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Automatisiertes Fahren auf der Schiene: Erfolgreiche Testfahrten auf der Extertalbahn

Testtag zeigt Fortschritte bei Spurführung und Umfelderkennung. – Enge Zusammenarbeit von enableATO und MONOCAB-Projekten

Anfang November fanden auf der Extertalbahn umfangreiche Testfahrten mit den kreiselstabilisierten Einschienenfahrzeugen „Hermann“ und „Thusnelda“ statt. Im Rahmen der Projekte enableATO, MONOCAB-ST und MONOCAB ready wurden dabei zentrale Technologien für das automatisierte Fahren auf der Schiene unter realen Bedingungen erprobt.

Im Fokus der Tests standen Schlüsseltechnologien wie stabile Spurführung, reproduzierbare Manöver sowie das präzise Zusammenspiel von Sensorik, Regelung und Kommunikation. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der sogenannten Perzeption – also der Fähigkeit der Fahrzeuge, ihre Umgebung über Kameras, Radar und weitere Sensoren zu erfassen, die Daten zusammenzuführen und semantisch zu interpretieren.

„Dies ermöglicht sichere Entscheidungen vom Losfahren über das Fahren bis zum Warnen und Anhalten“, erläutert Thorsten Försterling, Ideengeber des MONOCAB.

Ein Highlight des Testtags waren die Fahrten ohne Fangvorrichtung, die eindrucksvoll die Stabilität und Sicherheit der kreiselstabilisierten Technologie unter Beweis stellten. Diese Tests markieren einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg, bestehende Schieneninfrastruktur intelligent zu nutzen und ländliche Räume nachhaltiger zu verbinden.

Die Übertragung von Technologien des automatisierten Fahrens in reale Umgebungen stellt dabei besondere Anforderungen an Robustheit und Sicherheit – vor allem im Hinblick auf wechselnde Umgebungsbedingungen und menschliches Verhalten.

Was 2018 als visionäre Idee begann, soll bis 2028 in einem Test-Regelbetrieb auf Technology Readiness Level (TRL) 8 münden – ein bedeutender Schritt von der Forschung in die praktische Anwendung.

„Die Testfahrten wurden gemeinsam von Kolleginnen und Kollegen aus dem Projekt enableATO am RailCampus OWL sowie den MONOCAB-Projekten durchgeführt“, berichtet Försterling. „Die Gesamtprojektleitung liegt bei Professor Dr. Thomas Schulte. Besonders gefreut hat uns der spontane Besuch von Christian Sauter, Bürgermeister der Gemeinde Extertal, der großes Interesse an den Entwicklungen zeigte und die weitere Unterstützung der Gemeinde zusicherte – dafür sind wir sehr dankbar.“

Die Projekte im Überblick

  • enableATO entwickelt Technologien für das automatisierte Fahren auf der Schiene und testet diese in realen Szenarien am RailCampus OWL.
  • MONOCAB-ST fokussiert auf Schlüsseltechnologien wie Stabilisierung, präzise Lokalisierung, sichere Kommunikation und innovative Fahrwerkslösungen.
  • MONOCAB ready befasst sich mit betrieblichen Fragen, Systemintegration und Zulassungsvorbereitung – mit Blick auf Demonstrationen im Reallabor Extertal.

Ein Video, das die Testfahrten und das Fahren ohne Fangvorrichtung dokumentiert, ist hier auf YouTube zu sehen: https://www.youtube.com/@monocabowl/videos