“Co-Working inklusiv“: Klara Schönberg gewinnt Entwurfswettbewerb

Die Innenarchitektur-Studentin Klara Schönberg hat einen Entwurfswettbewerb der Iserlohner Werkstätten gewonnen. Ihr folgt auf dem zweiten Platz Swenja Fabian. Entworfen werden sollte ein inklusiver wie attraktiver neuer Co-Working-Space. Aspekte aus den beiden Sieger-Arbeiten sollen nun zu einem finalen Entwurf zusammengeführt und umgesetzt werden. Pia Braun, Laura Schröer, Yvonne Hierling und Olga Chernova erhielten einen Buchpreis. Betreut wurde das Projekt von Prof. Ulrich Nether (Lehrgebiet Produktdesign und Ergonomie) sowie von Eva Bartenbach (Detmolder Campus Agentur).

Die Iserlohner Werkstätten sind eine Einrichtung für Menschen mit Einschränkungen, die unterschiedliche Dienstleistungen anbietet. Mit dem anstehenden Umzug des Hauptstandorts in eine ehemalige Leuchtenfabrik im Iserlohner Stadtzentrum soll nun ein neues Konzept umgesetzt werden: „Inklusion andersherum“. Wie gehabt werden die Mitarbeitenden der Werkstätten dort tätig sein, doch es soll auch anderen Unternehmen und Interessierten im Sinne eines „Co-Working-Spaces“ Raum angeboten werden. Das gewünschte „moderne Arbeitsumfeld“ wird von den Menschen der Werkstätten betrieben und soll bewusst den Austausch zwischen allen Nutzerinnen und Nutzern fördern.

Für die Studierenden hieß das: Es sollten Raumkonzepte, Lösungen und Entwürfe mit Umsetzungsqualität entstehen für einen inklusiven, einzigartigen und dauerhaft attraktiven Co-Working-Space in der zu planenden Fläche der Iserlohner Werkstätten auf etwa 900 qm. Parallel zur Ermittlung inhaltlicher Grundlagen der differenzierten Ermittlung von Nutzer- und Kundenbedürfnissen sollten die Studierenden zunächst den gegebenen Raum in allen Ebenen methodisch untersuchen und analysieren - von der Bausubstanz bis zu den räumlichen Qualitäten.

Aus den Ergebnissen wurden dann in Zusammenarbeit mit den Nutzenden unterschiedliche individuelle Konzepte erarbeitet, vom Großen ins Kleine und umgekehrt vom Kleinen ins Große, das heißt, die einzelne gewünschte Nutzungssituation war ebenso maßgeblich wie Raumatmosphäre und Gesamtkonzept und entsprechend aufeinander zu beziehen. Dabei waren alle den Raum bildenden Parameter zu berücksichtigen. Auf diesem Weg entstanden Entwürfe, die jeweils ein innenarchitektonisches Gesamtkonzept, ein Konzept für einen ausgewählten Teilbereich und ein wesentliches Detail beinhalten.

Da die Iserlohner Werkstätten beabsichtigen, Entwürfe weiterzuverfolgen und umzusetzen, sollten sich die Ergebnisse an der Realisierbarkeit messen lassen. Neben den Iserlohner Werkstätten begleiten Kissing Architekten aus Iserlohn das Projekt, die mit der Bauaufgabe für den Gesamtkomplex betreut sind. Die ausgewählten Entwürfe können in die Umsetzung einfließen. Dabei sollen die Entwurfsverfasserinnen beteiligt werden.

Die Aufgabe konnte in zwei „Schwierigkeitsgraden“ bearbeitet werden: entweder als „Projekt Nachhaltige Räume“ für Studierende bis zum 6. Semester oder als „Projekt Vertiefung“ als abschließendes Studienprojekt vor der Thesisarbeit. Eine Ortsbegehung war aufgrund der Covid19-Pandemie nicht wie geplant möglich. Stattdessen fand der Austausch mit dem Auftraggeber über Videokonferenzen statt. Zur Präsentation im Juli waren insgesamt 6 Entwürfe abgeschlossen, darunter eine Bachelor-Thesis. Für die ersten beiden Preise ist ein Preisgeld in Höhe von 500 und 350 Euro vorgesehen.

Und wie geht es jetzt weiter? „Wir würden gerne in einem Rahmen von zwei zweitägigen Workshops im Oktober und Dezember mit den beiden Studierenden weiter zusammenarbeiten“, teilt das Unternehmen mit. „Die bei uns stattfindenden Workshops sollen sich nochmal ganz intensiv damit befassen, welche Ideen möglich sind oder welche Veränderungen stattfinden sollten.“

Dazu werde eine Workshopgruppe von ca. 8 Personen gegründet. In dieser sollen Ideen ausgetauscht und die Entwürfe der beiden erstplatzierten Studentinnen zusammengebracht werden. Begleitet werden die Termine durch Architekten.