhaltung sowie Kommunikation und Außendarstellung des Vorhabens verantwortlich.

 

Schwerpunkte:

Wie man an den vier Clustern sieht, arbeiten im Verbundvorhaben KuLaRuhr viele Fachgebiete. Daher kann es auch zahlreiche Fragestellungen angehen: technische, ökologische, ökonomische, juristische und soziologische Punkte werden einzeln, aber auch in Kombination untersucht. Die Schwerpunkte liegen dabei auf der Entwicklung dezentraler Systeme, und auf der Nutzung von Synergieeffekten im Bereich der drei Ressourcen Wasser, Energie und Fläche.

Untersuchungsraum:

Der Emscher Landschaftspark (ELP) verbindet das Ruhrgebiet von West nach Ost. Hier steht die Natur ganz nah neben der Industriekultur. Hier ist die Basis für die nachhaltige Entwicklung der Region. Hier soll der Strukturwandel von Industrie- zur zukunftsorientierten Kulturlandschaft durch KuLaRuhr sichtbar werden.

Betrachtungsraum 1: "Patchworklandschaft“ des westlichen Ruhrgebiets mit Industrie-, Siedlungs- und Freiraumfragmenten. Im Bereich der Städte Mülheim a.d.Ruhr, Essen, Bottrop und Gladbeck.

Betrachtungsraum 2: Land- und forstwirtschaftlich geprägte westfälische Kulturlandschaft des östlichen Ruhrgebietes.Im Bereich der Städte Bochum, Castrop-Rauxel und Dortmund.

Eingeordnet in diese Struktur des Verbundvorhabens arbeiten wir innnerhalb des Teilprojekts „Weiterentwicklung der urbanen Kulturlandschaft der Metropole Ruhr durch nachhaltiges Landschaftsmanagement“ an der TU Darmstadt an Fragen zur nachhaltigen Entwicklung der Metropole Ruhr.

Maßnahme „Regionale Biomassestrategie für den Emscher Landschaftspark“

Die Maßnahme „Regionale Biomassestrategie für den Emscher Landschaftspark“ hat zum Ziel die vorhandenen Aktivitäten bei der (energetischen) Verwertung von Biomasse innerhalb der Gebietskulisse des Emscher Landschaftsparks zu optimieren und damit einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und Managements des Emscher Landschaftsparks zu leisten. Ausgangsthese des Forschungsantrages ist hierbei, dass über die Zusammenführung der unterschiedlichen Akteure und Aktivitäten in diesem Bereich entsprechende Optimierungspotenziale gehoben werden können. 

Hierzu sollen zunächst Modellräume für eine regionale Biomassestrategie auf Grundlage vorhandener Geodaten (Kommunen, RVR und LWK NRW) herangezogen werden. Darauf aufbauend sollen die unterschiedlichen Bausteine einer regionalen Biomassestrategie anhand von Befragungen, Interviews und Auswertung der einschlägigen Literatur bestimmt und regionale Akteure angesprochen werden. Folgende Forschungsfragen sollen beantwortetet werden:

  • Kann über die Entwicklung eines eines Kennzahlensystems, das an vorhandene Grünflächeninformationssysteme angedockt wird, die Verwertung von Biomasse aus der Grünflächen- und Landschaftspflege verbessert werden?
  • Welche Möglichkeiten des Biomasseanbaus und spezifischer Pflegestrategien für vorhandene Grünflächen eignen sich als gestalterische Komponenten der urbanen Kulturlandschaft der Metropole Ruhr?
  • Müssen Pflegekonzepte für vorhandene Grünflächen modifiziert werden, um die Nutzung der jeweiligen Biomassepotenziale zu forcieren?
  • Kann mit Hilfe ein Auskunfts- und Informationstools eine koordinierte Nutzung der regional vorhandenen Biomassepotenziale unterstützt werden und wenn ja wie muss dieses Auskunfts- und Informationstool beschaffen sein?

Maßnahme "Reintegration monofunktionaler Infrastrukturen in die urbane Kulturlandschaft"

Aufbauend auf einer GIS-basierten Übersicht der infrastrukturbestimmten Flächen im Emscher Landschaftspark werden die Rahmenbedingungen für die Integration unterschiedlicher Infrastrukturelemente in die urbane Kulturlandschaft systematisch erfasst. Dies soll zum Einen über die Evaluation bereits laufende Projekte zur Integration von Infrastrukturen in die Kulturlandschaft der Metropole Ruhr geschehen, zum Anderen über Interviews mit den entsprechenden Schlüsselpersonen bei den einzelnen Infrastrukturträgern, wie Straßen.NRW, Bahn, Emschergenossenschaft, Wasser- und Schifffahrtsamt, RWE, …). Aufbauend hierauf soll anhand von Testentwürfen die Möglichkeiten der Reintegration unterschiedlicher Infrastrukturen in die Kulturlandschaft der Metropole Ruhr visualisiert werden.