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Forschungsprojekt: Anpassbarer Wohnraum für die Stadt von morgen

Wie kann aus einem günstigen Studierendenapartment mit wenigen Mitteln eine seniorengerechte Wohnung werden? Welchen Grundriss brauchen kleine Wohnungen, damit sie sich zusammengelegt später auch für Familien eignen? „Flexibel, bezahlbar, nachhaltig - neues Wohnen in Ballungsgebieten“: Zu diesem Thema hat ein Team um Prof. Dr. Uta Pottgiesser von der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) drei Jahre lang geforscht. Jetzt wurde das Förderprojekt „Variowohnungen“ mit einer Veröffentlichung abgeschlossen.

Bereits Ende 2015 wurde das Modellvorhabenprogramm „Variowohnungen“ ins Leben gerufen, um praktische und kostengünstige Lösungen zu finden auf die Frage, wie angesichts einer älter werdenden und sich wandelnden Gesellschaft anpassbarer urbaner Wohnraum geschaffen werden kann. Seit 2017 führten Prof. Dr. Uta Pottgiesser und ihre Kollegen und Kolleginnen in Kooperation mit der „sol·id·ar planungswerkstatt“ aus Berlin und der HTW Berlin die Begleitforschung zu dem Modellvorhaben durch. Das Forschungsprojekt wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und dem „Innovationsprogramm Zukunft Bau“ gefördert.

Die Resultate wurden im Rahmen einer Abschlussveranstaltung im Herbst 2021 präsentiert. Insgesamt wurden in dem Forschungsprogramm deutschlandweit 18 Modellvorhaben (zwölf ausschließliche Neubauprojekte und sechs Umbauten mit Sanierungsmaßnahmen) sowohl von Studierendenwerken und Wohnungsbaugesellschaften als auch von Privatinvestierenden gefördert.

Von den Förderkriterien und Forschungsschwerpunkten der verschiedenen Modellvorhaben ausgehend wurden folgende Forschungsfelder vertieft:

  • anpassbares Bauen, zum Beispiel: Einbau einer Sollbruchstelle für eine spätere Tür, die aus zwei Einzelapartments eine große Wohnung macht. Vermeidung tragender Innenwände/Minimierung des Tragsystems, flexible Technik, Barrierefreiheit
  • Bauzeitverkürzung, z.B. durch vorgefertigte Bauteile und Raummodule
  • bezahlbares Bauen, z.B. mit Flächenkennwerten suffizient planen, Wirtschaftlichkeit von Fertigteilen kalkulieren
  • Nutzungsqualität, z. B. Privatsphäre und gemeinschaftlich genutzte Räume in Einklang bringen, Außenräume sozial und funktional integrieren
  • nachhaltiges Bauen, z. B. durch Nachhaltigkeitszertifizierung

In der jetzt veröffentlichten Publikation kommen Experten und Expertinnen zu Wort zu den Themen gemeinschaftliches Wohnen, Vorfertigung sowie ressourcenschonendes Bauen und Wohnen. Die Publikation, an der vonseiten der TH OWL neben Prof. Dr. Uta Pottgiesser auch Prof. Carsten Wiewiorra sowie Friedrich May und Kritika Singhal mitgeschrieben haben, befindet sich auf der Seite des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Zu dem Projekt „Variowohnungen“ erschien außerdem ein Artikel im aktuellen Journal HN21. Herausgegeben wird das Journal vom Hochschulnetzwerk NRW/Zentrum für Forschungskommunikation. Es widmet sich Themen aus der angewandten Forschung im Hochschulnetzwerk NRW. Das HN21-Journal, "Ausgabe 2021" mit dem Artikel auf Seite 5 finden Sie unter der Rubrik "Journal" in der Mediathek des Hochschulnetzwerks NRW.