Gesundheitsfördernde Funktionen von wohnungsnahen Freiräumen

Lars Winking promoviert im Fachbereich Landschaftsarchitektur und Umweltplanung an der TH OWL in Kooperation mit der TU Darmstadt. Sein Promotionsprojekt wird seitens der TH OWL von Professor Dr. Hans-Peter Rohler betreut und beschäftigt sich mit der Veränderung der Anforderungen an Freiräume im direkten Wohnumfeld durch Klimawandel, neue Mobilität und den daraus resultierenden Auswirkungen auf die Gesundheit.

Lars Winking

Freiräume in Wachstumsgebieten werden sich zukünftig verändern. Sie folgen damit dem jeweiligen Zeitgeist, den gesellschaftlichen Veränderungen, welcher neue technische wie soziale Entwicklungen verarbeitet, aber auch umsetzt, zumindest aber widerspiegelt. Sie verändern sich aber neben soziodemografischen Aspekten auch aufgrund klimatischer Entwicklungen, Gebäudesanierungen und des stetigen städtebaulichen und natürlichen Wachstums – jeweils mit Folgen für die Nutzung und damit auch in Bezug auf die von ihnen ausgehenden gesundheitsfördernden Wirkungen.

Verschiedene wissenschaftliche Studien weisen nach, dass der Aufenthalt im Grünen zu verbesserter Gesundheit führt. So steht die Frage der Gesundheitsförderung der Bewohnerinnen und Bewohner durch die Qualität der direkt erreichbaren Freiräume im zentralen Fokus in dieser Arbeit. Dieser Frage soll im Rahmen der geplanten Dissertation für den Bereich der wohnungsbezogenen Freiräume, genauer der Flächen im genossenschaftlichen Wohnungsbau, nachgegangen werden.

Es soll daher untersucht werden, was genau „Gesundheit“ beeinflusst und welche Qualitäten ein Freiraum haben muss, um gesundheitsfördernd wirken zu können. Die Beantwortung der Frage nach der Gesundheit ist schwierig, denn Faktoren wie die hier anzulegenden Faktoren, die die Qualität von wohnungsnahen Freiräumen definieren, sind vielfältig. Folgende Kriterien machen in Hinblick auf die Grünversorgung eine lebenswerte Stadt aus:

  • eine angenehme Wohnsituation und
  • gesunde Umweltfaktoren.

In der Dissertation werden nur die Faktoren untersucht, die die räumliche Umwelt der dort lebenden Menschen betreffen. Realisierte Beispiele zeigen, dass die gewünschte hohe Lebensqualität für die Bewohnerinnen und Bewohner städtischer Freiräume geschaffen werden kann. In einem Kapitel dieser Arbeit werden Beispiele der guten fachlichen Praxis aus der Wohnungswirtschaft im deutschsprachigen Raum ausgewertet und ihre Freiraumqualitäten identifiziert und analysiert.

In der Dissertation wird eine neue Fokussierung auf wohnungsnahe Freiräume und die entsprechenden Anforderungen seitens der Nutzer in Hinblick auf das Thema „Gesundheit“ vorgenommen, um diese zukunftsfähig zu gestalten und zu entwickeln. Die Erkenntnisse sollen genutzt werden, um Wohnungsbauunternehmen im Zuge von Nachverdichtung, energetischer Sanierung oder Umgestaltung konkrete Anregungen zu geben, ihre Freiräume hinsichtlich Aufenthaltsqualität und damit Wohlbefinden und Gesundheit zu verbessern und gleichzeitig Klimaziele auf lokaler Ebene zu unterstützen. Die gewonnenen Erkenntnisse sind auf weitere Akteure, wie Kommunen und private Investoren, übertragbar, sind jedoch nicht Bestandteil der Arbeit.