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Vier Jahre Forschungsallianz smartFoodTechnologyOWL

Seit vier Jahren gibt es die Forschungsallianz smartFoodTechnologyOWL, die nun bis 2025 im Rahmen des Programms FH-Impuls durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) weiter gefördert wird. In einer Veranstaltung zur Intensivierungsphase fanden sich am Innovation Campus Lemgo über 100 Teilnehmende aus Forschung, Wirtschaft und Politik ein, um diesen Meilenstein zu feiern.

„Der Gedanke, die Themen intelligente Lebensmitteltechnologie und IT zusammenzubringen und die ganze Produktionskette zu betrachten, war einer der Kernpunkte, als wir mit „where food meets IT“ gestartet sind. Jetzt beginnt, etwas sichtbar zu werden: Wir sehen das an einem neuen Gebäude oder an den Demonstrator-Anlagen, die in Projekten entstanden sind,“ erklärte Professor Dr. Stefan Witte, Partnerschaftssprecher und Vizepräsident für Forschung und Transfer der TH OWL in seiner Eröffnungsrede.

Professor Dr. Jürgen Krahl, Präsident der TH Ostwestfalen-Lippe, betonte, wie wichtig eine nachhaltige Ernährung ist. Bereits in der ersten Phase des Projektes adressierte smartFoodTechnologyOWL Maßnahmen aus der „Farm to Fork“ Strategie, die Teil des European Green Deals ist. Dazu gehören etwa nachhaltige Produktionsverfahren, eine Umstellung auf eine gesunde und nachhaltige Ernährung sowie Maßnahmen zur Verringerung von Lebensmittelverlusten. „Ich glaube, dass sich smartFoodTechnologyOWL zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit den richtigen Partnerinnen und Partnern zusammengefunden hat“ stellte Professor Krahl abschließend fest.

Moderiert wurde die hybride Kick-Off Veranstaltung von Dr.‘in Nele Jantz und Dr. Manuel Zimmer, die seit 2020 gemeinsam die Geschäftsstelle leiten und sich darüber freuen, in der Intensivierungsphase weiterzumachen und neue Projekte zu beginnen. Die ersten Vorträge der Veranstaltung führten von der Vergangenheit in die Zukunft der Forschungsprojekte: Daniel Pauli stellte aktuelle Ergebnisse und Ausblicke aus dem Impulsprojekt 3 vor, während Dr. Manuel Zimmer das neue Projekt FoodLifeTimeTracking (IP5) präsentierte. In beiden Projekten geht es darum, das Mindesthaltbarkeitsdatum besser zu prognostizieren, um die Lebensmittelverschwendung zu verringern. Professor Dr. Ulrich Müller stellte das neue Projekt „Teig 4.0“ zur Prozessoptimierung im Bereich der Weizenteigverarbeitung mittels Methoden der künstlichen Intelligenz vor. „Zart oder hart“ lautete der Vortragstitel von Professor Dr. Matthias Upmann: In dem Projekt „progniTENDER“ wird ein Prognosemodell entwickelt, um den Zartheitsgrad von Rindfleisch zu ermitteln und so bei Bedarf in den Reifungsprozess eingreifen zu können.

In der anschließenden Talkrunde, moderiert von Professorin Dr. Miriam Pein-Hackelbusch, ging es um neue Ideen und Projekte. Mit den vier Gästen Prof. Dr. Jan Schneider, Prof.‘in Dr. Helene Dörksen, Dr. Stefan Pecoroni (GEA Westfalia Separator GmbH) und Thomas Paustian (ALPLA-Werke Lehner GmbH & Co KG) wurde über die spannenden Fragen diskutiert: Wie kommt ein Getränketechnologe zu einem Projekt über recyceltes PET, das zunächst nichts mit Getränken zu tun hat? Wie unterscheiden sich Datensätze aus unterschiedlichen Forschungsthemen? Was motiviert Industriepartner, sich über viele Jahre für smartFoodTechnologyOWL einzusetzen? Auch hier wurde deutlich, wie wichtig die Verknüpfung von IT mit Lebensmitteltechnologie ist, um sie nachhaltig zu machen.

Im zweiten Teil der Veranstaltung lag der Fokus auf der Smart FOODFACTORY und den Entwicklungen auf dem Campus. „Der Innovation Campus Lemgo ist bald um einen Innovationsort reicher. Die Smart FOODFACTORY ist etwas, das so noch nie gedacht wurde,“ erklärte Judith Pirscher, Regierungspräsidentin im Regierungsbezirk Detmold. Nach einer kurzen Einführung über die Vision und den aktuellen Stand der Smart FOODFACTORY von Projektmanagerin Dr. Andrea Davis waren auch die Planung und Architektur ein Thema, präsentiert vom Architekten Gerd Christian Wagner der RSE Planungsgesellschaft. Im dritten Teil der Vortragsreihe ging es darum, das entstehende Gebäude mit Leben zu füllen. Welche Geräte für die Smart FOODFACTORY bereits angeschafft wurden, welche Anlagen in Planung sind und welche Forschungsansätze verfolgt werden, erklärten Matthias Scharf und Daniel Probst.

Im letzten Vortrag richtete Jörg Rodehutskors vom Innovation Campus Lemgo den Blick auf die gesamte Entwicklung des Campus. Bildung, Forschung und Wirtschaft sollen vernetzt werden, um die Zukunftsfähigkeit der Region zu steigern. Gleichzeitig soll damit auch ein Ort geschaffen werden, auf dem sich sowohl Studierende, Schülerinnen und Schüler sowie Mitarbeitende gern aufhalten.

Zum Abschluss gab es bei Kaffee und Kuchen Gelegenheit zum Netzwerken und für die künftig startenden Projekte die Möglichkeit zu ersten Projekttreffen, damit auch in Zukunft durch stetige Vernetzung neue Ideen und Impulse entstehen können.