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Details

B-A 3.5

Grundlagen Stadtplanung

Aufgabenstellung

Im WS 16/17 entsprach die Aufgabenstellung des Modules B-A 3.5 Grundlagen Stadtplanung dem des Wettbewerbes: Quartier der Zukunft (iniiert vom urbanlab und Arbeitsgemeinschaft Wohnungswirtschaft Ostewestfalen- Lippe) Studierende aus Studiengängen der Architektur, des Städtebaus oder der Landschaftsarchitektur verschiedener Hochschulen waren aufgefordert für eines von zwei ausgelobten Plangebieten ein „Quartier der Zukunft“ zu entwerfen und dafür ein Bebauungs- und Freiraumkonzept zu entwickeln. „Gefragt ist ein überzeugendes Bild des zukünftigen sozialen Zusammenlebens in Vielfalt, welches durch ein stimmiges Gesamtkonzept unterlegt ist.“

 

 

Erwartet wird ein sensibler Umgang mit den städtebaulichen Anforderungen aus der Umgebung und einer möglichen höheren Verdichtung, sowie die Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der Zuwanderungsthematik und der Schaffung von erschwinglichen Wohnungen auch für weniger zahlungskräftige Haushalte, darunter jene die ihre Hei-mat wegen Krieg und Verfolgung verlassen haben. Bei der Entwicklung zukunftsgerichteter Quartiere sind die Belange von Alteingesessenen natürlich ebenso zu berücksichtigen, wie die der Zugewanderten. Im besten Fall wird ein Szenario entwickelt, in denen sich die verschiedensten Teile der Gesellschaft als Teil einer Nachbarschaft fühlen und das Quartier als ihre Heimat anerkennen können. Gefordert ist demnach ein Quartiers-Entwurf an der Schnittstelle von Stadt/Siedlung, Freiraum und Architektur, der zeigt wie zukünftig Menschen unterschiedlicher Herkunft, Milieauzugehörigkeit und sozialem Status zusammen wohnen und gemeinsam in einem Quartier leben können. Dies manifestiert sich nicht nur in guten auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnittenen Wohnungsgrundrissen sondern auch im wohnungsnahen und quartiersbezogenen Freiraum, in der klugen Anordnung von Gemeinbedarfseinrichtungen und Begegnungsräumen, sowie intelligenten Mobilitätsangeboten, insbesondere wenn eigene PKWs nicht zur Verfügung stehen. Ziel sind modellhafte und visionäre Konzepte zu Quartieren der Zukunft, die den unterschiedlichen Lebensstilen und -modellen der genannten Zielgruppen gerecht werden, und Ideen für lebenswerte Quartiere einer sich ändernden Gesellschaft kreieren. Die Wettbewerbsaufgabe reagiert dabei auf die unterschiedlichen Anforderungen der Region und ist in zwei unterschiedlichen städtebaulichen Situationen verortet: Einer Innenstadtrandlage (Lippstadt) und einer überwiegend monofunktional mit Wohnen belegten suburbanen Siedlung am Stadtrand (Bielefeld- Altenhagen). Dabei soll mit den Wettbewerbsbeiträgen u.a. die Möglichkeiten ausgelotet werden, die der in der BauNVO geplante neue Baugebietstyp „Urbanes Mischgebiet“ bietet. Ein wichtiges Ziel der „kompakten Stadt“ ist die Verdichtung von Quartieren. Der rechtliche Rahmen ermöglicht bislang aber nur eingeschränkt das Nebeneinander von Wohnen und Gewerbe und damit auch den Bau zusätzlicher Wohnungen in bestehenden Gebieten. Dabei ist dieses Nebeneinander unterschiedlicher Nutzungen eines der Kennzeichen der historisch gewachsenen europäischen Stadt. Das „Urbane Mischgebiet“ soll den Kommunen daher mehr Spielraum für lokal angepasste Lösungen zur Erschließung zusätzlichen Baulands in besiedelten Räumen geben. Ziel ist es, die Entwicklung von Gebieten zu fördern, die einen hohen Anteil an Wohnbebauung haben, gleichzeitig aber auch Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe in kleinteiliger Nutzungsmischung beherbergen. Deshalb soll die neue Baugebietskategorie „Urbanes Mischgebiet“ das Bauplanungs- und Immissionsschutzrecht besser aufeinander abstimmen und flexibilisieren. Kommunen wie Lippstadt können damit in besonderen Lagen Baugebiete ausweisen, in denen eine höhere bauliche Dichte als in Mischgebieten möglich ist. Zugleich gilt dann für die Wohnnutzung ein innenstadttypischer Lärmschutzstandard wie im Mischgebiet. Dem gegenüber stellt sich die Aufgabe am Bielefelder Stadtrand anders dar. Wie können monofunktionale Wohngebiete an die zukünftigen demographischen Veränderungen angepasst werden? Wie können diese Strukturen auf die Veränderungen der Arbeitswelt, der Mobilität und der Lebensstile reagieren und weiterentwickelt werden? Ist auch in diesen Gebieten ein flexibler Umgang mit den Themen Nachverdichtung und Nutzungsmischung vergleichbar dem „Urbanen Mischgebiet“ angezeigt und welche Vorteile und Chancen können hierüber für solche Quartiere generiert werden? Welche Potenziale bietet das Planungsgebiet, die angrenzende Landschaft, den Freiraum, sowie den öffentlichen Raum auf eine neue, produktive Art mit der Stadt zu verweben, so dass eine urbane Kulturlandschaft entstehen kann?

 

Autoren:Jan- Hendrik Kühn und Henning Verst

Preis: Ankauf

 

( hier zum Wettbewerb: http://www.hs-owl.de/fb1/forschung/urbanlab/lehre/wettbewerb-quartier-der-zukunft.html )