Anders Ackern: NRW-Landwirtschaftsministerin Heinen-Esser besucht digitale Land-und Forstwirtschaft an der TH OWL

Die trockenen Sommer der vergangenen Jahre sind eine Herausforderung für die Land- und Forstwirtschaft. Digitale Technologien können Wirtschaftlichkeit und Ökologische Interessen zusammenbringen. Die NRW-Landwirtschaftsministerin informiert sich über die Chancen der Digitalen Land- und Forstwirtschaft an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe

NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser hat heute das Regionale 2022-Projekt „Mobile SmartFarm OWL“ der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe besucht, dessen Schirmherrschaft sie übernommen hat. Das Projekt „Mobile SmartFarm OWL“ will Landwirtschaftsbetriebe in der Region dazu befähigen, digitale Daten optimal zu nutzen, um auf diese Weise weniger Wasser, Dünger und Pestizide einsetzen zu müssen.

 

Teil des Projektes ist ein mobiles Labor, mit dem Projektleiter Prof. Burkhard Wrenger die landwirtschaftlichen Betriebe besucht und sie auf ihren Ackerflächen wissenschaftlich unterstützt. Im Gepäck hat er unter anderem eine Drohne und Bodenanalysegeräte, mit denen er die Nutzflächen kartiert und so detaillierte Aussagen über die Beschaffenheit des Bodens, Nährstoffgehalt und Feuchtigkeit machen kann. Auf einer Plattform können sich die Partnerbetriebe in der Region über die Erkenntnisse austauschen und vernetzen. Außerdem werden individuelle Schulungskonzepte zur Digitalisierung für die Betriebe erstellt.

 

Landwirtschaftliche Maschinen liefern schon jetzt große Datenmengen. Um diese systematisch auszuwerten, fehlt in vielen Betrieben noch das Knowhow. „Die Landwirtschaft wird sich in den kommenden Jahren wandeln wie kaum eine andere Branche. Diese Transformation ist notwendig, damit Agrarwirte in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben“, erklärt Professor Burkhard Wrenger, der den Studiengang Precision Farming an der TH OWL leitet, in den das Projekt „Mobile SmartFarm OWL“ eingebunden ist. Seit dem Wintersemester 2018/2019 werden hier die Studierenden in den Themenfeldern Agrarwissenschaft, Informatik und Maschinentechnik ausgebildet. „Unsere Absolventinnen und Absolventen sind nicht nur Landwirte, sondern auch Informatiker und Ingenieure”, erläutert Wrenger. Aktuell studieren 26 Studierende im Studiengang Precision Farming am Sustainable Campus in Höxter.

 

Die genaue Erfassung von Bodendaten und dem Befall von Schädlingen wird auch für Wälder immer wichtiger. Viele Waldgebiete sind durch die Dürre- und Hitzeperioden der vergangenen Jahre und den Befall von Borkenkäfern stark belastet. Besonders Fichte und Rotbuche sind betroffen. Auf einer geschädigten Fichtenholzfläche haben Studierende der TH OWL im Rahmen der „Aktion Klimawald für Höxter“ gemeinsam mit der Stadt Höxter einen klimatoleranten Mischwald gepflanzt. Prof. Burkhard Wrenger und sein Team haben die Fläche mithilfe einer Drohne und Spezialkameras kartiert und untersucht, ob die Setzlinge gut angehen. „Bevor wir am 27. November die nächste Pflanzaktion starten, wollen wir wissen, ob Bäume wie die Weißtanne oder die Atlaszeder auf dem hiesigen Boden gut angehen und dabei helfen uns unter anderem die Daten der Drohne“, sagt Prof. Kathrin Lemme, Vizepräsidentin der TH OWL, die das Projekt initiiert hat.