Digitale Hilfe für komplexe Entscheidungen

In der Entwicklung und Produktion eines Produktes sind heute eine Vielzahl an Akteuren zeitgleich involviert. Aufgrund immer komplexer werdender Produkte müssen Entwickler nicht nur die Wirkbeziehungen zwischen Hard- und Software verstehen, sondern auch die Auswirkungen von minimalen Änderungen an einem Bauteil auf den gesamten Produktionsprozess kennen. Die TH OWL entwickelt in einem Forschungsprojekt gemeinsam mit kleinen und mittelständischen Unternehmen ein digitales Assistenzsystem, mit dem derartige Informationen und Entscheidungen besser verwaltet werden können.

Die Mitglieder des Forschungsprojektes FuPEP unter der Leitung von Prof. Andreas Deuter und Prof. Sven Tackenberg vom Fachbereich Produktions- und Holztechnik der TH OWL sind Fachleute für komplexe Aufgaben. Das Kürzel FuPEP steht für Funktionsorientierten Produktentstehungsprozess und bedeutet Komplexitätsmanagement in allen Phasen der Produktentstehung.

Gemeinsam mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, der Firma MSF-Vathauer Antriebstechnik, der Leichtwerk Research GmbH aus dem Bereich Luft- und Raumfahrt und dem PLM-Beratungshaus LMtec GmbH entwickeln die Wissenschaftler der TH OWL ein digitales Assistenzsystem, um die Abläufe bei der Entwicklung und Produktion von Produkten optimal zu organisieren. Dafür bekommt das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung eine Fördersumme von 1,2 Millionen Euro bis 2023. Die Firmen Siemens und Phoenix Contact begleiten das Projekt als assoziierte Partner.

Prof. Andreas Deuter: „Wir sind sehr stolz, dass wir uns im Wettbewerb um den besten Forschungsantrag mit unserer Idee durchsetzen konnten und freuen uns, gemeinsam mit unseren Partnern innovative Ansätze zu entwickeln.“

Zielgruppe für das digitale Assistenzsystem sind kleine und mittelständische Unternehmen. Sie sollen in die Lage versetzt werden, die unterschiedlichen Phasen des Produktentstehungsprozesses für alle Beteiligten sichtbar und beherrschbar zu machen, um schnell und agil auf veränderte Anforderungen und neue Aufträge reagieren zu können. Da kleine und mittelständische Unternehmen in der Regel keine große Abteilung für Forschung und Entwicklung und entsprechende Budgets haben, liegt ein besondere Fokus des Projekts auf einer Lösung, die mit wenig Aufwand im Unternehmen ausgerollt werden kann. Die Wissenschaftler erarbeiten daher gemeinsam mit den Anwendern in den Partner-Unternehmen ein Lehr- und Lernkonzept, mit dem sie die Fülle an Daten über Produkte, Bauteile und Prozesse besser verwalten und nutzen können.