LAFF-Tagung: Fleischbranche trifft sich digital

Jedes Jahr im November treffen sich Expertinnen und Experten der Fleischbranche aus ganz Deutschland zur Lemgoer Arbeitstagung Fleisch + Feinkost (LAFF) am Innovation Campus in Lemgo. Aufgrund der aktuellen Situation wurde die diesjährige 43. LAFF-Tagung in den digitalen Raum verlegt und als Live-Stream übertragen.

Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung des Lemgoer Arbeitskreises Fleisch + Feinkost e.V. und des ILT.NRW der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL), um sich in diesem Jahr digital über Aktuelles rund um Fleisch, Fleischerzeugnisse und Feinkost zu informieren. Die Veranstaltung wurde als Live-Stream aus der Phoenix-Contact-Arena in Lemgo übertragen.

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass die Fleischindustrie Systemrelevanz hat. Bei den Konsumenten nehmen Diskussionen über klimaschädliche Viehzucht oder Fleisch von kastrierten Schweinen zu, gleichzeitig liegt der Fleischkonsum relativ konstant bei 60 Kilo pro Kopf und Jahr. Neben diesen Themen stand vor allem das Thema Listerien im Hinblick auf den Gesundheitsschutz der Verbraucherinnen und Verbraucher im Fokus der LAFF-Tagung.

Um lebensmittelbedingte Infektionen durch den Erreger Listeria monocytogenes zu verhindern, arbeiten Lebensmittelunternehmern und Kontrollbehörden eng zusammen. Dementsprechend befassten sich die Vorträge der Tagung mit den Lebensräumen und -bedingungen dieses Erregers. Wichtige präventive Aspekte betreffen die Wachstumsmöglichkeiten, die verzehrfertige Lebensmittel dem Erreger bieten, sowie die betrieblichen Eigenkontrollen zur Abschätzung des Kontaminationsgeschehens. Dieselben Methoden können auch dazu beitragen, Listerioseausbrüche über Ländergrenzen hinweg aufzuklären. Zur Darstellung der technologischen Eingriffsmöglichkeiten zur Verminderung des Risikos wurde den Unternehmen ein Konzept unter der Bezeichnung „Lemgoer Pfad“ unterbreitet, so die Initiatoren der LAFF-Tagung. Durch den hohen Anteil an Fertigpackungen mit geslicten Fleischerzeugnissen kann auch die Verwendung spezifischer Schutzkulturen dazu beitragen, das Risiko der mikrobiologischen (Re)-Kontamination des Packungsinhalts deutlich zu verringern.

Während der Tagung fand auch die jährliche Verleihung des Günter-Fries-Preises statt. In diesem Jahr ging die mit 3.000 Euro dotierte Auszeichnung an Dominik Scheffer. Der gelernte Fleischermeister beschäftigte sich in seiner Bachelorarbeit mit dem Thema „Abhängigkeit des Längsschrumpfverhaltens feinzerkleinerter Brühwürstchen von verschiedenen Parametern des Füllprozesses“, die er in Zusammenarbeit mit einem Maschinenbauunternehmen erstellte.

Dominik Scheffer kam zum Wintersemester 2017 an die TH OWL nach Lemgo und belegte das Studienfach Lebensmitteltechnologie. Nach dem Grundstudium wählte er den Schwerpunkt Fleischtechnologie. Professor Dr. Ralf Lautenschläger betreute die prämierte Abschlussarbeit. „Diese Bachelorarbeit fußt auf einer umfangreichen und tiefgehenden Recherche nationaler und internationaler Literatur sowie auf Versuchsreihen, die mit einem sehr hohen Maß an Eigeninitiative und Engagement geplant und durchgeführt wurden“, so Lautenschläger, der die Laudatio vor den Zuhörerinnen und Zuhörern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Lebensmittelüberwachung hielt. Neben der mit „sehr gut“ bewerteten Abschlussarbeit, basiert die Preisvergabe auch auf Scheffers außergewöhnlichen sozialen Aktivitäten während seiner Studienzeit an der TH OWL und seiner Unterstützung des Labors Fleischtechnologie.

Professor Dr. Ralf Lautenschläger und Professor Dr. Matthias Upmann vom Institut für Lebensmitteltechnologie der TH OWL leiteten und moderierten die LAFF-Tagung.

Lemgoer Arbeitskreis Fleisch + Feinkost e.V.

Der Verein Lemgoer Arbeitskreis Fleisch + Feinkost (LAFF) wurde 1977 von Vertreterinnen und Vertretern des Fleischerhandwerks, der Fleischwarenindustrie, der Veterinärverwaltung und Professoren der Technischen Hochschule OWL, damals noch Fachhochschule Lippe, gegründet. Oberstes Ziel des Vereins ist es, das Studium der Lebensmitteltechnologie, insbesondere in der Fleischwaren-, Feinkost- und Konservenherstellung, an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe zu fördern. Außer der Bereitstellung von Mitteln für anwendungsbezogene Forschung wird vor allem die Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen, Tagungen und Vorträgen unterstützt.