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18 Millionen Euro für Projekt „postfossile Mobilität“

Der Bund wird das Projekt „Postfossile Mobilität“ der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe in den kommenden drei Jahren fördern. Bis 2025 sind hierfür insgesamt 18 Millionen Euro vorgesehen. Das geht aus einer Pressemitteilung des FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler hervor. Der Haushaltspolitiker aus Porta Westfalica hat den Etat für Digitales und Verkehr mitverhandelt.

Erst im Sommer hatte sich Schäffler gemeinsam mit seinem Parteikollegen Christian Sauter, der stellvertretendes Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestages ist, und der FDP-Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium Daniela Kluckert das Projekt an der TH OWL vom Vizepräsidenten für Forschung und Transfer Professor Dr. Stefan Witte und dem Leiter des Instituts für Energieforschung „Future Energy“, Professor Dr. Thomas Schulte, erläutern lassen.

Im ersten modellhaften Reallabor soll getestet werden, unter welchen Bedingungen welches Antriebssystem im ÖPNV am besten geeignet ist. „Für einen Elektro-Bus gelten im Harz beispielsweise andere Bedingungen als an der flachen Nordseeküste“, so Schäffler. Die Bevölkerungsdichte und Topographie Ostwestfalen-Lippes böte sich besonders gut für ein solches Forschungsprojekt an. Eine neue „Tankstelle der Zukunft“ soll als Forschungs-, Erprobungs- und Begegnungsort für Wissenschaft, Industrie, Entscheidungsträger sowie die breite Öffentlichkeit dienen. „Die Forschung und Erprobung von nachhaltigen Mobilitäts-, Kraftstoff-, Antriebs- und Infrastrukturkonzepten passt perfekt in die Zeit und wird einen wichtigen Beitrag im Verkehrsbereich leisten“, ist Schäffler überzeugt.

Der Präsident der TH OWL Professor Dr. Jürgen Krahl zeigte sich hoch erfreut über die Förderentscheidung. „Mit der bundesweit einmaligen Modellregion besteht nun erstmals und endlich die Möglichkeit, technologieoffen und ideologiefrei an der Mobilität von morgen zu forschen. Das umfasst unter anderem Biokraftstoffe, e-Fuels, Brennstoffzellen-, Wasserstoff- und Batterieantriebe“, so Krahl.

Auch der lippische FDP-Bundestagsabgeordnete und stellvertretendes Mitglied im Verkehrsausschuss Christian Sauter begrüßt die finanzielle Förderung. „Das ist eine gute Nachricht für Lippe und die gesamte Region. Das Modellprojekt stärkt den Wissenschaftsstandort Ostwestfalen-Lippe“, so Sauter. „Die Förderung sei auch eine gute Nachricht für die Technologieoffenheit in Deutschland. Die Erforschung von innovativen alternativen Kraftstoffen ist mir dabei ein besonderes Anliegen“, freut sich der Extertaler Bundestagsabgeordnete.

„Die TH OWL geht mit dem Projekt die Herausforderungen der zukünftigen Mobilität an“, sind die FDP-Abgeordneten überzeugt. Damit werde ein wichtiger Beitrag für eine emissionsarme und klimaschonende Mobilität geleistet.“

TH OWL-Vizepräsident für Forschung und Transfer Professor Dr. Stefan Witte hält die Förderentscheidung für den richtigen Ansatz, die postfossile Mobilität zu beschleunigen. „Wissenschaftlich gesehen bringt es nichts, allein auf E-Mobilität zu setzen. Die Antriebsart hängt stark davon ab, in welcher Situation und in welchem regionalen Umfeld von wem Mobilität nachgefragt wird. Mit unserer Modellregion gehen wir genau dieser Frage nach, denn Ostwestfalen-Lippe bildet geografisch fast jede Situation ab, die wir in Deutschland vorfinden“, so Witte.

Auch Professor Dr. Thomas Schulte freut sich über die Förderung. „Das Projekt Postfossile Mobilität ist ein wichtiger Baustein, um die Mobilitätswende voranzubringen und ihre Ausgestaltung in die richtigen Bahnen zu lenken. Ziel ist es, die immer deutlicher erkennbare Schere zwischen ökologischen Zielen und ökonomischen Notwendigkeiten sowie zwischen Stadt und Land zu überwinden“, ist sich der Dekan des Fachbereichs Elektrotechnik und technische Informatik und Leiter des Instituts für Energieforschung „Future Energy“ sicher. Es sei dafür notwendig, die Gesellschaft bei diesem Wandel mitzunehmen. Die Akzeptanz für postfossile Mobilität steige, wenn sie in den Alltag der Menschen, etwa durch e-Fuels oder Biokraftstoffe, die sie für ihre vorhandenen Fahrzeuge nutzen können, integriert werden.

Die Modellregion „Postfossile Mobilität Ostwestfalen-Lippe“, die nun gefördert wird, ist ein Teil des zweiteiligen Projektes „Postfossil Mobil NRW“. Sie versteht sich als Reallabor für Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Sie ist eine Plattform für neue Technologien zur Entwicklung, Erprobung und Umsetzung von postfossilen Mobilitätslösungen.

Zentrale Forschungs- und Transferinfrastruktur ist dabei die Tankstelle der Zukunft. Hier stellen verschiedene Lösungsansätze unter dem gemeinsamen Dach der Modellregion ihre Praxistauglichkeit unter Beweis und helfen dabei Technologieakzeptanz und Umweltschutz zu fördern.

Fragen zur Energieerzeugung, -bereitstellung und -nutzung werden dabei miteinander gekoppelt. Dabei wird ein technologieoffener Ansatz verfolgt. So werden erstmals in Europa anwendungsorientierte Kompetenzen der Mobilitäts-, Kraftstoff-, Antriebs- und Infrastrukturforschung in Postfossil Mobil gebündelt.