Corona Blog: Studies und Prof zur Digitalen Lehre

„Bei den meisten Studierenden klappt bislang alles“, fasst Fachschaftsvorsitzende Tabea Pape ihre Blitzumfrage unter den Kommilitonen zusammen. Doch wie läuft die Digitale Lehre im Lehrgebiet „Grundlagen der Gestaltung, Schwerpunkt plastisches und räumliches Gestalten“ - einem Fach, in dem vor allem mit den Händen gearbeitet wird?

„Es sei nur manchmal schwierig, über welche Plattform man kommuniziert“, sagt Tabea Pape. Bedauerlich sei die Warnung aufgrund von Datenschutzlücken vor Zoom, denn gerade dieses Tool habe sich bei Vorlesungen und großen Gruppen als sehr gut herausgestellt, sowohl was die Videoqualität als auch was die Leitung durch den Vortragenden angehe. Hier und da habe es ein paar Anlaufschwierigkeiten gegeben. So hätten bei einer Vorlesung die Lizenzen des Webkonferenz-Tools nicht für alle Studierenden des Moduls gereicht. Vonseiten der Hochschule wird derzeit an einem sicheren Alternativ-Webkonferenz-Tool gearbeitet, auf das voraussichtlich ab nächster Woche sukzessive umgestellt werden soll.

Auch Prüfungen hätten über eine Webkonferenz gut funktioniert, auch unter Einsatz der White Board. „Das haben viele genutzt“, weiß Pape. Gleichwohl hätten vor allem Studierende, die im Sommersemester ihre Abschlussthesis machen wollten, Zweifel, ob das alles rechtzeitig klappe. In Sorge seien auch Kommilitonen, die nur noch eine Exkursion als Kumulatives Modul offen hätten, die jetzt nicht stattfinden könne.

Ein Lehrgebiet das besonders auf Präsenz ausgelegt ist, weil viel mit den Händen gearbeitet wird, ist das Lehrgebiet „Grundlagen der Gestaltung, Schwerpunkt plastisches und räumliches Gestalten“ von Prof. Vera Lossau. Metallguss, Ton- und Betonarbeiten können im Moment nicht stattfinden. Stattdessen ist Improvisation gefragt. Die Studierenden können zum Beispiel mit Salzteig, Gips oder Pappmaché Prototypen zuhause anfertigen. „Manche Studierende müssen wir mehr anleiten, manche arbeiten sehr selbständig“, hat Lossau beobachtet. Die Studierenden sind aufgerufen, ihre Erfahrungen mit Materialien, die sie zuhause nutzen, Prof. Lossau per Mail mitzuteilen. „Vorlesungen laden wir über die Software Camtasia bei der Lernplattform Ilias hoch.“ Bei der Powerpoint-Präsentation mit Audiospur sei es praktisch für die Studierenden, dass sie die Vorlesung auch anhalten oder zurückspulen könnten, wenn es mal zu schnell ging. Auch Videokonferenzen mit einzelnen Studierendengruppen klappten ganz gut. Lossau: „Wichtig ist, dass man zur verabredeten Stundenplanzeit auch verbindlich da ist.“ Am Ende gebe es ein Quiz mit der spielebasierten Lernplattform Kahoot, um erlerntes Wissen abzufragen.

Klar sei aber auch: Das alles gehe nur eine bestimmte Weile. „Die Arbeit mit den Händen im Plastischen Atelier der Hochschule ist nicht zu ersetzen“, sagt Lossau. „Oder um es positiv zu formulieren: Wir freuen uns auf die praktische Arbeit und können dann alle gut vorbereitet in die Präsenzlehre starten.“ (Text: Heide Teschner)

Weitere Statements von Studierenden:
MA-Studierende Architektur: „Die Organisation läuft überraschend gut. Ilias wird endlich richtig genutzt und ist aufgeräumt. Bisher wurde alles hochgeladen und übersichtlich bereitgestellt, was angekündigt war.“

MA-Studierende Architektur: „Die Korrekturen laufen jetzt erst an. In größeren Gruppen ist das zum Teil sehr zäh, und wenn technische Störungen dazukommen anstrengend.“ 

BA-Studierender Stadtplaner: „Einzelarbeiten laufen ganz gut. Bei Gruppenarbeiten fehlt ganz klar der Austausch, aber manche Kurse haben extra Foren für Rückfragen eingerichtet.“

BA-Studierende Innenarchitektur: "Das Projekt "I love Disco" ist sehr gut digital aufbereitet, und die Gruppenarbeit  funktioniert dort sehr gut. Allerdings konnte ich zunächst die dazugehörigen Videos nicht flüssig gucken. Das wurde inzwischen behoben, soweit ich informiert bin.“

MA-Studierende Innenarchitektur: „Die Vorbereitung für digitale Korrekturen ist jetzt eine andere als die für die gewohnten Präsenzkorrekturen. Man kann nicht mal eben durchs Skizzenbuch blättern und etwas zeigen. Gerade der Master Innenarchitektur ist  eigentlich auf den Austausch im Studio B (studentische Arbeitsplätze in der Hochschule) ausgelegt. Ohne die Kommunikation und die Teamarbeit dort fehlt jetzt ein wesentlicher Baustein des Masters.“

MA-Studierender Architektur: „Natürlich bedeutet es für viele eine Umstrukturierung ihres Studiums im Sinne von längeren Studienzeiten usw., aber andersherum bedeutet es auch für manche die Möglichkeit, an z.B. zwei Modulen teilnehmen zu können, die sonst zeitlich parallel stattgefunden hätten. Durch die eigene Zeiteinteilung wird dies aber möglich.“

BA-Studierender Innenarchitektur: „Ich finde es sehr bemerkenswert, dass es Angebote über die Lehre hinaus gibt wie Sportangebote oder den Podcast. Die TH OWL sowie der Fachbereich Detmolder Schule bemühen sich echt. Positiv ist: Ich kann bei meiner Familie bleiben, die Arbeit ist jetzt ortsunabhängig. Doch wenn man Arbeitsmaterialien braucht, sind die zum Teil schwer zu bekommen. Manche Aufgaben sind sehr theoretisch, z.B. eine Gebäudeanalyse, für die eigentlich eine Exkursion vorgesehen war, findet jetzt nur über Fotos statt.“ 

BA-Studierende Innenarchitektur: „Ich hab Ausbaukonstruktion und Werkstoffe mit angefangen, ich wollte nur einen kleinen Feedback geben und zwar: Danke sehr für die Videos und detaillierte Information. Ich finde immer Versteh Schwierigkeiten bei Vorlesungen, da Deutsch mein dritte Sprache ist, normalerweise verstehe ich bis 70% der Vorlesung, aber so mit Digitale Lehre kann ich mehrmals wiederholen, übersetzen und alles verstehen. Danke sehr für die tolle Erklärung!“ 

BA-Studierende Innenarchitektur: "Ich empfinde den allgemeinen Aufwand viel höher (für alle Seiten), man muss ständig online und ‚up to date‘ sein. Auch weil es keine zentralen Regelungen sind und alle Profs ihre Lehre anders gestalten. Es ist kein richtiger Stundenplan mehr, es verlangt viel Selbststudium und Zeitmanagement. Außerdem sind alle unsicher wie es mit Corona weitergeht und entsprechend die Lehre, Abgabeleistungen,… das macht alles etwas undurchsichtig und ungreifbar.“ (zusammengestellt von Billie Kantor, Studentische Mitarbeiterin, Pressestelle Detmold)

Zwei weitere Meinungen seht Ihr demnächst als Videobeitrag auf Instagram und Facebook.