Lehre und Lernen

Die im Institut für Wissenschaftsdialog angesiedelten Projekte PraxiS OWL und optes fördern mit ihren vielfältigen Angeboten u.a. sowohl die Lehrkompetenz der Lehrenden, als auch die Selbstverantwortung der Studierenden.

Beide Projekte werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

PraxiS OWL - Praxisorientiertes und innovatives Studieren in Ostwestfalen-Lippe

Das, an der Technischen Hochschule OWL angesiedelte, Projekt PraxiS OWL wird im Rahmen des Qualitätspakts Lehre gefördert und beinhaltet Maßnahmenpakete mit den Schwerpunkten:

  • Stärkung des Praxisbezugs der Lehre an einer Hochschule.
  • Übergeordnete Maßnahmen, welche der Vermittlung von Schlüsselkompetenzen und reflektierten Handlungsfähigkeiten dienen.
  • Stärkung der Berufsorientierung im Curriculum.
  • Integration von innovativen Lehrkonzepten.
  • Verbesserung der Lehrkompetenz.
  • Förderung von Selbstverantwortung der Studierenden.

Diese Angebote werden von den Teilprojekten koordiniert und zusammen mit den Kooperationspartnern in den Fachbereichen und der Hochschule umgesetzt und beforscht:

Das Teilprojekt Innovative Lehrformate hat zum Ziel, Lehrende bei der individuellen Implementierung und Entwicklung von Lehrformaten zu unterstützen und didaktische Impulse an der Hochschule zu setzen. Seit dem Projektauftakt im Jahr 2012 ließen sich bis heute zwölf unterschiedliche innovative Lehrformate in verschiedenen Fachrichtungen etablieren.  Außerdem werden sie sukzessive in der Buchreihe „TeachingXchange“ jährlich veröffentlicht, sowie in einem digitalen Methodenkoffer (aktuell 75 Methoden) dokumentiert und im kollegialen Austausch diskutiert. Eine Evaluation hat gezeigt, dass folgende Faktoren für ein Gelingen von Bedeutung sind: 

  • Kenntnis der Besonderheiten von Fachgebieten und des Lehr-/Lernstils im jeweiligen Fach.
  • Individuelle Entwicklung und Begleitung von Lehr-/Lernformaten und -aktivitäten, um diese an die Anforderungen bestmöglich anzupassen.
  • Unterstützung durch die unkomplizierte Bereitstellung von Equipment sowie Beratung bei der Anschaffung.
  • Wertschätzung und Sichtbarkeit des Engagements der Lehrenden durch internen Austausch sowie Veröffentlichungen.

Im Teilprojekt Lernwegbegleitung wird individuellen Herausforderungen des selbstverantworteten Lernens für eine Vielfalt von Lernenden auf Peer-Ebene begegnet. Studentische Lernbegleitungen arbeiten als Tutor*in, Lernscout, Mentor*in oder Teambegleitung mit den Studierenden auf Augenhöhe. Die Ausbildung zur Lernbegleitung ist in einigen Studiengängen bereits curricular verankert und legt besonderen Wert auf die intensive Schulung von Schlüsselkompetenzen. Das Schulungskonzept berücksichtigt aber auch Themen der persönlichen Entwicklung mit immediatem Bezug zur Lernkompetenz, zusätzlich orientiert an Aspekten der Beschäftigungsfähigkeit. Seit 2012 wurden über 450 Studierende als Lernbegleitungen in verschiedenen Einsatzformaten zur Unterstützung des studentischen Lernens eingesetzt. Die daraus resultierenden Angebote werden von einem Drittel aller Studierenden in Anspruch genommen und zu 87% mit Bestnote bewertet.

Das Teilprojekt Berufsorientierung umfasst die Maßnahmen Virtuelle Unternehmen und Berufsorientierte Projektwochen mit dem Ziel, den Berufs- und Praxisbezug in der Lehre zu stärken. Virtuelle Unternehmen sind Unternehmen oder Unternehmensaspekte – eingebunden in die Lehre der einzelnen Fachbereiche – in welchen sich Studierende mit fachlichen und überfachlichen Prozessen realitätsnah auseinandersetzen. Die Lebensmittelwerkstatt etwa, eines von 6 Virtuellen Unternehmen, beheimatet im Fachbereich Life Science Technologies, verbindet die theoretischen Fächer im 1. und 2. Semester mit konkreten Praxiseindrücken am Beispiel einer Produktentwicklung und anschließenden externen Präsentation. Dieses Konzept ist in viele Bereiche übertragbar, die Prozessergebnisse der Produktentwicklung können von anderen Hochschulen genutzt werden. Einige Projekte der Lebensmittelwerkstatt scheitern auch, da nicht jede Produktentwicklung automatisch ein Erfolg wird. Die Studierenden bekommen so ein Gefühl für die Umsetzbarkeit von Projekten.

Berufsorientierte Projektwochen werden durch das Aussetzen der regulären Lehrveranstaltungen für jeweils eine Woche ermöglicht und bieten Studierenden die Chance, in interdisziplinären Projektteams eine berufsrelevante Aufgabenstellung zu bearbeiten und sich mit den Anforderungen der Berufspraxis auseinanderzusetzen. Dabei werden sie fachlich durch die Lehrenden der Hochschule und Experten aus der Praxis sowie überfachlich durch studentische Teambegleitungen unterstützt. Seit 2012 wurden die Berufsorientierten Projektwochen in acht von neun Fachbereichen erfolgreich durchgeführt und konnten bereits in drei Fachbereichen auch curricular verankert werden, weitere Fachbereiche prüfen dies aktuell.

optes – Optimierung der Selbststudiumsphase

optes ist ein Gemeinschaftsprojekt der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe, des Vereins ILIAS open source e-Learning e.V. und der Universität Hamburg. Das Projekt läuft in zweiter Förderphase bis zum Winter 2020. Es stärkt die Fähigkeit der Studierenden zum erfolgreichen Selbststudium in allen Fächern, die profundes mathematisches Grundlagenwissen erfordern. Damit erhöht optes die Chance für einen erfolgreichen Studienabschluss und reduziert die Abbruchquote in technischen und naturwissenschaftlichen Fächern.

Im Rahmen des Projekts wurden verschiedene Angebote, Inhalte und Konzepte für das begleitete Selbststudium der Mathematik entwickelt und im Pilotbetrieb erprobt. In einem zweiten Schritt erfolgte die Einführung der Maßnahmen bei den beteiligten Hochschulen des Projektverbunds. Seit der Verstetigungsphase können nun auch Hochschulen, die nicht zum optes-Verbund gehören, die entwickelten Angebote kostenfrei übernehmen und weiter optimieren.

Die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe beteiligt sich mit folgenden Teilprojekten am Verbund:

eTutoring
Zur Unterstützung Lehrender beim Einsatz digitaler Medien stellt die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe bereits seit 2010 allen Lehrenden, die den ILIAS eCampus als Ergänzung zu Ihrer Präsenzlehre einsetzen möchten, ausgebildete eTutorinnen und eTutoren an die Seite.

eMentoring
eMentorinnen und eMentoren unterstützen Studierende in der Studieneingangsphase eines MINT-Studiums bei der sinnvollen Nutzung der eLearning-Angebote und dem Aufbau überfachlicher Fähigkeiten in Lerngruppen.

ePortfolio
optes hilft Studierenden, ihren Weg im begleiteten Selbststudium zu reflektieren. Im eigenen ePortfolio dokumentieren Studienanfängerinnen und Studienanfänger ihre mathematischen und überfachlichen Fähigkeiten und Kenntnisse.

eKlausuren
Mittels eKlausuren können Lehrende ihre Prüfungen elektronisch an PC-Pools der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe durchführen lassen. Dabei kann sich an einem breiten Spektrum interessanter Fragentypen bedient werden und die Ergebnisse können weitestgehend automatisch ausgewertet werden. Das eKlausuren Team unterstützt und berät hierbei während des gesamten Prozesses. 

 Mehr Informationen finden Sie unter www.optes.de