Carl Möllinger

Carl Möllinger war ein deutscher Architekt und Architektur-Lehrer. Er gründete 1864 die erste preußische Baugewerkschule in Höxter, aus der sich der heutige Standort der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe entwickelte.
Carl Möllinger wurde am 14. April 1822 im bayerischen Grünstadt geboren. Er studierte Bauwesen am Polytechnikum München (heute TU München) und arbeitete dort anschließend als Architekt.
1856 ging er als Lehrer an die Baugewerkschule in Holzminden, nicht zuletzt um die Bekanntheit seiner Formvorstellungen und -schöpfungen zu vergrößern.
Bemühungen, auch in Höxter eine Baugewerkschule zu gründen, hat es schon vorher gegeben. Doch erst Möllinger konnte die Idee auch in die Tat umsetzen. Motiviert war er dabei durch den Erfolg in Holzminden, denn rund 300 Bauschüler konnten dort nicht mehr aufgenommen werden.
Die Stadtoberen waren sich des Erfolgs nicht sicher und lehnten eine finanzielle Beteiligung durch die Stadt ab. Stattdessen erteilten 94 Bürgerinnen und Bürger der Stadt eine Bürgschaft für eventuelle Defizite, sodass die Baugewerkschule 1864 als Privatschule gegründet wurde, erst nach knapp fünf Jahren ging sie in städtische Trägerschaft über. Das erste Gebäude befand sich in der Papenstraße.
Möllinger war bis 1887 insgesamt 23 Jahre als Direktor der Baugewerkschule tätig. Sein Nachfolger wurde L. Nausch, dessen erste größere Aufgabe der Bau eines neuen Schulgebäudes wurde. Dieses wurde 1890 nach seinen eigenen Plänen am heutigen Möllingerplatz fertiggestellt. Heute wird das Gebäude durch die Volkshochschule genutzt.