Inklusionsbüro
Mit der Einrichtung des Inklusionsbüros im September 2024 hat die TH OWL eine zentrale Anlaufstelle rund um die Themen Barrierefreiheit und gleichberechtigte Teilhabe geschaffen. Gerne informieren wir Sie zu nachfolgenden Themen:
Sensible Sprache - Warum wir gewisse Begrifflichkeiten verwenden

Wie spreche ich Menschen mit Behinderung oder Krankheit an? Wie erwähne ich die Behinderung oder Erkrankung meines Gegenübers?
Kommunikation ist immer sehr individuell und daher: Fragen Sie Ihr Gegenüber einfach! Das ist immer die einfachste, persönlichste und wertschätzendste Kommunikation.
Behinderung an sich ist kein schlimmes Wort - es wurde dazu gemacht. Und auch Krankheiten passieren im Leben. Das Problem ist eher die Stigmatisierung dieser Themen. Wir möchten betonen, dass für uns Behinderungen und Krankheiten keine negativen Begriffe sind, sondern Ausdruck von Individualität oder einer Lebenssituation. Wir sehen jeden Menschen einfach wie er ist - ohne zu (be-)werten.
Lange haben wir überlegt, wie wir Sie hier ansprechen wollen. Auch haben wir uns mit Studierenden darüber ausgetauscht und sind zu dem Entschluss gekommen, die Begrifflichkeiten "Menschen mit Behinderung oder chronische Krankheit” beizubehalten. Die Mehrheit kennt diese Begrifflichkeiten aus dem gesetzlichen Kontext oder auch aus dem Schwerbehindertengesetz. Studierende kennen diese oft aus der Schule und fühlen sich damit angesprochen. (Achtung: Trotzdem ist an einer Hochschule einiges anders, als an Schulen. Unanhängig von der Sprache und trotzdem wichtig zu erwähnen: es gelten z. B. andere Richtlinien zum Einsatz assistiver Technologien.)
Bei Erkrankungen lassen wir das Wort chronisch teilweise weg, denn bei einer temporären schweren Krankheit müssen Nachteile natürlich auch ausgeglichen werden. WICHTIG: im Studium gelten chronische Erkrankungen (länger als 6 Monate) als Behinderung. Kurzzeitige schwere Erkrankungen zählen als „schwerwiegender Grund“.
Was ist mit einer psychischen Erkrankung? Diese sprechen wir ebenfalls bei den “chronischen Krankheiten” mit an und sind nicht explizit genannt.
ADHS zählt in der Regel als geistige Behinderung, da sie als sog. “psychische Störung” eingestuft wird. In Kombination mit anderen Beeinträchtigungen (z. B. Depressionen) kann jedoch auch eine seelische Behinderung diagnostiziert werden und ist somit auch in der Begrifflichkeit Behinderung mit einbezogen.
Besonderheiten aus dem Autismus-Spektrum sind in dem Sinne keine Behinderung oder Krankheit. Es handelt sich um eine neurologische Besonderheit, die das Verhalten, die Kommunikation und die sozialen Interaktionen beeinflussen kann. Allerdings kann Autismus mit Beeinträchtigungen einhergehen, die dann im Schwerbehindertengesetz wieder unter der Behinderung geführt wird.
Neurodiversität beschreibt die natürliche Vielfalt menschlicher Gehirne und die damit verbundenen Unterschiede in Denken, Wahrnehmung und Verhalten. Das bezieht aber eben nicht die körperlichen Individualitäten mit ein.
Und warum nicht Handicap? Wer ein Handicap hat, hat eine Einschränkung. Handicap beschreibt die Situation aus einer defizitorientierten Perspektive. Zwar enthält der Begriff Behinderung auch die Tatsache, dass eine Person an etwas gehindert ist, doch er umfasst auch, dass die Person durch ihre Umwelt behindert wird – durch Vorurteile, Stufen oder fehlende Untertitel.
Menschen mit Behinderung sind in dem Sinne auch keine "Betroffenen". Ihre Fähigkeiten und Bedürfnisse sind nicht „etwas Besonderes“, sondern genauso vielfältig wie die von nicht behinderten Menschen. Und sie haben keine „besonderen Bedürfnisse“, sondern das Recht auf Gleichbehandlung ohne Benachteiligung.
Wir laden alle Mitglieder der TH OWL zur sensiblen Sprache ein. Mehr zu dem Thema finden Sie im externen Link “Leidmedien.de”. Dort steht auch ausführlicher “Warum Handicap das falsche Wort für Behinderung ist”.







