Detmold Conference Weeks: 25 Stunden Inhalt zu gebauter Umwelt

370 registrierte Teilnehmende, 60 Rednerinnen und Redner sowie 25 Stunden Inhalt zu gebauter Umwelt – in Zahlen ausgedrückt waren die ersten digitalen Detmold Conference Weeks 2020 (DCW) vom 16.-27.11.2020 ein großer Erfolg. Zum Thema "The Human Habitat in Times of Transformation" hatten die vier Forschungsschwerpunkte der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur (TH OWL) gemeinsam eingeladen.

Es waren zwei digitale Wochen voller Impulse, Ideen und Diskussionen mit internationalen Forscherinnen, Vertretern internationaler Hochschulen, Partnerinnen aus der Wirtschaft und Akteuren aus Kunst, Kultur, Stadt und Region. Aufzeigt wurden auch Forschungslücken sowie Impulse, die von der Lehre ausgehen können.

Die Veranstaltung verband die Forschungsbereiche anhand der Themencluster Digitalisierung der gebauten Umwelt, Strategien für die gebaute Umwelt und Lebensqualität in der gebauten Umwelt, die sich speziell mit den sozialen Herausforderungen der qualitativen Gestaltung des menschlichen Lebensraums beschäftigten. Eingebunden in die Detmold Conference Weeks waren auch die sehr gut angenommenen Dienstagsdebatten, organisiert und moderiert von Prof. Jasper Jochimsen.

„Es hat alles sehr gut geklappt und wir sind sehr zufrieden“, fasst Prof. Dr. Uta Pottgiesser, Moderatorin und Mitorganisatorin der DCW, zusammen. Für eine Stadt wie Detmold sei ein solches Format auch eine Riesenchance: Sicher wäre der ein oder andere aus dem In- und Ausland sonst nicht extra zu einer Konferenz nach Lippe gekommen.

Der interdisziplinäre Ansatz der Konferenz habe auch Forschungslücken sichtbar gemacht, wurde bei der Abschlussveranstaltung deutlich. „In dem Moment, wo man etwas anfassen kann, wo das Virtuelle oder diffus Digitale plötzlich wieder zusammenkommt mit etwas Haptischem (wie z.B. einem Modell), an der Stelle löst sich automatisch auch das Misstrauen auf“, hat Prof. Dr. Axel Häusler vom Forschungsschwerpunkt nextPlace beobachtet. „Dieses ganze Feld der Akzeptanzforschung, da haben wir noch viel vor uns. Da wird es richtig spannend.“ - „Partizipation ist kein Allheilmittel“, ergänzte Prof. Ulrich Nether, Sprecher des perceptionLabs. Es brauche die Fachleute, um zu guten Ergebnissen zu kommen. Gleichwohl müssten die Menschen in die Prozesse eingebunden werden, um sich damit identifizieren zu können.

Und urbanLab-Sprecher Prof. Oliver Hall fügte hinzu: „Digitale Tools unterstützen uns als Mensch, aber ersetzen nicht das Kreative und Kollaborative, was uns Menschen eigen ist.“ Es fehlten Intuition und Gespür. Es heiße ja immer Mensch und Maschine, das „und“ dürfe nicht vergessen werden: „Die Maschine muss durch den Menschen ergänzt werden.“ - „Wir brauchen mehr Theorie“, so die Forderung von Prof. Jens-Uwe Schulz, Sprecher des Forschungsschwerpunkts constructionLabs. Erst dann könnten wir es bewertbar machen. Dabei dürfe aber auch der Datenschutz nicht außer Acht gelassen werden.

„Die DCW waren ein Testlauf“, sagt Pottgiesser abschließend. „Jetzt arbeiten wir gezielt mit der Stadt Detmold und den externen Partnern und Netzwerken an weiteren thematischen Veranstaltungen.“

Als Forschungsschwerpunkte waren beteiligt: constructionLab (Interdisziplinäre Forschung zu nachhaltigen Gebäuden und Produkten), perceptionLab (Mensch-Raum-Objekt Interaktion), urbanLab (Interdisziplinäre Stadt- und Quartiersforschung), nextPlace (Interdisziplinäre Forschung zu digitalen Lösungen in den Themenbereichen Smart City und Smart Mobility)

Orga-Team: Johanna Dorf, Susann Kreplin, Janina Hörmann, Svenja-Christin Voß

Weitere Informationen:  www.detmoldconferenceweek.online