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Studierende präsentieren Entwürfe für Fort B am RailCampus OWL

Bei der Präsentation der Semesterarbeiten am Dienstag, den 11. November 2025, zeigte sich eine beeindruckende Verbindung von Geschichte und moderner Architektur. Die Studierenden präsentierten ihre Entwürfe für das historische Fort B auf dem RailCampus OWL, das ursprünglich der Eisenbahnverteidigung diente.

Der Bahnhof Minden hat eine historische Bedeutung, die bis ins Jahr 1847 zurückreicht. Er markierte die Grenze zum benachbarten Königreich Hannover und war ein wichtiger Umsteigebahnhof. Zum Schutz der Eisenbahn wurden einst die Forts A, B und C errichtet, von denen derzeit das Fort A als Spiel- und Veranstaltungsstätte genutzt wird. Das vom Grundriss her ähnliche Fort B stand im Sommersemester 2025 im Mittelpunkt des" Projekts Konstruktion" unter der Leitung von Prof. i. V. Sascha Homburg und Dipl.-Ing. Christian Schulze. Initiiert wurde das Projekt maßgeblich durch Prof. Jens-Uwe Schulz, Leiter des Lehrgebiets Konstruktion und Vorstandsvorsitzender des IDS Institut für Designstrategien, der bereits im Rahmen einer vorausgehenden Besichtigung des Fort B die Potenziale des Bauwerks erkannte. Aus der Idee entwickelte sich das Ziel eines Nutzungsentwurf der oberen beiden Stockwerke des hufeisenförmigen Südflügels als Multifunktionssaal.

Die Aufgabenstellung war anspruchsvoll: Die Planung reichte vom ersten Entwurf bis ins Detail, unter Berücksichtigung der integrierten Fachplanungen für Brandschutz, Tragwerk, Bauphysik, Haustechnik und Licht. Ziel war es, die Studierenden in realitätsnahe Planungsprozesse einzuführen und zu zeigen, wie sich Bautechnik und Entwurf gegenseitig beeinflussen. Eine besondere Herausforderung war es, die historischen Strukturen des Forts mit modernen Anforderungen wie Barrierefreiheit, flexibler Raumnutzung und nachhaltiger Technik zu verbinden.

Die Studierenden präsentierten dem Fachpublikum ihre Entwürfe anhand von Modellen, Plänen und Broschüren. Neben den Lehrenden waren auch Prof. Jens-Uwe Schulz, sowie Vizepräsident für Forschung und Transfer Prof. Dr. Stefan Witte anwesend. Vonseiten der Stadt Minden nahm Prof. Dr. Jasper Wellbrock teil und Frau Anika Ahrens vom RailCampus OWL, Marketing und Events. Die präsentierten Konzepte zeigten vielseitige Nutzungsmöglichkeiten: Multifunktionale Veranstaltungräume, Fortbildungsstätten und Seminarräume. Besonders deutlich wurde, wie interdisziplinäres Arbeiten zu ganzheitlichen, realisierbaren Lösungen führt. Sowohl Gäste als auch Lehrende zeigten sich beeindruckt von der der Kreativität der Konzepte, dem technischen Know-How und der Detailgenauigkeit der Entwürfe.

Der RailCampus OWL, getragen von der Universität Bielefeld, der Hochschule Bielefeld, der Universität Paderborn und der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe, bringt führende Expertinnen und Experten für Bahntechnologie aus Wissenschaft und Industrie zusammen. Unterstützt wird das Projekt unter anderem von der Deutschen Bahn mit DB Systemtechnik und DB Cargo sowie den Industrieunternehmen Harting Technologiegruppe und Wago.

Mit der gelungenen Präsentation der studentischen Arbeiten wurde einmal mehr deutlich, wie Tradition und Innovation in der Architektur miteinander einhergehen.