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Studierende der TH OWL erhalten Energy Award 22 von Westfalen Weser

Westfalen Weser hat in diesem Jahr drei Studierende der TH OWL mit dem Energy Award 22 ausgezeichnet. Die jungen Forschenden aus Lemgo, Detmold und Höxter erhielten den Preis für innovative Ideen zum Thema Energiewende.

„Die Herausforderungen gerade auf dem großen Gebiet der Energie sind gewaltig. Für die Umsetzung der Energiewende sind Unternehmen und Kommunen auf zukunftsträchtige Ideen angewiesen. Dabei müssen nicht nur Theorie und Praxis eng verknüpft werden. Wir benötigen junge motivierte und mutige Menschen mit fantasievollen Ideen. Sie können die Gestalter der Zukunft werden“, machte Andreas Speith, Geschäftsführer bei Westfalen Weser, anlässlich der Preisverleihung deutlich.

Die optimierte Nutzung erneuerbarer Energien durch Digitalisierung, Energieeffizienz und die Sektorenkopplung sind dabei die Schlüsselthemen, um die Energiewende weiter erfolgreich zu gestalten und voranzutreiben. Die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit gelten dabei als zentrale Aufgaben, die gerade auch Unternehmen der Energiebranche federführend weiterverfolgen müssen. „Besonders imponiert haben mir die überaus praktischen Ansätze, die von den jungen Forschenden verfolgt wurden“, betonte Speith.

Ökobilanz von Dämmungen über den gesamten Lebenszyklus

Lars Hoischen untersuchte in seiner Bachelor-Arbeit die „Ökobilanz von herkömmlicher Dämmung und Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen unter Berücksichtigung des gesamten Lebenszyklus". Denn der Gebäudesektor gehört zu den größten Verursachern von klimaschädlichen Treibhausgasen. Aufgrund steigender Anforderungen an den Energieeinsatz im Betrieb von Gebäuden gewinnt die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus von Baustoffen immer mehr an Bedeutung. Die Konzentration seiner Arbeit liegt auf der Ökobilanz des mit Blick auf die Energiewende wichtigsten Baumaterials, die Wärmedämmstoffe. Die Ergebnisse der Arbeit geben Aufschluss darüber, durch welche Faktoren Ökobilanzen entscheidend beeinflusst und in Zukunft weiter verbessert werden können.

Mit Photovoltaik Landwirtschaft und Energiewende verbinden

Bilal Abdul-Qayyoom Khalid befasste sich in einer Bachelor-Arbeit mit "Agri-Photovoltaik als Bindeglied zwischen Landwirtschaft und Energiewende". Im 1. Quartal 2022 betrug die installierte Nennleistung von PV-Anlagen auf Dächern und Grundstücken 58,4 GW. Diese Leistung setzt sich zurzeit zu ca. 75 Prozent aus Dachanlagen und zu ca. 25 Prozent aus Freiflächenanlagen zusammen. Um die ambitionierten Ausbauziele für die Photovoltaik zu erreichen, bedarf es auch zunehmend PV-Großanlagen auf Freiflächen. Als Bindeglied zwischen Landwirtschaft und Energiewende sowie als Abhilfe bei der Flächennutzungskonkurrenz kann dabei die sog. Agri-Photovoltaik fungieren. Dabei handelt es sich um eine Technologie zur kombinierten Nutzung einer gemeinsamen und gleichzeitig genutzten Fläche zur landwirtschaftlichen Pflanzenproduktion und zur Stromerzeugung mit Photovoltaik. In dieser Arbeit untersucht der Jungforscher die technische, rechtliche und wirtschaftliche Machbarkeit einer solchen Anlage am Standort Lemgo.

Nachhaltige Unterrichtsräume richtig planen

Laura Regehr und Christin Schäfers, haben in ihrer Bachelor-Arbeit eine „Simulationsstudie zur Bewertung des Potenzials von nachhaltigen Baustoffen in Unterrichtsräumen im Hinblick auf raumklimatische und raumakustische Eigenschaften" durchgeführt. Darin wird die Problemstellung komplexer und neuartiger Planungsprozesse im nachhaltigen Schulbau betrachtet, damit notwendige Investitionen für eine sichere und gesunde Lernumgebung zielgerichtet und effizient eingesetzt werden können. Neben einer hoch wärmegedämmten Gebäudehülle und einer optimal ausgelegten Anlagetechnik ist neben Nachhaltigkeitskonzepten auch ein Konzept im Bereich des Raumklimas und der Raumakustik erforderlich. Die beiden Jungwissenschaftlerinnen skizzieren, welche Rolle die Qualitätskriterien Nachhaltigkeit, Raumklima und Raumakustik in der Planung eines Klassenzimmers spielen.

Selten waren so viele Nachwuchswissenschaftlerinnen – und wissenschaftler an der Ausschreibung des Energy Award von Westfalen Weser beteiligt wie in diesem Jahr. Insgesamt wurden zehn Bachelor- und Masterarbeiten sowie eine Projektarbeit ausgezeichnet. Die Preisträgerinnen und Preisträger bekamen jeweils 1000 Euro für ihr wissenschaftliches Engagement.

Seit 2001 zeichnet der kommunale Infrastrukturdienstleister wissenschaftlichen Nachwuchs in Ostwestfalen-Lippe und dem Weserbergland aus. Westfalen Weser fördert damit junge Akademikerinnen und Akademiker, die besondere Leistungen in ihren Abschluss- oder Projektarbeiten rund um die Themen Energieeffizienz oder Erneuerbare Energie gezeigt haben.