Zum Inhalt springen

Internationaler Austausch zur Seniorenwirtschaft an der TH OWL

Am 23. April 2026 begrüßte das Institut für Wissenschaftsdialog der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe erstmals eine Delegation offizieller Vertreter der Bezirksregierung Mentougou aus Beijing, China. Organisiert wurde der Besuch in Kooperation mit der Hozean Group GmbH.

Gemeinsam mit dem Landesverband Lippe, dem Lüttfeld-Berufskolleg des Kreises Lippe, sowie dem Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe stellten die beteiligten Referentinnen und Referenten das Thema „Seniorenwirtschaft“ in den Mittelpunkt. Dabei wurden aktuelle Entwicklungen, innovative Ansätze sowie potenzielle Kooperationsfelder in diesem zukunftsrelevanten Bereich vorgestellt.

Zum Auftakt hieß Prof. Dr. Jürgen Krahl, Präsident der TH OWL, die Delegation herzlich willkommen und präsentierte die Hochschule mit ihren Schwerpunkten in Forschung, Lehre und Transfer. Die Gäste zeigten sich besonders beeindruckt von der thematischen Vielfalt und der praxisnahen Ausrichtung der Hochschule. Der Besuch bot zugleich eine wertvolle Gelegenheit für den internationalen Austausch und die Vertiefung möglicher Kooperationen.

Einen historischen Einblick in die Entwicklung der Pflege in der Region gab Herr Düning-Gast, Verbandsvorsteher des Landesverbandes Lippe. In seinem Vortrag nahm er die Teilnehmenden mit auf eine Zeitreise durch verschiedene Etappen der Pflegegeschichte in Ostwestfalen-Lippe – von der frühen Initiative durch Fürstin Pauline zur Lippe im Jahr 1802 über bedeutende medizinische Einrichtungen, wie die Stiftung Eben-Ezer (1887) und die Kliniken in Lemgo und Bielefeld (1899), bis hin zur Entwicklung der ambulanten Pflege in den 1970-er und 1980-er Jahren.

Prof. Dr. Josef Löffl, Leiter des Instituts für Wissenschaftsdialog, sprach über den demografischen Wandel und die Unterschiede in den Altersstrukturen zwischen China und Deutschland. Außerdem ging es um die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für ältere Menschen sowie um Möglichkeiten, ihre digitale Teilhabe zu verbessern. Vorgestellt wurde auch der „ZukunftsClub OWL“, ein praxisnahes Lernangebot, das gemeinsam mit regionalen Volkshochschulen entwickelt wurde. Das Format kombiniert Vorträge mit interaktiven Workshops und ermöglicht einen niedrigschwelligen Zugang zu Themen wie Fake News, virtueller Realität und Künstlicher Intelligenz im Gesundheitsbereich.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Forschungsprojekt ISyCARE, ein Campus OWL-Projekt, welches an der TH OWL vom Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) betreut wird. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. Ziel des Projekts ist es, die Gesundheitsversorgung durch integrierte sozio-technische Systeme nachhaltig weiterzuentwickeln. Dabei werden digitale Technologien und datenbasierte Ansätze mit praxisnahen Versorgungskonzepten verbunden, um Pflege und Rehabilitation zukunftsfähig zu gestalten. Im Mittelpunkt steht eine nutzerzentrierte Versorgung, die sowohl die Selbstständigkeit von Patientinnen und Patienten stärkt als auch Fachkräfte entlastet. Der dazugehörige Vortrag von Frau Frauke Wiegräbe und Frau Dr. Laura Moradbakhti stieß auf großes Interesse und eröffnete wertvolle Perspektiven für den internationalen Austausch.

Abschließend stellte Frau Yvonne Budde das Lüttfeld-Berufskolleg mit seinem Schwerpunkt im Pflegebereich vor und führte die Gäste durch die Pflege- und Lernräume im InnovationSPIN. Dabei vermittelte sie Einblicke in die praxisnahe Ausbildung zukünftiger Pflegefachkräfte und die enge Verbindung von Theorie, Praxis und innovativen Lernformaten vor Ort.

Der Besuch der Delegation aus Beijing verdeutlichte eindrucksvoll die Bedeutung des internationalen Austauschs im Bereich der Seniorenwirtschaft. Die vielfältigen Einblicke in Forschung, Lehre und Praxis sowie die enge Zusammenarbeit regionaler Akteure unterstrichen die starke Vernetzung der Region Ostwestfalen-Lippe. Gleichzeitig ergaben sich wertvolle Impulse für zukünftige Kooperationen und gemeinsame Entwicklungsansätze im Gesundheits- und Pflegebereich.