Lösen wir das Rätsel um den Farbeindruck gleich einmal auf: Wer die Sonne beobachten will, muss seine Augen besonders gut schützen! Ist der Himmel klar, kommen rund 1.000 Watt Lichtleistung pro Quadratmeter auf dem Boden an. „Zieht sich die Pupille im Auge zusammen, fällt Licht durch eine circa drei Quadratmillimeter große Öffnung auf unsere Netzhaut“, erläuterte Professor Üpping. Diese daraus resultierenden drei Milliwatt Leistung könnten bereits schädlich sein. Mit einem Fernglas oder gar einem Teleskop mit großen Linsen ohne entsprechende Schutzmaßnahmen direkt in die Sonne zu gucken, sei also eine besonders schlechte und sehr gefährliche Idee.
Die mit speziellen Filtern und einem weiteren Schutzfilter ausgerüsteten Ferngläser auf dem Hof zwischen Hauptgebäude und Mensa sowie das mit einem besonderen Zusatzgerät ausgestattete Teleskop – dieses sorgte nämlich für die „grüne Sonne“ – machten den Blick auf unser Zentralgestirn gefahrlos möglich. Spezielle Schutzbrillen gab es natürlich auch.
Und ab etwa 11.15 Uhr war dann auch gut zu sehen, wie sich von rechts der Mond Stückchen für Stückchen immer ein bisschen weiter über die Sonne schob, bis es so aussah, als hätte jemand von dem eingangs erwähnten Apfel wie in der Zahnpastawerbung ein großes Stück abgebissen.
Unter fachkundiger Anleitung konnten alle rund 120 begeisterte Teilnehmer:innen die partielle Sonnenfinsternis sicher beobachten. Das Team der Sternwarte hat während der gesamten Phase bei der Beobachtung unterstützt und Fragen beantwortet, wodurch die Veranstaltung nicht nur ein optisches, sondern auch ein lehrreiches Erlebnis wurde.
Vor der Praxis stand die Theorie. Professor Üpping hatte erläutert, wie eine Sonnenfinsternis, partiell oder total, zustande kommt, was es mit dem Kernschatten und den Knotenpunkten in den elliptischen Umlaufbahnen von Erde und Mond auf sich hat, und dass sich der Mond – wer hätt’s gewusst – 3,8 Zentimeter pro Jahr von der Erde entfernt.
Die Veranstaltung zog ein bunt gemischtes Publikum von Jung bis Alt an. Gerade bei den vielen Kindern weckten das Teleskop und das Solarfernglas die Neugier, die verdunkelte Sonne vergrößert mit eigenen Augen zu sehen. Die Begeisterung war spürbar, und viele Teilnehmende zeigten sich beeindruckt von der Gelegenheit, ein solches Naturphänomen in einer wissenschaftlich begleiteten Umgebung zu erleben.
Die Sternwarte der TH OWL bedankt sich herzlich bei allen Gästen für ihr Interesse und freut sich auf zukünftige Veranstaltungen dieser Art!



