Kunstworkshop - Barackengiebel STALAG 326

In Kooperation mit der Lehre

Künstlerische Auseinandersetzung mit Erinnerungskultur

 

Das Kumulative Modul 'Kunstworkshop - Barackengiebel Stalag 326 (VI K)' war ein Lehrangebot des Lehrgebiets Stadtplanung und Städtebauliches Entwerfen gemeinsam mit der Heinrich Böll Stiftung und dem Forum Baukultur OWL e.V.  Im Wintersemester 2020 hatten Bachelor Studierenden die Möglichkeit im Kontext der Forschungsthemen des urbanLab künstlerisch zu arbeiten und zu experimentieren.

 

Anlass

In den Jahren von 1941 bis 1945 waren im Strafgefangenenlager Stalag 326 (VI K) in Schloss Holte Stukenbrock insgesamt mehrere hunderttausend Menschen, vorwiegend sowjetische Kriegsgefangene untergebracht. Die Giebelwände der heute – bis auf wenige Ausnahmen – nicht mehr vorhandenen Baracken, in denen jeweils bis zu 500 Menschen auf 160 qm eingepfercht waren, werden zur Projektionsfläche für eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Ort und den historischen Geschehnissen. Die Studierenden konnten sich im Rahmen dieses Workshops kreativ, wenngleich sensibel mit Erinnerungskultur auseinandersetzen.

Aufgabe

Die Kultur des Erinnerns, das Gedenken der Betroffenen, das Aufklären der Nachkommenden Generationen, oder gar das inspirierende Wachrütteln für eine Zukunft in Frieden und Versöhnung ist heute mehr denn je eine gesellschaftliche Aufgabe, vor allem aber eine baukulturelle Herausforderung für die Gestaltungsdisziplinen und die Architektur. Daher sollten die angehenden Planer:innen und Architekt:innen diesen Kunstworkshop im Modellmaßstab durchführen, um ein zukünftiges Kunstprojekt im realen Maßstab auf dem STALAG 326 Gelände vorbereitend zu testen. Die Studierenden sollten ihre künstlerischen Ideen durchaus extrem ausloten und deren Wirkung im Modell überprüfen, um damit die Diskussion über die Ausformung der real geplanten Gedenkstätte in Schloss Holte Stukenbrock zu befruchten.

Die Kunstwerke sollten von den Studierenden mit und zwischen den zwei Giebel-wänden im Maßstab 1:7 entwickelt werden. Bei der künstlerischen Bearbeitung durfte jegliche Technik eingesetzt werden, entscheidend war der Bezug zum historischen Ort, dem damaligen Geschehen, und welche Wirkung das Kunstwerk auf die Betrachtenden entfaltet.

Zukünftige Entwicklung

Mit den Erkenntnissen aus dem studentischen Experiment im Maßstab 1:7 könnte in Abstimmung mit der Gedenkstätte ein Kunstworkshop mit Barackengiebeln im realen Maßstab 1:1 an dem historischen Ort auf dem Stalag Gelände entstehen, unter Beteiligung von internationalen Künstlern aus Russland, Italien und Europa. Dieser Workshop kann einmalig durchgeführt werden, könnte aber auch zu einer dauerhaften performativen Kunstform der Gedenkstätte werden, bei der die Barackengiebel immer wieder mit jeweils neuen Kunstwerken bearbeitet werden. Ein erster internationaler Kunstworkshop könnte im Präsentationsjahr der Regionale 2022 als Test durchgeführt werden. Die demnächst online verfügbare SightRunning App der AKNW wird eine regionale Rad- und Wanderroute ausweisen, die die Gedenkstätte auf dem Stalag 326 Gelände mit historischen Orten in der Region vernetzt.

 

Weitere Informationen zur Variantenuntersuchung Stalag 326 (VI K) des urbanLab finden Sie hier.

 

Dokumentation der Ergebnisse

Kontakt

Ansprechpartnerin

 

Projektleitung Wissenstransfer

Johanna Julia Dorf, M.A. Innenarchitektur

+49 5231 769 6454

johanna.dorf(at)th-owl.de

urbanlab(at)th-owl.de