„Die Stipendien geben mir einen finanziellen Rückhalt. So weiß ich, dass ich dort gut wohnen und sicher leben kann.“ Für Juliana Schröter geht es im Wintersemester an die University of Alberta in Kanada. Die Masterstudentin der Life Science Technologies erhält sowohl ein Go-Overseas- als auch ein DAAD PROMOS-Stipendium. Die Förderungen helfen ihr dabei, den finanziellen Aufwand für den Aufenthalt in Kanada zu stemmen. Insgesamt rechnet sie derzeit mit Kosten von 5.000 bis 8.000 Euro für Anreise, Unterkunft und den Lebensunterhalt vor Ort.
Juliana gehört zu den Studierenden, die kürzlich beim International Day der TH OWL am Innovation Campus Lemgo für ihre geplanten Studien- und Praxisaufenthalte im Ausland ausgezeichnet wurden. Außerdem gab das International Office die Gewinner:innen des Fotowettbewerbs „Forever Memories – Erinnerungen, die bleiben“ bekannt.
Professor Dr. Reinhard Grell, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Hochschulgesellschaft OWL e. V., betonte bei der Übergabe der Urkunden und Stipendienverträge die Bedeutung internationaler Erfahrungen. „Ein Auslandsaufenthalt bleibt im Lebenslauf sichtbar – anders als manche Bachelornote.“ Gerade Aufenthalte außerhalb Europas seien mit besonderen Herausforderungen verbunden. „Die Stipendien sind zwar nur ein kleiner Beitrag, können aber helfen, einen Teil der oft erheblichen Kosten zu tragen.“
Mit dem Go Overseas-Stipendium unterstützt die Hochschulgesellschaft seit 2013 Studienaufenthalte außerhalb Europas. Dafür stehen jährlich 10.000 Euro Fördermittel zur Verfügung. Auf die sechs Stipendien im Wintersemester gingen 15 Bewerbungen ein. Die Vergabe wird durch das International Office koordiniert.
Die diesjährigen Go-Overseas-Stipendien erhielten für ihre geplanten Auslandsaufenthalte:
- Yahya Al-Thawr (Bachelor Wirtschaftspsychologie) – MacEwan University, Kanada
- Wiebke Book (Bachelor Innenarchitektur) – University of New South Wales, Australien
- Laura Elling (Bachelor Innenarchitektur) – University of Florida, USA
- Hannah Krautstrunk (Bachelor Innenarchitektur) – Federal University of Minas Gerais, Brasilien
- Sophie Lübke (Bachelor Innenarchitektur) – University of New South Wales, Australien
- Juliana Schröter (Master Life Science Technologies) – University of Alberta, Kanada
Zusätzlich wurden acht Studierende über das DAAD-Programm PROMOS gefördert. Das Programm unterstützt unter anderem Studienaufenthalte, Praktika, Sprachkurse und Abschlussarbeiten im Ausland. Für 2026 stehen dafür an der TH OWL Euro fast 12.000 Euro zur Verfügung. Insgesamt gingen 21 Bewerbungen ein.
Die diesjährigen DAAD PROMOS-Stipendien erhielten für ihre Auslandsaufenthalte:
- Yahya Al-Thawr (Bachelor Wirtschaftspsychologie) – MacEwan University, Kanada
- Selma Austenfeld (Bachelor Medienproduktion) – Western Sydney University, Australien
- Emray Kocak (Master Applied Entrepreneurship) – Soka University, Japan
- Lennart Lopsien (Bachelor Betriebswirtschaftslehre) – MacEwan University, Kanada
- Flora Eva Preis (Bachelor Innenarchitektur) – Bali Institute of Design and Business, Indonesien
- Juliana Schröter (Master Life Science Technologies) – University of Alberta, Kanada
- Hanna Siggelkow (Master Management mittelständischer Unternehmen) – Campus OWL New York, USA
- Ida Tenhonsel (Bachelor Wirtschaftspsychologie) – Universiti Tunku Abdul Rahman, Malaysia
„Stipendien sind ein großer Anreiz, einen Auslandsaufenthalt tatsächlich zu realisieren“, sagt Anne Kulasi vom International Office. Die finanziellen Zuschüsse erleichterten die Umsetzung erheblich. „Es ist wichtig, allen Studierenden die Möglichkeit zu geben, einen Auslandsaufenthalt in das Studium zu integrieren.“
Weltweit pflegt die TH OWL rund 90 Hochschulpartnerschaften. Für viele Studierende sind sie ein bewährter Weg ins Ausland, weil die Organisation und spätere Anerkennung von Studienleistungen dann einfacher sind.
„Ein Auslandsaufenthalt ist eine unvergessliche Erfahrung, die Studierende langfristig und nachhaltig prägt“, sagt Anne Kulasi. Nach der Rückkehr hört sie von Studierenden immer wieder: „Es war die beste Zeit meines Lebens“, „Ich habe Erinnerungen gesammelt, die mir keiner mehr nehmen kann“ oder „Die beste Entscheidung meines Lebens war es, die Komfortzone zu verlassen, um zu wachsen.“
Für Juliana Schröter spielt neben den persönlichen Erfahrungen auch der fachliche Aspekt eine wichtige Rolle. „Ich erhoffe mir vor allem fachlichen Input“, sagt sie. „Spannend finde ich, dass Themen aus den Life Science Technologies in anderen Ländern teilweise ganz anders gesetzlich geregelt sind als bei uns. Ich bin neugierig, wie dort gelehrt und gearbeitet wird.“
Wie prägend internationale Erfahrungen sein können, zeigte auch der Fotowettbewerb „Forever Memories – Erinnerungen, die bleiben“. Insgesamt 44 Studierende reichten Fotos ihrer wertvollsten Erinnerungen aus Studien- und Praxisaufenthalten im Ausland ein. Eine Jury des International Office wählte vorab die zehn besten Beiträge aus. Anschließend konnten Studierende und Hochschulangehörige über den zentralen Instagram-Kanal der TH OWL für ihre Favoriten abstimmen.
Die fünf bestplatzierten Beiträge:
- 1. Platz: Fabian Benning – „Tanz der Götter“ (Auslandssemester am National Institute of Design, Indien)
- 2. Platz: Adele Koopmann – „Forever Friendships – Abschied mit einem Lächeln“ (Auslandssemester am Volda University College, Norwegen)
- 3. Platz: Nafeesa Javaid – „Where Memories Meet Time“ (Auslandspraktikum an der Karadeniz Technical University, Türkei)
- 4. Platz: Jan Tackenberg – „An Adventurous Ride Through Ban Mung District“ (Cultural Exchange Program der Naresuan University, Thailand)
- 5. Platz: Nicolas Groschup – „Under The Northern Lights“ (Auslandssemester an der Halmstad University, Schweden)
Die drei Erstplatzierten erhielten Geldpreise, für die Plätze vier bis zehn gab es Überraschungspakete der TH OWL.
Die zehn bestplatzierten Beiträge des Fotowettbewerbs sind auf der Website des International Office veröffentlicht.
Während in der Smart Food Factory Urkunden und Stipendienverträge überreicht wurden, konnten sich Interessierte nur wenige Schritte weiter über Auslandssemester, Praktika und Fördermöglichkeiten informieren. Im Hauptgebäude trafen Studierende mit frischen Erinnerungen an Aufenthalte in aller Welt auf diejenigen, die ihre eigenen Pläne gerade schmieden. Zwischen den Bildern des Fotowettbewerbs, Erfahrungsberichten aus dem Ausland, Workshops, Musik und internationalen Spezialitäten entstanden immer wieder neue Gespräche über Länder, Kulturen und persönliche Erfahrungen.
Für Juliana Schröter beginnt die Reise einige Tage vor Semesterstart. Gemeinsam mit ihrem Freund möchte sie zunächst Vancouver erkunden und anschließend über den Jasper National Park nach Edmonton reisen. Die ersten Erinnerungen, die bleiben, entstehen damit schon vor der ersten Vorlesung.



