Authentifikation

Authentifikation

Authentifikation ist ein interdisziplinäres naturwissenschaftliches Gebiet aus Mathematik, Algorithmik, Photonik und physikochemischer Analytik, welches sich als ein rasant entwickelndes Zukunftsfeld in der Forschung darstellt. Authentifikationsaufgaben sind ausschließlich mit komplexen interdisziplinären Methoden zu bewältigen. Hierzu gehört das Betrachten verschiedener Disziplinen für industrielle Anwendungen, um effektive Lösungen zu erforschen, damit diese industriell angewendet und in intelligente, unter anderem auch mobile, Systeme umgesetzt werden können. Dabei haben sich die erarbeiteten Lösungen immer an der Anwendungsrealität zu messen.

 

Die Anwendungsgebiete der Authentifikation sind sehr vielfältig. Dazu zählen Qualitätssicherung in der Produktherstellung, Erkennung von Manipulationen und Sicherheitskonzepte für Produktionsanlagen, Authentifikation von Sicherheitsdokumenten und Verpackungen – besonders im Pharmabereich –, aber auch in der Analyse von weiteren physischen Objekten, die in einer Wertschöpfungskette authentifiziert werden müssen. Ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet konzentriert sich dabei auf Lösungen für die Authentifikation seltener oder schwer diagnostizierbarer Erkrankungen und deren Früherkennung, Konzepte für individualisierte Darreichungsformen und Dosierungen sowie Fragestellungen der Systemmedizin –  besonders ausgerichtet auf telemedizinische Ansätze und mHealth-Anwendungen.

 

Der Forschungsbereich Authentifikation ist auf wissenschaftliche Themen wie Feature Engineering, Form- und Mustererkennung, Signal- und Bildverarbeitung, Datenanalyse und Maschinelles Lernen und Automation für Detektions- und Identifikationsanwendungen konzentriert. Methoden der künstlichen Intelligenz spielen dabei ebenso eine essentielle Rolle, da Fragestellungen der Authentifikation oft ausschließlich mit entsprechenden Methoden realisierbar sind. Eine besondere Herausforderung liegt dabei in der Tatsache begründet, dass Standardmethodiken aus heutiger Sicht für komplexe Authentifikationsanwendungen nur bedingt geeignet sind. Somit besteht hier großer Forschungsbedarf. Angrenzende Forschungsbereiche sind außerdem Daten- und Dimensionsreduktion, Lösungen für schlechtkonditionierte Problemstellungen mit dem Fokus auf Robustheit, Ressourcen-Effizienz, Echtzeitfähigkeit und Zuverlässigkeit von entwickelten algorithmischen Lösungen. Ein weiteres Augenmerk ist auf die Portabilität und Kostenoptimierung für intelligente technische Authentifikationssysteme gerichtet.

 

Zum Ursprung des Bereichs Authentifikation gehören zahlreiche Forschungsprojekte am inIT, im Zuge derer neue Technologien in der Sicherheitstechnik entwickelt wurden, die sowohl Sicherheitsmerkmale als auch deren Verifikation umfassen. Die Forschungsprojekte entstanden aus einer engen Kooperation mit dem Industriepartner Koenig & Bauer AG (Würzburg, Deutschland) und dessen Tochterunternehmen KBA-Notasys SA (Lausanne, Schweiz). Koenig & Bauer ist seit über 200 Jahren durch innovative Entwicklungen und Impulse der Motor der traditionellen deutschen Druckindustrie, unter anderem im Bereich der optischen Inspektion. Basierend auf neuesten technologischen Entwicklungen ist im Jahr 2017 ein Start-up aus dem inIT heraus am CENTRUM INDUSTRIAL IT, einem der größten Science-to-Business-Center für intelligente Automation, in Lemgo entstanden.

 

In den letzten Jahren haben sich viele themenübergreifende akademische und industrielle Kooperationen entwickelt. Zum großen Netzwerk der Partner gehören neben der Koenig & Bauer AG und KBA-Notasys SA, auch das Exzellenzcluster CITEC der Universität Bielefeld, die Brandenburgische Technische Universität Cottbus, die Diebold Nixdorf Holding Germany Inc. & Co. KGaA, die Gebr. Brasseler GmbH & Co. KG, die Klinikum Lippe GmbH sowie das ZIG (Zentrum für Innovationen in der Gesundheitswirtschaft OWL).

Prof. Dr. Helene Dörksen
Tel.: + 49 (0) 52 61 / 7 02 – 5266
Fax: + 49 (0) 52 61 / 7 02 – 85266
Email: helene.doerksen@th-owl.de