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BDA OWL zeichnet Abschlussarbeiten aus.

Zum Ende des Wintersemesters 2025/26 zeichnete der Bund Deutscher Architektinnen und Architekten Ostwestfalen-Lippe (BDA OWL) drei herausragende Abschlussarbeiten aus dem Studiengang Architektur an der TH OWL aus. Prämiert wurden die Arbeiten von Kea Stockbrügger, Ole Feldmann und Melina Simon, die die Jury durch ihre hohe gestalterische Qualität, ihre gesellschaftliche Relevanz sowie einen verantwortungsvollen und zukunftsorientierten Umgang mit Ressourcen überzeugten.

Folgende Arbeiten wurden ausgezeichnet:

Kea Stockbrügger
"Schröder Mausoleum auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg"
Betreuung: Prof. IR. Michael Melenhorst und Prof. Dr. phil. Andreas K. Vetter 

In ihrer Masterthesis entwickelt Kea Stockbrügger ein überzeugendes Konzept zum Erhalt und zur Weiternutzung historisch und kulturell bedeutender Begräbnisarchitektur am Beispiel des Schröder-Mausoleums auf dem Parkfriedhof Ohlsdorf in Hamburg. Grundlage der Arbeit ist eine fundierte und anschaulich aufbereitete Analyse der Sepulkralkultur sowie des Bestands, die in einer illustrierten Buchform dokumentiert ist. Der entworfene Erweiterungsbau adaptiert die Kuppelform des bestehenden Mausoleums präzise und ergänzt den Bestand durch eine erdüberdeckte, axial erschlossene Erweiterung zu einer stimmigen Gesamtkomposition von hoher ästhetischer Qualität. Der BDA OWL würdigt insbesondere die systematische Herangehensweise, die gestalterische Qualität sowie die umfangreiche Recherche mit der BOA-Auszeichnung und einem Geldpreis in Höhe von 500 Euro.


Ole Feldmann 
“Waldrefugium”
Betreuung: Prof. IR. Michael Melenhorst und Dipl.-Ing. Janine Tüchsen 

In seiner Masterthesis „Waldrefugium“ setzt sich Ole Feldmann mit der beispielhaften Transformation eines sanierungsbedürftigen Bestandsgebäudes auseinander, das stellvertretend für einen weit verbreiteten Bautyp in Deutschland steht. Aus einem ehemals als Waldheim genutzten Wohnhaus entwickelt er ein Yoga-Haus mit eigenständigem architektonischem Ausdruck, das durch eine klare, reduzierte Gestaltung überzeugt. Die Dachform leitet sich schlüssig aus der neuen Nutzung und dem regionalen Kontext ab, während die winklig geführten Außenanlagen einen spannungsvollen Kontrast erzeugen. Eine funktional klare Raumzonierung, gut weiterentwickelbare Details sowie präzise ausgearbeitete Pläne und Modelle runden die Arbeit ab, die insgesamt als überzeugend und aufmerksamkeitsstark bewertet wurde.


Melina Simon
“Physiotherapie für Malawi”
Betreuung: Professor Manfred Lux M. A. und M. Sc. Leon Konschake 

In ihrer Masterthesis „Physiotherapie für Malawi – Material • Konstruktion • Raum“ entwickelt Melina Simon ein überzeugendes architektonisches Konzept, das gestalterische Klarheit, konstruktive Stringenz und soziale Verantwortung beispielhaft miteinander verbindet. Ausgehend von einem realen Bedarf vor Ort entsteht eine physiotherapeutische Einrichtung, deren räumliches und bauliches Konzept konsequent aus lokalen Materialien, klimatischen Bedingungen und kulturellen Praktiken abgeleitet ist. Die Arbeit zeichnet sich durch eine durchgängige Bearbeitung aller Maßstabsebenen aus – von der städtebaulichen Einbindung über die räumliche Organisation bis hin zur material- und konstruktionsgerechten Ausformulierung. Der integrative Einsatz von Bambus, Lehm, Ziegeln und Recyclingmaterialien führt zu einem robusten, klimaangepassten und ressourcenschonenden Bauprinzip. Modelle und Zeichnungen belegen den hohen handwerklichen Anspruch und unterstreichen die Klarheit und Angemessenheit des Entwurfs, den die Jury als herausragendes Beispiel für verantwortungsvolle, wirksame Architektur würdigt.


Die Jury des bda OWL bestand diesmal aus Sven Detering, Reinhold Nickles, Peter Völse und Hans-Heinrich Möller. Zum ersten Mal vergab der BDA in diesem Rahmen ein Preisgeld in Höhe von über 500 Euro für eine Abschlussarbeit.

Der BDA ist ein bundesweiter Berufsverband, der sich für Baukultur, architektonische Qualität und die Förderung des architektonischen Nachwuchses einsetzt.

Diese und weitere Abschlussarbeiten sind digital auf www.detmolderschule-galerie.de zu sehen.