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Auswirkungen von Medien auf Gewaltverhalten

Wie kann Medienkonsum jugendliches Gewaltverhalten beeinflussen? Prof. Dr. Tobias Schmohl und Dipl.-Psych. Gerd Höhner diskutieren die komplexen Wechselwirkungen zwischen Medienkonsum und gewalttätigen Handlungen.

Eine Hand hält eine Holzpuppe und formt dabei eine Faust.

In der Region gab es kürzlich einen Vorfall in Horn, bei dem Jugendliche einen Obdachlosen tödlich verletzten. Im Zuge der Berichterstattung und medialen Aufarbeitung dieser Tat liefert Prof. Dr. Tobias Schmohl, Prodekan am Fachbereich Medienproduktion, Einblicke in die Rolle der Medien bei der Formung jugendlichen Gewaltverhaltens sowie die Auswirkungen von Gewaltdarstellungen in Medien und deren mögliche Verbindung zu realen Gewalthandlungen.

Schmohl erörtert, dass die Art und Weise, wie Gewalt in Medien dargestellt wird, besonders in Bezug auf Jugendliche, deren Wahrnehmung und Verhalten beeinflussen kann. Er hebt die Notwendigkeit hervor, in der Medienproduktion verantwortungsvoll mit Gewaltdarstellungen umzugehen und dabei auch die potenziellen psychosozialen Auswirkungen zu berücksichtigen.

Dipl.-Psych. Gerd Höhner, Präsident der Psychotherapeutenkammer NRW, ergänzt diese Perspektive mit seinen Ausführungen zu den psychologischen Effekten des Konsums gewalthaltiger Medieninhalte. Höhner betont, dass eine Gewöhnung an solche Darstellungen die Sensibilität gegenüber realer Gewalt verringern kann, und unterstreicht die Rolle der Eltern und Schulen bei der Begleitung und Aufklärung junger Menschen über den Umgang mit Medien.

Für unseren Fachbereich Medienproduktion unterstreichen diese Expertenmeinungen die Bedeutung einer ethischen und bewussten Herangehensweise an die Gestaltung von Medieninhalten. Es zeigt die Notwendigkeit auf, die potenziellen Auswirkungen von Gewaltdarstellungen auf verschiedene Zielgruppen, insbesondere auf junge Menschen, sorgfältig zu bedenken und in die Ausbildung und Praxis der Medienproduktion zu integrieren. In unserem Curriculum sind hier bereits Inhalte vorhanden. So befassen sich Studierende im Master Medienproduktion u.a. auch mit erkenntnistheoretischen Voraussetzungen der medialen Gestaltung. Derzeit wird im Rahmen der Re-Akkreditierung eine Studienreform vorbereitet, die diese Themen noch stärker in den Fokus rückt.

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